EM e.V.
Gesellschaft zur Förderung regenerativer Mikroorganismen

Reiseberichte

Am besten lernt man etwas über EM, wenn man die Wirkungen der Effektiven Mikroorganismen vor Ort sieht und die Betroffenen direkt befragen kann. Deshalb hat der EM e.V. von Anfang an Reisen in Länder organisiert, in denen der Einsatz der EM-Technologie besonders gut beobachtet werden kann. War dies anfangs Südostasien und Japan, ist es heute möglich und sinnvoll, hier in Europa EM-Projekte zu besuchen.

 

EM-Studienreise nach Sand in Taufers, Südtirol, vom 30. 9. bis zum 4. 10. 2007


  Unsere Reisegruppe vor der Mauer, die Reinhold Messmers Bergmuseum in Bozen umgibt.

Auf dem Weg per Bus von München nach Südtirol machte die Reisegruppe zunächst Station im Chiemgau, um einen EM-Landwirt mit hofeigener Käserei zu besuchen.

Hofkäserei und Kräutergarten der Familie Grundbacher in Irschenberg

Josef Grundbacher begann vor drei Jahren mit EM. Zunächst hat er mit EM siliert und EMa ins Futter gegeben und gleichzeitig keinen Handelsdünger und Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt. Sein Motiv für die Umstellung zum Bio-Betrieb war, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung beim konventionellen Wirtschaften nicht mehr stimmte. Seit Herbst 2006 ist der Betrieb zertifiziert (EU und Naturland).
Mit der Herstellung von eigenem Käse begann Familie Grundbacher 2006; im Frühjahr 2007 wurden Käserei und Hofladen in Betrieb genommen und ein Käsereifachmann eingestellt. 2/3 der hofeigenen Milch gehen in die Käserei. Dort werden 1000 l Milch pro Woche zu Käse verarbeitet. Die Wärme liefert eine Holzhackschnitzelheizung. Mit 70 % ist der Weichkäseanteil am größten. Außerdem werden noch div. Schnittkäse und Bergkäse hergestellt.
Der Hof hat 25 ha und 30 Kühe im Vollweidebetrieb mit Zufütterung. Das Gras von hoffernen Flächen wird siliert. Heu zu machen ist zu schwierig, da die Niederschläge in der Gegend sehr hoch sind. EM wird im landwirtschaftlichen Kreislauf eingesetzt (Silage, Futter, EM auf die Wiesen, im Stall wird vernebelt), aber nicht direkt in der Käserei.
Die Vermarktung erfolgt zu 60% über den Zwischenhandel, dann direkt an Bioläden und über den Hofladen. Um die EM-Qualität auf dem Markt deutlich zu machen und damit die Vermarktungschancen zu verbessern, haben sich einige EM-Erzeuger unter dem Siegel „EM-Kostbarkeiten“ zusammengeschlossen. So auch die Familie Grundbacher, deren Käse dieses Siegel führt. Frau Grundbacher ist gelernte Kräuterpädagogin und hat einen wunderschönen, vielfältigen, gut mit EM versorgten Kräutergarten angelegt, den sie uns zeigte und ausführlich erklärte.

Geruchsfreie Kompostierung

Geruchsbelästigung durch die Kompostieranlage? Jahrelang war das ein Reizthema in Sand in Taufers, einer kleinen Gemeinde im Südtiroler Ahrntal. Doch seit 2001 ist es damit vorbei. Seitdem haben Effektive Mikroorganismen die Kompostierung des organischen Abfalls in der 5000-Einwohner-Gemeinde übernommen.
Das funktioniert so hervorragend, dass jetzt interessierte Bürger aus Deutschland (in den vergangenen Jahren auch aus Österreich und der Schweiz) eine Bildungsreise ins Ahrntal unternommen und Erstaunliches vorgefunden haben: Bis zu zehn Tonnen Hotelabfälle werden täglich angeliefert, Fleisch- und Essensreste, Rohes und Gekochtes. Dazu kommen etwa zwei Tonnen Küchenabfälle von den Privathaushalten sowie Holz- und Gartenabfälle, die etwa 30 Prozent des angelieferten Materials ausmachen. Gestank? Fehlanzeige! Salmonellen? Ratten? Keine Spur! Fliegen? Nur wenige.

EMa heißt das Mittel, das dieses Wunder vollbringt. Das sind aktivierte effektive Mikroorganismen, 1:100 mit Wasser verdünnt. Alle Haushalte und Hotels bekommen eine bestimmte Menge EMa kostenlos, damit sie ihre organischen Abfälle schon während des Sammelns damit behandeln. In der Kompostieranlage wird das angelieferte Material sofort und danach mehrmals täglich mit EMa besprüht. Die normale Verdünnung EMa/Wasser ist 1:100. Wird ein sehr hoher Anteil an Rasenschnitt, Fleisch oder tierisches Eiweiß angeliefert, erhöht man die Konzentration auf 1:50. Wenn das Material zu einer mannshohen Miete aufgeschichtet ist, wird es anfangs täglich, später wöchentlich gewendet und gemischt und jedes Mal wird etwas EMa zugegeben. Zum Vergleich: normalerweise werden die Mieten in Kompostwerken drei Mal am Tag umgesetzt - ein weit größerer Arbeitseinsatz. Bis zur Reife hat jeder Kubikmeter Kompost etwa 1 l pures EMa erhalten.

Obwohl die überdachte Miete nicht abgedeckt wird, gibt es keinerlei Geruchsprobleme, denn hier fault ja nichts! In den obersten 10-20 Zentimetern arbeiten Milchsäurebakterien zusammen mit Sauerstoff. Innen läuft der Zersetzungsprozess ohne Sauerstoff ab. Die effektiven Mikroorganismen sorgen dafür, dass das Material nicht verfault, sondern verrottet. Bei dieser nützlichen Fermentation, auch „Reife“ genannt, entstehen organische und anorganische Substanzen, unter anderem auch Antibiotika, Hormone, Vitamine, Enzyme (Fermente) und Antioxydantien. Bei diesem Rottevorgang entstehen keine Fäulnisgerüche, wohl aber wertvolle und erwünschte Stoffe, die von Pflanzen direkt aufgenommen werden können.


  Der Anlieferungstrog, in dem das Material gerade mit EMa besprüht wird.

Das Methan, das in den obersten fünf Zentimetern entsteht, entweicht. Das übrige Methan wird durch Photosynthesebakterien, die in EMa enthalten sind, ohne Sauerstoff (anaerob) in Stickstoff umgewandelt. (Das Wertvolle an diesem Rotteprozess ist die Umwandlung der Oxidation in einen Prozess der Antioxidation.)
Nach sechs Tagen ist Fleisch nicht mehr als solches erkennbar, Knochen brauchen zehn bis zwölf Wochen, bis sie sich zersetzt haben. Nach sechs (im Winter acht) Wochen ist die Miete fertig. Etwa vierzig Prozent der Anfangsmasse sind geschwunden, der Rest wird gesiebt. Dabei entsteht zu etwa sechzig Prozent feine Komposterde, die zum Preis von zehn Euro pro Kubikmeter an die Anlieferer verkauft wird. Die Komposterde ist so begehrt, dass die Abgabe auf zehn Kubikmeter pro Person kontingentiert werden muss. der Kompost wird zur Hälfte verkauft, die andere Hälfte braucht die Gemeinde für ihre Grünanlagen. Das ausgesiebte, grobe Material dient als saugfähige Unterlage für neu angeliefertes Kompostiergut.
In den Mieten übersteigt die Temperatur nie die 60° C Marke. Sie müssten nach den landesrechtlichen Vorgaben wegen der Hygienisierung eigentlich höher liegen, aber diese Anlage wird derzeit noch als "Versuchsanlage" gefahren. Die regelmäßigen Analysewerte des Komposts führten bisher zu keinerlei Beanstandungen.
Dieses Kompostierverfahren ist nicht nur geruchsneutral, sondern auch äußerst kostengünstig, da außer dem hochverdünnten EMa nur noch Steinmehl (wegen den Spurenelemente) und Hackschnitzel (zur Steuerung der Feuchtigkeit des angelieferten Materials) benötigt werden. Auch Transport- und Deponiekosten werden auf ein Minimum gesenkt. Deshalb zahlt in Sand in Taufers ein Vier-Personen-Haushalt nur 37 Euro pro Jahr für die gesamte Abfallbeseitigung. Wann werden auch andere Gemeinden dieses umweltschonende Kreislaufverfahren übernehmen und ihren Bürgern helfen, viel Geld zu sparen?


  Bei jedem Umsetzen wird EMa zugegeben.

Der Naturbadeteich

Die Gemeinde Sand in Taufers betreibt seit 12 Jahren einen Naturbadeteich, der seit 6 Jahren ausschließlich mit EM betrieben wird. Bis vor 5 Jahren war eine mehr oder minder starke Algenbildung zu sehen, die sich aber mit dem Einsatz von EMa auflöste und ganz verschwand. Die dem Badebetrieb dienende Fläche für 250 Badegäste und die Stillwasser-. bzw. Regenerationsfläche sind gleich groß. Um das Eindringen von Grundwasser auszuschließen, ist der Teich ist mit einer Folie ausgelegt.
Vor Saisonbeginn im Mai wird der Teich geleert, gereinigt, wieder mit Wasser gefüllt und mit 1000 Liter EMa geimpft. Während des Badebetriebes werden dem Wasser pro Woche ca. 20 Liter EMa in der Umwälzanlage beigegeben. Pumpen pressen das Wasser ständig durch den Stillwasserbereich und führen das gereinigte Wasser wieder dem Badebereich zu. Die Pumpenleistung ist so ausgelegt, dass innerhalb von 3-4 Tagen die gesamte Wassermenge einmal umgewälzt wird. Außer Regenwasser wird dem Kreislauf das Jahr über kein Frischwasser zugeführt.
Im Kreislauf sind mehrere 35 mm Pipes eingebracht, an denen das Wasser vorbeifließt. Dort, wo das gereinigte Wasser dem Badebereich wieder zugeführt wird, fließt es über einen Kontaktbereich, wo der Beton mit EMa angerührt und dem Zement die gleiche Menge EM-Keramikpulver (Super Cera-Pulver) beigefügt wurde, um dem Wasser positive Informationen mit auf den Weg zu geben.
Der pH-Wert des Wassers liegt bei 7,8 und ist somit unproblematisch. Vor dem Einsatz von EM war der pH des öfteren zu hoch. In regelmäßigen Abständen (während der Saison alle 10 Tage) werden von den zuständigen Behörden Wasserproben genommen, bisher gab es aber keinerlei Beanstandungen. In der Hauptbadezeit, wenn die Belastung mit Sonnenschutzmitteln am höchsten ist, werden die an der Oberfläche schwimmenden Öle und Fette abgesaugt und entsorgt.

Der Golfplatz in Bruneck

Der Golfplatz in Bruneck wurde vor 4 Jahren fertig gestellt und befindet sich somit noch in der Grundentwicklung. In diesem Rahmen wurde Elmar Sartori die Pflege der Teiche übertragen, die er seit nun drei Jahren mit EM behandelt. Es handelt sich um Klär- und Beregnungsteiche, die nach unten durch Lehm abgedichtet sind. Im Zulaufschacht befinden sich zu Ketten aufgefädelte EM-Keramikpipes. In die Teiche wurden im ersten Jahr wöchentlich 20l EMa gegeben, ab dem zweiten Jahr die gleiche Menge zweiwöchentlich. Im Frühjahr 2007 wurden zusätzlich noch Dangos und Bokashi in die Teiche gegeben. Das Wasser aus dem Klärteich fließt einige hundert Meter durch das Gelände in den niedriger gelegenen Beregnungsteich. Von dort wird es über den Golfplatz verregnet, so dass sich mit dem Wasser auch das EMa über die gesamte Fläche verteilt. Nach Aussage von Elmar wird die Rasenfläche seit dem Einsatz von EM weniger gelb, und die Veralgung der Teiche ist zurückgegangen.
Beim jetzigen Einsatz von EM ist das Hauptinteresse die Teichsanierung. Wollte man den Rasen sanieren, so müsste die zugeführte Menge deutlich erhöht werden. Die Problematik von Golfplätzen liegt in deren Bodenaufbau. Über einer Drainage und einer 30 cm dicken Sandschicht liegt eine nur ca. 4 cm dünne Humusschicht, in der sich kaum Wurzeln aufbauen können und die schlecht den zugeführten Dünger hält. Die Menge an EM muss groß genug sein, um den Wurzelaufbau zu fördern, darf aber nicht zu groß sein, da sonst die EMs die feinen Haarwurzel verstoffwechseln.
Ein weiteres Problem von Golfrasen: Die gewollte Dichte des Rasens hat einen sehr geringen Luftaustausch zur Folge, was einhergeht mit der Gefahr von Verpilzung und Schimmelbildung. Auch hierauf hätte EM einen positiven Einfluss.
EM-Berater Helmut Kokemoor, der sich intensiv mit dem Einsatz von EM auf Golfplätzen beschäftigt hat und in der Sache auch bereits tätig ist, steht bei Fragen gerne zur Verfügung.

Gunda Birett
Helmut Hintermair
Monika Baalmann

(Vgl. auch die Berichte in verschiedenen EMJournalen: EMJournal 6, Nov. 2003, EMJournal 22, August 2007)