Humus und Bodenleben, Teil 16: Résumé und Ergänzungen (2)

Die Kompostbereitung

Für die meisten LeserInnen ist die Kompostbereitung Routineangelegenheit. Kleingärtner bedienen sich überwiegend der progressiv entstehenden Kompostbereitung. Daran ist nichts auszusetzen, vorausgesetzt sie wird nach spätestens 6 Monaten Materialansammlung dem Kompostiervorgang überlassen. Dieser Prozess wird einer Abbau- und folgenden Aufbauphase überlassen, um es nach spätestens weiteren 6 Monaten als gut vererdetes Kompostmaterial zur Verfügung zu haben. Der professionelle Kompostierer setzt stattdessen eine Kompostmiete auf, die im Laufe der Zeit umgesetzt werden muss. Die Kompostierung ist im Unterschied zur Bokashiherstellung ein aerober Vorgang. Dazu schreibt Dunst (1997) – „Fäulnis und Rotte – die großen Gegenspieler.“ Denn sowohl Fäulnis wie Rotte sind Möglichkeiten, die organische Substanz abzubauen:

  • durch Fäulnis ohne Luft/Sauerstoff und
  • durch die Rotte mit Luft/Sauerstoff

Fäulnis bedeutet Sauerstoffmangel. Bei diesem Prozess entstehen übelriechende Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Es bilden sich giftige Verbindungen wie Indol, Skatol bis hin zu Leichengiften wie Putrescin und Cadaverin. Letztere ziehen Schadinsekten wie Drahtwürmer, Möhrenfliegen, Zwiebelfliegen sowie Kohlfliegen an. Verschiedene Krankheitserreger für Hühnerpest, Schweinepest, Rotlauf, Paratyphus, TBC u.a. werden gefördert. Fäulnisbakterien befinden sich auch in unbehandelter Gülle, Jauche und in Stapelmist. Mit derartigen Materialien werden Bodenfruchtbarkeit und ein gesundes Bodenleben in keiner Weise gefördert.

Das Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit fördernd sind dagegen aerob und mit Mikroorganismen hergestellter Kompost sowie das verschiedentlich beschriebene EM-Bokashi. Die vielen Vorteile eines guten Komposts können u.a. bei Dunst Kompostierung, 1997, nachgelesen werden. Die fachgerechte Herstellung von Kompost erfordert allerdings einen hohen Arbeitsaufwand, auch wenn Kompostwerke leistungsstarke Umsetzmaschinen benutzen. Ein weiteres Manko sind eventuell auftretende Nährstoffverluste. Diese können durch eine eingeleitete Rotte reduziert werden. Trotzdem bewegen sich die N-Verluste um 20%. Darüber hinaus geht Kohlenstoff in Form von CO2 bis zu 30% in die Atmosphäre. Was Kompostzusätze angeht, kann man sich unserer Erfahrung nach auf die Verwendung von EMa und Gesteinsmehle sowie Biokohlengrus beschränken. Mit dieser Methode haben wir ausgezeichnete Erfolge erzielt.

Grundregeln der Bokashi-Herstellung zu Dünger

Das aus dem Japanischen stammende Wort Bokashi bedeutet so viel wie „fermentiertes organisches Material“. EM-Bokashi wird mit organischen Abfällen durch Beigabe von EMa und Zuckerrohrmelasse unter Luftabschluss zur Fermentation gebracht. In diesem Prozess entwickeln sich keine schädlichen Nebenprodukte wie Ammoniak oder Schwefelwasserstoffe (siehe Tabelle 1). Dies ist von ungeahnter Bedeutung, da auch nach der Einbringung in den Boden kaum CO2 und Methan (CH4) gebildet werden. Anstatt dessen entstehen kolloidaler Humus, Polysaccharide, Vitamine, Hormone und Aminosäuren, welche von den Pflanzen direkt aufgenommen werden. Das führt zu einer besseren Pflanzenernährung, erhöhter Fruchtbarkeit der Böden, kräftigt die Pflanze und trägt somit zur Stärkung des Immunsystems bei. Innerhalb dieses Prozesses werden Energieverluste weitgehend vermieden.

Desweiteren produzieren die Effektiven Mikroorganismen als Stoffwechselprodukte die notwendigen Antioxidantien. Hinzu kommt, dass durch das symbiotische Zusammenwirken der obgenannten regenerativen Mikroorganismen ein günstiges Schwingungsfeld entsteht, das Aufbauprozesse dauerhaft fördert. Diese positiven Informationen greifen formend in die umgebenden Lebensprozesse ein und wandeln sich allmählich in gleichschwingende harmonische Energieträger um. Im Unterscheid zu vererdetem Kompost findet bei der Bokashiherstellung keine Oxidation statt, demzufolge gibt es auch keinen Verlust an Kohlenstoff. Somit entstehen bei der Umsetzung (Fermentation) der Ausgangsmaterialien fast keine Verluste, zum anderen fällt auch kein Energiebedarf durch das körperliche bzw. maschinelle Umsetzen an. Das Hauptproblem bei der Herstellung von Bokashi ist nach Auswertung vieler Beispiele die Zusammensetzung der Materialien, dass nämlich das richtige C:N-Verhältnis oft nicht respektiert wird. Wie bereits im EMJournal 30 erwähnt, hat es wenig Sinn, Bokashi z.B. nur aus Rasenschnitt herzustellen. Auch wenn dieser angewelkt wird, um den optimalen Feuchtigkeitsgehalt von 35% zu bekommen, bleibt Rasenschnitt ziemlich eiweißreich, was zu einer N-Überdüngung führen kann und dann geiles Wachstum zur Folge hat.

Umgekehrt ist die Sache bei der Verwendung von Häckselgut aus Baum- und Strauchgut bzw. aus Fichten- und Tannenreisig. In diesem Fall bewirkt ein (zu) weites C:N-Verhältnis eine langsamere Umsetzung im Boden. Hinzu kommt, dass durch die Mineralisation freigewordener Stickstoff zur Umsetzung verwendet wird, was schließlich Ertragsdepressionen zur Folge hat. Die Tabelle mit Angaben über C:N-Verhältnisse soll den Anwendern die Bokashiherstellung erleichtern. Ein ideales Verhältnis wäre 20-25:1. Küchenabfälle haben zufälligerweise dieses optimale Verhältnis; hier muss nur noch der Feuchtigkeitsgehalt stimmen. Relativ ausgeglichen sind auch Wein- und Apfeltrester. Will man z.B. Häckselgut bokashieren, müsste mit N-reichen Materialien wie z.B. Hühnermist (allerdings ohne Antibiotika) bzw. Rasenschnitt oder Ölkuchen der Ausgleich gefunden werden. Bezüglich der Bokashiherstellung für Großbetriebe bzw. Komposthersteller auf kommunaler Ebene wird wegen der gesetzlichen Vorschriften nach der Bokashierung das entsprechende Material vererdet, um es so in unseren Böden zur Anwendung zu bringen. Dagegen kann es beim Kleingärtner, wie oben beschrieben, direkt verwendet werden.

Die Verwendung von Biokohle

Die Ergebnisse der Urbevölkerung im Amazonasbecken sind von ungeahnter Tragweite. Die in diesem Gebiet durch Menschen gebildete fruchtbare Erde, Terra Preta (Schwarzerde), dürfte eines der wenigen Beispiele sein, wo auch anthropogene Einflüsse nachhaltig fruchtbare Böden geschaffen haben. Die Artikel von Dr. Haiko Pieplow „Das Terra Preta Phänomen: Modell für eine nachhaltige Boden – nutzung …“, EMJournal 29 und „Terra Preta in der Praxis“ von F. P. Mau, EMJournal 31, zeigen wie Terra Preta entsteht bzw. wie Terra Preta in unseren Breiten erfolgreich zum Einsatz kommt.

Die Herstellung von Terra Preta

Mit den folgenden Abbildungen möchten wir ein weiteres Beispiel zeigen, wie Biokohle selbst hergestellt werden kann und wie sie mit Kompost und Bokashi kombiniert zum Einsatz kommen kann. Hier mischt man dem Kohlengrus EMa bei. Nach der üblichen Kompostierdauer von 3-6 Monaten kann die so bereitete Terra Preta zur Anwendung kommen. Ähnlich wie bei der Kompostherstellung kann Biokohle dem Bokashi beigemengt werden.

Das Bokashi

Holzkohlebokashi kann auch aus Traubentrester, Weizenkleie, Ölkuchen, EMa und Zuckerrohrmelasse hergestellt werden. Die im Herbst gewonnenen Traubentrester wurden beim Autor mit der Zementmischmaschine, wie oben beschrieben, vermischt und in verschiedene Behälter (insgesamt 1.000 l) zur Bokashierung gebracht. Nach bereits 3 Wochen war das Bokashi fertig, so dass es schon Ende Oktober/Anfang November auf die verschiedenen Gartenparzellen gebracht und leicht eingehackt werden konnte. Die Beete wurden dann wieder mit Mulch abgedeckt. Eine weitere Bearbeitung war nicht nötig. Wir erhielten auch von einigen Bokashi-Anwendern den Hinweis, dass gut gelungenes Bokashi, vor allem aus Ölkuchen und Kleie zubereitet, Wühl- und Feldmäuse anzieht. Ein mit Holzkohle versehenes Bokashi würde und wird von den kleinen Säugern bestimmt nicht mehr aufgenommen.

Dr. Manfred Kriegl und Heidi Rudolph

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