Humus und Bodenleben, Teil 16: Résumé und Ergänzungen (3)

Mist und andere tierische Abfälle zu Dünger bereiten

Allgemeines zu Mist- und tierischen Abfällen

Ziel dieses Artikels ist es, darzustellen, wie alle anfallenden, organischen Abfälle von Tieren zu hochwertigem Dünger werden, damit schließlich durch optimale Bodenbearbeitung ein Höchstmaß an Humus und Bodenleben entsteht. In der Tat ist vielen Menschen nicht bewusst, dass große Mengen Biomasse wie nicht behandelter Mist bzw. große Mengen eingeackertes Maisstroh eine Humusreduzierung zur Folge haben. In dem Zusammenhang weisen wir noch einmal auf die Bedeutung der reduzierten Bodenbearbeitung und das Mulchen hin. Die berühmten Humuspäpste des vorigen Jahrhunderts, Raoul Francé und Annie Francé-Harrar, wiesen schon mit Nachdruck auf die weltweit alarmierenden Humusverluste unserer Anbauflächen hin. Obwohl das Ehepaar den gesamten Planeten u.a. auch das Amazonasgebiet bereist hatte, ist ihnen die fruchtbare Schwarzerde Amazoniens, Terra Preta, offenbar nicht bekannt geworden. Unseres Erachtens kann diese „alte“ Technologie weltweit zur Humusstabilisierung eingesetzt werden.

„Mist ist Mist, so lange er kein Dünger ist“

Der breiten Masse im praktizierenden Anbau sind die Nachteile des unbehandelten Mistes und der unbehandelten Gülle nicht bekannt. Auch in landwirtschaftlichen Schulen wird kaum eine optimale Mistveredelung gelehrt. Dem gegenüber gibt es zahlreiche Autoren, die beschreiben, wie man Mist auf eine höhere Stufe bringt, z.B. Erhard Hennig (2002), Seifert (1982), Kreuter (1984), Storl (1988), Richtberg (1996), Koepf (1984), Pommeresche (2004), Tompkins und Bird (1989), Pfeiffer (1987). Vor allem die Hinweise im Werk von Anni Francé-Harrar „Die letzte Chance – Für eine Zukunft ohne Not“ (kürzlich nachgedruckt), deuten auf diese Notwendigkeit hin. Schon 1971 bemerkt Seifert in „Gärtnern, Ackern ohne Gift“, man möge dem anfallenden Mist verschiedener Tiergattungen ein Dreißigstel bis zu einem Zwanzigstel lehmige Erde zusetzen. Diese „unzumutbare“ Mehrarbeit lohne sich, will man nicht die Hälfte des Mistes ins Grundwasser versickern lassen. Er weist besonders auf die Nützlichkeit des Mistkompostes für schwere und verdichtete Böden hin. Dabei ist es wesentlich, diese Art „Wertschätzung“ nicht zu vergraben, d.h. unterzupflügen, sondern oberflächlich leicht einzuarbeiten. Anni Francé-Harrar zitiert Isidorus aus dem Jahr 1779, der erklärt, wie z.B. Pferdemist zu behandeln ist, um ihn schließlich als Dünger zu nutzen. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass erst ab dem 18. Jahrhundert Nutztiere in gebaute Unterkünfte kamen, um sie während der Wintermonate zu füttern und um Mist zu erhalten. Dass zu diesem Zeitpunkt die Mistqualität nicht die beste war, ist verständlich. Weniger verständlich ist allerdings, dass nach 300 Jahren immer noch Mist Mist ist, d. h. ohne ihn zu dem zu machen, was er sein soll, nämlich zu Dünger.

Wie verwandelt man Mist in Dünger?

Sieht man von der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise nach Rudolf Steiner ab, wo Mist und Gülle/Jauche und Kompost durch die sechs Kompostpräparate belebt werden, dann bleibt nur noch die von den erwähnten Autoren empfohlene Kompostierung des Mistes. Dadurch können neben der nötigen Humuswirkung hochgefährliche Krankheitserreger wie Milzbrand, Paratyphus, TBC oder Starrkrampf durch biologische Vorgänge während der Kompostierung unschädlich gemacht werden. Wir wiesen bereits darauf hin, dass diese Ergebnisse wohl nicht nur durch die hohen Temperaturen, sondern auch durch die im Kompost von Mikroorganismen gebildeten, natürlichen, antibiotischen Stoffe erreicht werden.

Dazu beschreibt Hennig als Beispiel zwei Nachbarbetriebe. Einer, konventionell wirtschaftend, mit hohen Dosen synthetischer Düngergaben und Fäulnismist. Als seinerzeit in vielen Landesteilen von Hof zu Hof die Maul- und Klauenseuche (MKS) grassierte, fielen dort viele Wiederkäuer der Seuche zum Opfer. Dagegen grenzte eine Viehweide eines ökologisch wirtschaftenden Betriebes unmittelbar an die Weide dieses Betriebes. Obwohl beide Herden zusammenkamen, blieben die Tiere des Ökobetriebes von der MKS verschont. Die so hergestellten Mistkomposte stellen neben einer langsam fließenden Spurenelementquelle ein reichhaltiges Stickstoff- und Phosphorsäurekonzentrat dar. Als weitere positive Ergebnisse sind die Förderung der frei im Boden lebenden, Stickstoff sammelnden Bakterien (Azotobacter), der Knöllchenbakterien auf Leguminosen sowie ein erhöhtes Vorkommen von Mykorrhizen, welche zur Phosphor-Versorgung der Kulturpflanzen beitragen, zu sehen. Somit besitzt Mist die unterschiedlichsten Wirkungsweisen, nämlich die der schädlichen Nebenwirkungen von verwendetem „Normalmist“ bis zur homöopathischen Beeinflussung des Präparats BD 500 als Bodenbeleber. Letzterer ist ein Endprodukt bei der bio-dynamischen Herstellung von Hornmist.

Die weiterentwickelte Mistpflege

Anni Francé-Harrar führt 14 Stoffe als Schöpfer für unsere Erdrinde auf. Im Einzelnen sind dies: Kieselsäure, Kalk, Kohlensäure, Tonerde, Kali, Natrium, Phosphorsäure, Schwefelsäure, Chlor, Magnesia, Eisenoxyd, Mangandioxyd – das sind 13, und das 14. Element ist Wasser. Bei der Verwendung von Urgesteinsmehl und Tonerde sind nach unserem Ermessen alle Stoffe in optimaler Menge enthalten. Mit der Verwendung von EMa erzielt man eine rasche Umsetzung, vor allem kann es bei der Verwendung von mindestens 1 Liter EMa/m3 keine Fehlentwicklungen geben. Bezüglich der Aufwandmengen schlagen wir bei Schwachzehrern im Garten 40-80 kg pro 100 m², d.h. 4-8 Eimer, bei Starkzehrern 200- 350 kg pro 100 m² (Kohlgewächse, Kürbisse, Tomaten, Kartoffeln), d.h. 20-35 Eimer, vor.

Andere tierische Abfälle und deren Pflege

Gülle und Jauche

Das Ökodorf Kaindorf bei Hartberg (Steiermark) setzte sich in diesem Jahr als Schwerpunktprogramm die Behandlung von Gülle und Jauche mit Biokohle zum Ziel. Dabei ändert sich nichts an den vorherigen Empfehlungen für Urgesteinsmehl und EMa, hinzu kamen jedoch Beimengungen von Holzkohlegrus. Auf unseren eigenen Gartenflächen haben wir inzwischen verschiedene Pflanzengüllen ebenfalls mit Urgesteinsmehl, EMa sowie einigen Prozenten Holzkohlengrus mit gutem Erfolg verwendet. Eine auf diese Art hergestellte Pflanzenjauche hat noch weniger üble Gerüche und scheint von den Kulturen besser vertragen zu werden.

Mulch im Wein- und Obstbau

Ähnliche Ergebnisse erwarten wir bei der Kombination von Mulch mit der Beimengung von Biokohle im Wein- und Obstbau. Diesbezüglich warten wir noch auf die Ergebnisse einiger engagierter Obst- und Weinbauern. Zuletzt:  Die Meinung, dass Bokashi aus Küchenabfällen bzw. aus Ölkuchen, Getreideschrot oder Kleie die Feld- und Wühlmäuse anzieht, kann als Gerücht abgetan werden, wenn dem Bokashi neben EMa und Zuckerrohrmelasse zusätzlich Holzkohlengrus beigemengt wird.

Nun wollen wir noch die „drei E“ präsentieren: Lothar Hirneise gibt in seinem Buch „Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe: Enzyklopädie der unkonventionellen Krebstherapien“ (2007) den drei „E“ (Ernährung, Entgiftung und Energie) eine besondere Bedeutung. Wir vertreten die Auffassung, dass Boden und Pflanze ähnlich reagieren wie der Mensch.

Dr. Manfred Kriegl und Heidi Rudolph

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