Schweiz: EM-fermentiertes Öl

In Prof. Higas 2007 auf Deutsch herausgekommenem Buch Neues Leben aus fermentierten Küchenabfällen habe ich über fermentiertes Frittieröl gelesen. Daraufhin habe ich mir gebrauchtes Speiseöl besorgt und nach Anleitung (Seite 51) angesetzt. Die Flaschen habe ich im Küchenkasten gelagert und beobachtet. Nach vier Wochen war da noch kaum eine Veränderung. Kurz und gut, mein erster Versuch war erst nach einem halben Jahr abgeschlossen! Aber wie! Das Öl duftete herrlich säuerlich und war obenauf ganz klar. Meinen nächsten Versuch habe ich im Fermenter gemacht, (in dem ich sonst mein EMa herstelle), da reichen vier Wochen. Im Laufe der Fermentation setzt sich am Boden ein Satz ab, den ich mit trockenem Material (Kleie, Schrot, Erde, etc.) mische, und dann es als beste Starthilfe in den Bokashikübel fülle.

Aber was mache ich jetzt mit dem Öl? Die Antworten in der EM-Szene auf meine Fragen waren dürftig. Der Versuch Katzengras damit zu düngen ist fehlgeschlagen. Das Öl ist an den Gräsern hängen geblieben und hat diese bokashiert! Inzwischen habe ich meine Erfahrungen gesammelt: Einen Esslöffel voll ins Badewasser und sie sind von Kopf bis Fuß gesund und billig gepflegt. Aber Achtung! Die Menge einhalten, sonst werden sie zur Ölsardine. Ein paar Tropfen ins Fußbad. Ich habe alle unsere alten Möbel mit diesem Öl eingerieben, sie strahlen in neuem Glanz. Von der positiven Energie ganz zu schweigen. Ich habe meine Hochbeete innen und außen damit eingepinselt. Ich massiere in meinen dunklen Marmor der Küche ein paar Tropfen ein, vor allem um die Wasserhähne und Spülbecken. Dieses fermentierte Öl ist meiner Ansicht nach wieder hochwertig. Ich verwende es auch in kleinen Mengen in der Salatsauce.

Im Buch Duftbotschaften von biblischen Düften und Salben von Claudia Schindler-Hermann habe ich ein ganz einfaches Rezept zur Salbenherstellung gefunden. Ich habe noch ein paar Tropfen Rosen- und Salbeiöl dazugegeben. Nach dem Motto der Heiligen Hildegard: „Denn der Duft von Salbei tröstet und der Duft der Rose erfreut den Menschen.“ Diese Salbe brauche ich als Hand- und Fusscrème. Für Allergiker ist dies sicher eine Möglichkeit, aus frischem, hochwertigem Öl sich die eigenen Pflegeprodukte herzustellen. Frisch gewagt ist halb gewonnen!

Auf 200 ml Öl kommen 10ml EM·1 plus 30 ml 20-fach verdünnte Melasse; gut mischen und luftdicht verschlossen stehen lassen.

Jacqueline Crivelli-Müller

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