Geranien- und Bienenglück im Krindenhof

Die Pflege von großblumigen, uralten Hängegeranien-Sorten und 18 Bienenvölkern halten die Artwirtin vom Krindenhof in Schwung. Sie setzt seit gut drei Jahren EM ein. Am Sonnenhang auf 1000 m Höhe, hoch über dem Thuner See ist das Restaurant Krindenhof (Ringoldswil) wegen der wundervollen Aussicht, dem guten Essen und vor allem wegen des herrlichen Blumenschmucks bekannt. Die Fassade des stolzen Berner Hauses zieren über 100 Balkonkästen, von denen großblumige Geranien über 2,50 m lang herabhängen. Blumenrabatten säumen den Platz vorm Haus, und bepflanzte Kübel und Ampeln bekleiden den Laubengang, der das Anwesen umfriedet und Schutz vor Kälte und Wind bietet.

Lebenslange Blumenliebe

Nachdem ein Sohn die Landwirtschaft übernahm, ein anderer das Restaurant, blieben der Blumenschmuck und die Bienen in der Obhut von Mutter und Altwirtin Erika Keller. Im Geist jung geblieben und aufgeschlossen, vermehrt sie mit über 80 Lenzen immer noch die stattliche Sammlung alter und selten gewordener Geraniensorten, die viele Fenster und jede Nische des Anwesens füllen. Die Liebe zu Blütenpflanzen und vor allem von besonderen Geraniensorten wurden ihr von der Mutter ins Herz gepflegt und manche Sorten blühen seit mehr als 100 Jahren auf dem Krindenhof. Zudem zieht Erika Keller jeweils aus Samen vorjähriger Sommerblumen neue Pflanzen für die kommende Saison heran. Neuheiten werden ausprobiert. In den 60er Jahren wurde beim Kauf einer neuen Geranie die gefürchtete Bacteriose eingeschleppt, die viele geliebte Sorten in der Sammlung ausmerzten. Durch laufende Jungpflanzenvermehrung hält Erika Keller die Krankheit soweit in Schach. Die Jungpflanzen zieht sie nach alter Tradition aus Kopfstecklingen heran. Die erforderliche Erde wird aus Kompost, Gartenerde und etwas Torf selber gemischt, mit Hornspänen angereichert und in der Vegetationszeit mit einem organischen Flüssigdünger ergänzt. Im Sommer ist neben dem Giessen der Kästen und der laufenden Jungpflanzen- Vermehrung vor allem das stete Ausputzen der gelben, erkrankten Blätter und der abgeblühten Blumen die Hauptarbeit. Von Herbst bis Frühjahr geht es weiter, denn die Geranienkästen im Winterquartier müssen durchgeputzt und zurück geschnitten, die neuen Jungpflanzen im Topf gestutzt und kranke ausgewechselt werden.

Von EM gleich begeistert

Als Erika Keller von der Wirkungsweise der Effektiven Mikroorganismen hörte, probierte sie das sofort aus. Ab Herbst wurden im Winterquartier alle Blumen und Jungpflanzen mit EM-Lösung gegossen. Bis zum Frühjahr trieben die blattlosen langen Triebe freudig aus, die Jungpflanzen überstanden die lichtarme Jahreszeit sehr gut, es gab kaum Ausfälle oder Krankheiten. Das machte Mut. Aus Rasenschnitt bereitete sie Bokashi als Zusatz für die Balkonblumenerde und mischte es mit Hornspänen in die neu zu bepflanzenden Kästen. Sie ließ – wie ihr geraten wurde – die vorbereiteten Kästen und Kübel ohne Bepflanzung zwei Wochen stehen, damit sich das Bokashi aus der sauren Phase in die für Pflanzen bekömmliche neutrale umwandeln kann. Im Sommer staunte sie nicht schlecht über die sichtbar vollere und gesündere Blumenpracht als in den Jahren vorher und vor allem, dass kaum noch gelbe oder erkrankte Blätter ausgeputzt werden mussten, was auch dem Sohn auffiel. Bald hatte sie sich mit der eigenen EMa-Herstellung vertraut gemacht, so dass sie damit auch die Landwirtschaft des anderen Sohnes versorgen konnte – der nun kaum noch Fliegen im Stall vorfindet – und den Biogemüsebetrieb der Tochter.

Eine besondere Erfahrung mit Bokashi?

Im zweiten Jahr der EM-Pflege stand Erika Keller viel Bokashi zur Verfügung; wie im Jahr zuvor mischte sie davon eine großzügige Menge in die Blumenerde, hielt wieder die Umwandlungsphase ein, machte alles richtig. Doch kaum waren die Geranien in der neuen Erde, verbräunten alle Blätter der stattlichen Pflanzen. Lange, nackte Triebe zierten die Hausfassade. Die Restaurantgäste fragten entsetzt, was passiert sei. Erika Keller konnte es sich zunächst auch nicht erklären und fragte um Rat. Nachdem alle Möglichkeiten durchleuchtet wurden, kam nur noch eine Ursache in Frage: Das letzte Frühjahr verlief sehr kühl, alle Blumen hatten Mühe, nach dem warmen Winterquartier in Gang zu kommen. Aber das war nicht der Hauptgrund. Auch Bokashi braucht Wärme für die Wandlung in Pflanzennahrung. Es verharrte in der Kälte im sauren Zustand und verätzte somit alle neuen Feinwurzeln der Blumen trotz der zwei Wochen langen Reifungsphase, die ohne Wärme einfach nicht stattfand. Mühsam sammelte die Altwirtin alle verbräunten Blätter der 100 Kästen ab und pflegte die strapazierten Pflanzen weiter. Als das Wetter endlich freundlicher wurde, trieben die langen, kahlen Ranken an allen Blattknoten in einem rasanten Tempo und üppig wieder durch. Im Hochsommer standen alle Kästen bis auf einen wieder in vollster Blütenpracht. Die neuen Jungpflanzen für die kommende Saison starteten mit glänzendem Laub und kräftigen Trieben.

Lebenslange Bienenliebe

Die Imkerei, ebenfalls von der Mutter übernommen, ist ein zweites Steckenpferd mit viel Erfahrung in der biologischen Pflege. Was der Imkerin aber zunehmend Kummer bereitete, waren die ausfliegenden Schwärme. Die setzten sich nämlich immer in den höchsten Apfelbaum der Umgebung. Selbst als 80-jährige stieg sie noch auf die Leiter und holte das junge Bienenvolk in luftiger Höhe auf abenteuerlichste und unfallträchtige Weise herunter, sodass ihr Sohn riet, die Imkerei aufzugeben. Doch als Erika Keller erfuhr, dass der Hochzeitsflug möglicherweise mit EM geleitet werden kann, sprühte sie Ende Mai die noch jungen, niedrigen Obsthalbstämme in der Nähe des Bienenhauses mit einer EM-Lösung ein, worauf sich die Schwärme prompt dort niederließen und bequem und sicher aufgenommen werden konnten.

EM hilft Bienen in grosser Not

Im Frühjahr vergangenen Jahres ging es den Bienen sehr schlecht. Sie flogen nicht aus, nahmen kein Futter und keine Tränke an, ließen die Obstblüte außer acht, wollten sterben. Der zuständige Bieneninspektor und andere Fachleute wussten keinen Rat. Auch die Untersuchung durch ein Labor ergab keinen Befund. Ihr Sohn meinte, dass sie diese Geschichte als ein Zeichen sehen solle, die anstrengende Arbeit als Imkerin in ihrem Alter nun zu beenden. Doch wer würde dann die stattlichen Obstbäume ums Anwesen herum bestäuben? Es gibt keinen Bienenstock in der weiteren Umgebung. In ihrer Not fragte sich Erika Keller, ob EM helfen könnte. Sie gab in die Tränke eine EMa-Lösung (10%ig), setzte pro Liter nur wenige Tropfen EM-X zu und sprühte mit EMa-Lösung die Stöcke aus. Hoffnung kam auf: Die Bienen nahmen das EM-Wasser an! Nach wenigen Tagen wurden die erschöpften Honigsammler wieder munterer und begannen auszufliegen. Nach drei Wochen „arbeiteten“ die meisten Völker wieder emsig, bis auf drei. Erika Keller glaubte aber nicht, dass diese Bienen überleben könnten. Doch nach weiteren drei Wochen sammelten auch die fast aufgegebenen drei Völker mit voller Kraft Honig und Pollen ein. Ende Juni hat die glückliche Imkerin trotz verpasster Obstblüte eine sehr gute Honigernte geschleudert.

Geranien-Tipp

Oft gefragt, wie innerhalb eines Sommers mit traditionellen Hängegeranien so lange Blütenkaskaden (bis 2,85 m) möglich sind, hier der Trick: Nur die Triebspitzen der überwinternden Hängegeranien zurückschneiden. Die langen, vorjährigen Triebe schlagen an den Blattknoten mit neuen Verzweigungen aus.

Anne Lorch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.