Effektive Mikroorganismen im Weinbau

Das Weingut Jesser in Güglingen

Wir, Stefan und Britta Jesser, betreiben einen kleinen Weinbau-Nebenerwerbsbetrieb 20 km westlich von Heilbronn im schönen Zabergäu, den wir 1999 von den Eltern übernommen haben. Der EM begeisterte Vater arbeitet mit auf dem Betrieb. Wir bauen Trollinger, Merlot, Burgunder und Lemberger Trauben an. 2009 erfolgte die Umstellung auf biologischen Weinbau, wir sind Naturland zertifiziert. 
Im gleichen Jahr besuchte ich ein EM-Tagesseminar bei Rolf Zimmermann (EM-Technologiezentrum Baden-Württemberg) in Lautenbach. Erste Erfahrungen von EM hatten wir im Winter an Lorbeerbäumen, die in der Garage überwinterten. Durch Besprühen einer 10% verdünnten EMa Lösung hatte ein Baum sogar angefangen zu blühen.

Die EM-Technologie im Weinberg

Seit 2010 setzen wir einmal im Jahr, im Herbst, einen Bokashi-Kompost aus Pferdemist, Holzhäcksel und Traubentrester mit einer 20% EMa Lösung an. Das Material wird in einem gleichmäßigen Verhältnis auf einen Miststeuer geladen und beim Ausstreuen mit EM geimpft, danach mit Frontlader und Traktor gewalzt und über den Winter mit einer Plane abgedeckt.
 Die mitunter milderen Temperaturen über den Winter und das Frühjahr genügen für die Fermentierung des Materials, so dass das wohlriechende Bokashi nach dem Abtrocknen des Bodens mithilfe eines Weinbergstreuers in die Reihen ausgebracht werden kann.

Danach wird das Bokashi mit Hilfe einer Fräse leicht in den Boden eingearbeitet. Nach ca. 14 Tagen säen wir zwischen den Reihen ein; dazu verwenden wir schon seit Jahren die mit einem Bio-Weinbauberater zusammengestellte „Wolff Mischung“. Sie besteht aus ein- und mehrjährigen Pflanzen mit unterschiedlichen Wurzeltiefen und fördert so die Bodenfruchtbarkeit. Sie zeichnet sich durch eine hohe Pflanzenvielfalt und einen hohen Leguminosenanteil aus. Das reichhaltige Kräuter- und Blütenangebot bietet ganzjährig Lebensraum und Nahrung für Nützlinge und Insekten.

In der Wachstumsphase

Im Frühjahr bringen wir auf unsere Weinbergböden 80 Liter EMa aus, wenn möglich kurz vor einem Niederschlag. Den Pflanzenschutz betreiben wir als Bio Betrieb natürlich mit den hierfür zugelassen Mitteln: Wasserglas, Schwefel, Backpulver, Schachtelhalm und geringe Mengen Kupfer (3kg/ha). Zwischendurch bringen wir in den späten Abendstunden immer wieder eine Spritzung mit EMa und Gesteinsmehl aus, in die wir eine geringe Menge EM-Keramikpulver geben.

 2014 haben wir einen Versuch mit geimpfter Holzkohle gemacht, die wir als Amino Terra von Rolf Zimmermann bezogen haben. Im Merlot Weinberg ist ein Teil des Bodens ziemlich Humus arm. Aus den Erfahrungen bei unseren Tomaten im Hausgarten, dass nämlich die Wurzeln „spüren“, wo gute Nahrung für sie ist, und die Wurzeln darauf zuwachsen, haben wir dies nun auf den Boden im Weinberg übertragen. Mit einer Spezialspatenmaschine gruben wir jeweils ein Loch zwischen den Weinstöcken. In dieses Loch füllten wir ein Gemisch aus Amino Terra und Gesteinsmehl, und deckten es wieder mit Erde ab.

Der Erfolg war nicht so deutlich wie bei den stark zehrenden Tomaten, jedoch deutlich erkennbar, dass das Wachstum der Merlot-Weinstöcke besser wurde. Wir sind zuversichtlich, dass die Arbeit sich langfristig lohnt, weil wir so den Anteil an Dauerhumus erhöhen. Es ist sehr gut zu erkennen, dass EM den Weinbergen gut tut. Die Bodenstruktur hat sich klar verbessert. Die Makro-Lebewesen, insbesondere die Regenwürmer, haben sich stark vermehrt. Die Weinstöcke sind robuster gegen extreme Einwirkungen geworden und das Wasserhaltevermögen hat sich verbessert. Die Weinstöcke profitieren vom Immunsystem des Bodens. Insgesamt sind unsere Weinberge recht gesund.

2014 gab es auch bei uns in der Region Probleme mit der Weinessigfliege (siehe den Artikel im EMJournal 50, S. 14). Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Aussprühen einer Mischung von EMa plus Gesteinsmehl und EM-Keramikpulver gemacht.

Die Weinherstellung

Die Trauben werden nach der Lese in die zwei km entfernte Weingärtnergenossenschaft geliefert. Die „Weingärtner Cleebronn-Güglingen“ haben sich schon während der letzten Jahre mit ihren konventionell erzeugten Weinen einen guten Namen gemacht. Aber immer wieder fragten Kunden nach Bioweinen. Daraufhin haben – mittlerweile drei – Weingärtner auf die biologische Wirtschaftsweise umgestellt, zwei davon arbeiten mit EM.
 Der Kellermeister der „Weingärtner Cleebronn-Güglingen“ geht mit den biologisch erzeugten Trauben mit derselben Sorgfalt um, die er den konventionell erzeugten zukommen lässt. 
Dies hat im Jahr 2014 Früchte getragen. Alle drei Bioweine haben bei einer durchgeführten internationalen Bioweinprobe hohe Preise abgesahnt!

Erfahrungen weitergeben

Die Erfahrungen mit EM im Garten, in den Weinbergen und im Haushalt geben wir in unserem 2011 gegründeten Hofladen mit EM Shop in verschiedenen Seminaren weiter. Ehefrau Britta ist dort während den Öffnungszeiten anzutreffen. Der Umgang und Einsatz von EM im Weinbau und darüber hinaus fasziniert uns immer wieder, so dass von diesen Erfahrungen viel an die Kunden im Hofladen weitergegeben werden kann. In umgekehrter Weise berichten die Kunden von ihren Erfahrungen mit unseren kleinsten Mitbewohnern, so dass sich dies in idealer Weise ergänzt und alle davon profitieren.

Stefan Jesser

Lesetipps:

EMJournal 26 – erster Bericht über EM-Wein
EMJournal 28 – EM-Wein im energetischen Test
EMJournal 38 – EM-Wein in Spanien
EMJournal 50 – EM-Wein in Deutschland

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