Holzkohle und Köhlerei

EM-Nutzer haben ein grundsätzliches Interesse an nachhaltig gesunden Böden, an regionalen Stoffkreisläufen und an umweltbewusstem Handeln. All dies kommt bei dem Thema Terra Preta zusammen. EM e.V.-Mitglieder, Bernd Knispel und Manfred Kamrath, aus Goslar haben, als dieses Thema bekannt wurde, einen der letzten echten Köhler im Harz besucht und nutzen seitdem seine Bio-Holzkohle für ihre Zwecke.

Vom 12. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Holzkohle der einzige dem Menschen bekannte Energieträger, der Temperaturen von 800 bis 1200 Grad Celsius erzeugen konnte. Dies wurde benötigt, um Erze verhütten und Metalle verarbeiten zu können. Für die Jahresproduktion z.B. eines Hochofens im 17. Jhd. mussten 25 – 30.000 m³ Holz zu Holzkohle verarbeitet werden. Die Holzkohle wurde von den Köhlern zuerst in Gruben, später in Erdmeilern hergestellt. Das Verkohlen von Holz erforderte harte Arbeit, Entbehrungen, Umsicht und viel Erfahrung. Die Köhler waren Walderemiten, standen mit der Natur auf du und du und lebten vom Frühjahr bis zum Wintereinbruch in den Köhlerhütten bei ihren Meilern. Die Köhlerei war neben dem Bergbau und dem Hüttenwesen die wichtigste Erwerbsquelle der Bevölkerung des Harzes, beide waren unabdingbar miteinander verbunden.

Erst mit dem Auffinden der Steinkohle wurde die Holzkohle als Brennstoff für die Industrie abgelöst. Allerdings hat sie auch heute noch eine außerordentlich wichtige Bedeutung, nicht nur für’s sommerliche Grillen, sondern auch für viele Bereiche unseres täglichen Lebens und der Wirtschaft, z.B. für Filtertechnik, Metallurgie, Medizin, Schwarzpulver, chemische Industrie uvm. In der Harzköhlerei Stemberghaus kann man heute noch das alte Gewerk der Köhlerei erleben. Durch Terra Preta hat sich ein weiteres Anwendungsfeld für Holzkohle eröffnet. Mitglieder des EM e.V. aus unserer Region machten uns vor geraumer Zeit auf die hervorragenden Eigenschaften von Terra Preta aufmerksam und wendeten für ihren Gebrauch unsere ökologische Holzkohle aus reinem Buchenholz unserer Harzer Wälder sehr erfolgreich an (Es werden ausschließlich Resthölzer der Forstwirtschaft verwendet.). Anfänglich konnten wir der Nachfrage nach kleingekörnter Holzkohle gar nicht nachkommen. Durch technologische Veränderungen sind wir jetzt in der Lage, Holzkohlengruß und Holzkohlenmehl aus reinem Buchenholz nach Bedarf bereitzustellen. Buchenholzkohle ist besonders wirkungsvoll, weil sie von den heimischen Holzarten den höchsten Kohlenstoffanteil und die größte innere Oberfläche besitzt, um den höchstmöglichen und perfektesten Siedlungsraum für Mikroorganismen und Pilze zur Verfügung zu stellen.

Peter Feldmer

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