Der Internationale Mudballday

Seit 2009 wird jedes Jahr am 8. August der internationale Mudball Day begangen. Mit EM fermentierte Lehmbällchen werden in fröhlichen Aktionen in Gewässer geworfen, um die Umwelt zu verbessern und damit, wie Alexander Pippir schreibt, „sich bei der Natur zu entschuldigen“. Wir haben Kurzberichte aus aller Welt, möchten aber nur einige Beispiele aus Europa vorstellen, um bei allen LeserInnen die Lust auf eine Beteiligung im nächsten Jahr zu wecken. Gern helfen wir als Verein bei der Vorbereitung.

Begriffe

Dango (jap.): Knödel; das ist auch die gängige Größe, wenngleich bei Massenher­stellung durchaus eckige Formen entstehen.

Mudball (engl.): Schlamm­ball) – weil die Basis des Dan­gos ursprünglich der Ufer­schlamm der zu behandelten Gewässer war, hat sich dieser Begriff eingeprägt. Auch heu­te wird empfohlen, Lehm als Basis der Dangos zu nehmen.

Bokashi-Bällchen: Um die Mikroben im Schlamm gut zu versorgen und zu vermehren, wird in der Regel organisches Material in die Bällchen gemischt. Die Fermentation führt dann zu dem typischen weißen, oft dichten Pilzbelag auf den Bällchen (der gewünscht ist).

EM-Berater Alexander Pippir hat uns einen Bericht aus dem Süden geschickt, mit dem wir beginnen möchten:

Mudball Day – um Ulm herum

Jeder von uns hat unsere Umwelt schon ver­schmutzt, bzw. in ihrer natürlichen Funktion gestört. Der internationale Mudball Day am 8. August bietet jedes Jahr die Möglichkeit sich bei der Natur zu entschuldigen und ihre Selbstheilungskraft zu stärken. Jeder Dango (Lehmbällchen mit EM fermentiert) steht für eine Entschuldigung an die Erde. Wir vom bodenständig in Neu-Ulm/Pfuhl machen seit 2015 mit und freuen uns am steigenden Inte­resse der Menschen an diesem tollen Ereignis.

Auch dieses Jahr haben wir in unserer Region bedürftige Gewässer behandelt. Natürlich haben wir uns wieder die Erlaubnis der Stadt einge­holt. Durch den großen Erfolg unseres ersten Dango-Tags 2015 stießen wir auf offene Türen. Überzeugungsarbeit musste nicht geleistet werden – ganz im Gegenteil. Damals behan­delten wir einen kleinen öffentlichen Teich im Glacis in Neu-Ulm. Lediglich 88 Dangos wurden ausgebracht und, obwohl das Gewässer nicht sonderlich tief war, konnte sich das Ergebnis sehen lassen: überschüssige Algen und unange­nehme Gerüche verschwanden innerhalb von Tagen. Ganze zwei Jahre hielt die Wirkung an.

Dieses Jahr brachten wir insgesamt 881 Dan­gos an drei verschiedene Orte aus. Das Hauptaugenmerk lag auf einem öffentlichen Badesee, der auch schon 2016 mit 144 Dangos behandelt wurde. Die begrenzte Stelle von letztem Jahr ist nach wie vor klar und algenfrei geblieben. Der Langzeiteffekt ist auch hier immer noch deutlich zu sehen. Sicherlich wäre es besser, den ganzen See auf einmal zu be­handeln, wir wollten aber schon einmal kleine Impulse zu setzen. Unser Motto: jedes Jahr ein bisschen mehr.

Der Dango-Tag macht allen Spaß. Eine solch positive Resonanz haben wir von den Helfern und Zuschauern nicht erwartet. Die Dangos fertigen wir seit diesem Jahr in geselliger Runde an. Das macht nicht nur Spaß – es kam uns sogar wie eine Art Therapie vor. „Eigentlich schmerzen meine Handgelenke nach so viel Handarbeit, diesmal überhaupt nicht!“ hör­ten wir von einer der helfenden Hände. Das verwundert uns nicht, hierzu passt auch gut der Artikel vom letzten EMJournal: „EM zur Linderung von Schmerzen“. Der Dango-Tag ist eine Win-Win-Situation für Mensch und Natur. Es lohnt sich mit zu machen oder selbst einen zu veranstalten.

Es gibt viele unterschiedliche Dango-Rezepte, die super funktionieren. Wir konnten mit un­serem Rezept sehr gute Erfahrungen machen: 480 Gramm Urgesteinsmehl + 20 Gramm EM-Keramik-Pulver + ca. 220-250 ml EM·1/EMa/ Bodenaktivator oder EMIKO Blond.

Alle Zutaten gut miteinander vermengen. Ist die Masse zu klebrig, einfach noch etwas Ur­gesteinsmehl dazu geben bis sich die Masse gut formen lässt. Nach mindestens 14 Tage Reifung an einem trockenen und dunklen Ort sind die Lehmbällchen auch schon einsatzbereit. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Alexander Pippir

Polen

Seit ein paar Jahren werden in der Region um Siemiatycze, einer Gemeinde ganz im Osten Polens, Seen vor der Badesaison mit Hilfe der EM-Technologie unter der Betreuung des EMRO-Partners EM Greenland gereinigt. In diesem Jahr wurden am 6. Juni 5.000 Dan­gos in verschiedene Reservoirs eingebracht. Überall war das Ziel, Geruchsreduktion, Abbau überschüssigen Sediments, Begrenzung der Algenblüte und die Klärung trüben Wassers zu erreichen. Das hat gut funktioniert: Die Wasserverschmutzung konnte deutlich redu­ziert werden. Von der Gemeinde wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die dies bestätigt: Die Stickstoffkonzentration ging um fast 20% zurück, Phosphor um 27,8%, und auch der bio­logische Sauerstoffbedarf wurde reduziert. Das übermäßige Algenwachstum, das vielen Organismen den Sauerstoff raubt, konnte we­sentlich vermindert werden.

Niederlande

In den Niederlanden fanden am 8.8.2017 an mehreren Orten Aktionen statt, Gewässer in einen besseren Zustand zu versetzen, alle als Beitrag zum Internationalen Mudball Tag. Eini­ge waren klein und mehr privat, andere wur­den von einer größeren Gruppe durchgeführt. Insgesamt waren es mindestens acht Orte: Amsterdam, Overveen, Lelystad Wormerveer, Den Haag, Enschede, Almere und Hilversum.

Kroatien

Seit vielen Jahren arbeitet Ned Jovanovic für die Verbreitung von EM in Kroatien. Viele Res­taurants und Hotels nutzen EM in seiner Hei­matregion Istrien. Am 4. August organisierte er im Hafen des malerischen Küstenortes Opatja, eines der ältesten Fremdenverkehrsorte Kroati­ens, eine Aktion im alten Hafen. In Kooperation mit den Kommunen hatten Schüler etwa 1.200 Dangos geformt, die in einer von den lokalen Medien begleiteten, fröhlichen Aktion einge­bracht wurden, um den Hafenschlick zu mini­mieren. Auch sehr schön war, dass Partner aus benachbarten Ländern dazu kamen: aus Mon­tenegro, Serbien, dem Kosovo und Mazedonien.

Montenegro

Die alte Stadt Ulcinj ist die südlichste Stadt Mon­tenegros und liegt an der Adria nahe der Gren­ze zu Albanien. Dort schlug Boris Jabucanin mit seiner Firma EMCG Vertretern der Stadt vor, ein drängendes Umweltproblem, nämlich der Ver­schmutzung des Hafenkanals der Stadt, mit EM zu lösen. EM ist noch nicht sehr bekannt in Mon­tenegro; deshalb genehmigte die Stadt nur ein Pilotprojekt für eine begrenzte Fläche von 200 m². Unter den Augen von Politikern, vielen inte­ressierten Bürgern und begleitet von der Presse wurden 150 Dangos und 20 l EM eingebracht.

Schon nach drei Wochen begann der Schlamm, der sich am Boden des Kanals gesammelt hat­te, an die Oberfläche zu schweben, wurde dort von den Mikroben aufgelöst und das Wasser wurde klarer. Nach diesem schönen Erfolg will die EMCG weiter Umweltprojekte mit EM in Angriff nehmen.

Rezept für EM-Mudballs (Dangos)

Zur Herstellung wird eine Mischung aus lehmhaltiger Erde – eventuell auch Ton­mineralien oder Sand – mit Bokashi und EM zu faustgroßen Bällen geformt (in Ulm wurde nur Urgesteinsmehl, EM-Keramik­pulver und EMa genommen)

Neu-Ulm: Die Dangos direkt nach dem Anfertigen

Die Rezeptur kann in viele Richtungen verändert werden, je nachdem welche Materialien (günstig) zur Verfügung ste­hen. Der Sinn ist ja, die Effektiven Mikro­organismen in das Sediment zu befördern, damit sie dort Fäulnis in Fermentation verwandeln und das organische Material im Sediment verstoffwechseln, so dass am Ende nur noch sauberer Sand übrig bleibt.

Die Kugeln 3-4 Wochen schattig und nor­mal temperiert offen fermentieren bis sie trocken und hart sind. Die Zugabe von 0,5 bis 1% EM-Keramikpulver ist förderlich. Es bildet sich vorübergehend ein wei­ßer Pilzrasen als Anzeiger für die begin­nende Fermentation. Pro Quadratmeter Wasserfläche mindestens einen Dango ausbringen. Es ist sehr empfehlenswert, zusätzlich EM ins Wasser zu geben. Als Faustregel nimmt man einen Liter EMa pro 10.000 Liter Teich- oder Seewasser.

Beispiel:
– 80 % Lehmerde
– 15 % Urgesteinsmehl
– 5 % Bokashi (sehr feines Bokashi wie es u.a. von der Fa. EMIKO angeboten wird)
– Bis zu 10% Zuckerrohrmelasse
– EM Effektive Mikroorganismen (ca. 0,5 Liter EM je Schubkarrenfüllung Lehmerde)
– EM·1, EMa oder EMIKO Boden- und Gartenaktivator
– gegebenenfalls Wasser zur Regulierung der Konsistenz
– Nach Belieben EM-Keramikpulver hinzufügen

Lesetipp:

EMJournal 31,

EMJournal 32,

EMJournal 42

EMJournal 61

Alexander Pippir, Pit Mau, EMRO

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.