Todkranker Patient gerettet! Hilfe für Straßenrandlinden in Hamburg-Eilbek

Eine kümmerliche alte Linde in meiner Wohnstraße war der Auslöser. Las ich nicht in den EM-Veröffentlichungen, EM habe schon diesen oder jenen schwer erkrankten Patienten geheilt?

So machte ich mich 2009 daran, diesen kranken Baum mehrfach mit EMa zu versorgen (100 l in der üblichen Verdünnung 1:50). Günstig war dabei, dass der Baum mit vier Einfüllrohren versehen ist und der Boden zur einen Seite zwar durch die vorbeiführende Straße versiegelt ist, zur anderen Seite sich aber eine Rasenfläche befindet, in die ich Löcher bohren konnte, um die Flüssigkeit auch im äußeren Kronenbereich einzufüllen.

Zunächst kein Interesse an EM

Warum aber sollte sich eigentlich die Stadt nicht auch an diesem Versuch beteiligen? Erste Vorsprache beim zuständigen Bezirksamt Wandsbek/ Abteilung Straßenbegleitgrün führten nur dazu, dass ein Baumgutachter den erbärmlichen Zustand des Baumes bestätigte: „Der wird in absehbarer Zeit wohl gefällt werden müssen. Er ist sicher von Pilz befallen.“ Gleichzeitig sah man aber keinerlei Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung an einer Gesundungsmaßnahme. Auch auf Landesebene wurde der Vorschlag einer Versuchsreihe an und um diesen Baum zunächst abgewiegelt. EM sei bereits erprobt und für ineffektiv befunden worden. (Bei näherer Nachfrage stellte sich heraus, dass man sich auf einen Versuch in Süddeutschland im Bereich Gemüseanbau bezog. Mein Gespräch mit dem Institut dort ergab: Man habe EMa analysiert und festgestellt, dass nach der Vermehrung von EM·1 ja nur Milchsäurebakterien übrig blieben.) Kurz: Es lagen keinerlei qualifizierte Erfahrungen in Hamburg vor. Vielleicht führte dieser Umstand zusammen mit meiner Beharrlichkeit, in der hiesigen Umweltbehörde immer wieder nachzufragen, und vielleicht auch die Neugier eines gesprächsbereiten Mitarbeiters in der Behörde dazu, dass das Projekt doch zustande kam.

Zusammen mit der Umweltbehörde

Die Umweltbehörde zahlte die materiellen Mittel für einen dreijährigen Versuch, die Fa. EMIKO stellte den Bodenaktivator zum Selbstkostenpreis zur Verfügung, und freiwillige Helfer erbrachten mit mir die notwendigen Arbeitsleistungen. Der Versuch wurde an neun Linden durchgeführt, vier davon voll ausgewachsen (Alter vermutlich um 60 Jahre), vier deutlich jünger und eine Neupflanzung. Zum Vergleich sollten die Bäume auf der anderen Straßenseite dienen. Einer der jüngeren Bäume wurde nur mit Dünger, Gesteinsmehl und klarem Wasser versorgt. (Die jüngeren Bäume wurden mit einbezogen, weil deren Wurzeln noch leichter erreichbar sind.) Zu Beginn des Projektes zeigte sich das Bezirksamt schließlich doch überraschend kooperativ und bezahlte die Arbeit von zwei Gartenbauarbeitern, die die sehr schlechte Schottererde im Wurzelbereich sämtlicher Bäume gegen guten Mutterboden mit Kompost austauschten. Die vier ausgewachsenen Versuchsbäume wurden zweimal im Jahr (März/April und Oktober/ November) jeweils versehen mit:

– 8 kg Bentonit/Urgesteinsmehl
– 5 kg Bokashi/Animalin (Neudorff-Naturdünger)
– 250 g Keramikpulver
– 10 l EM-Bodenaktivator in 100 l Wasser

Die kleineren Bäume erhielten entsprechend weniger. Der eine jüngere Vergleichsbaum erhielt keine EM-Stoffe. Dieser Vorgang (einschließlich des Erdaushubs) wurde im Herbst wiederholt. Während des Sommers erhielten die Bäume zweimal nur die EM-Gießung.

Ergebnis und Aussicht

Nach drei Jahren ist das Projekt nun abgeschlossen. Die ausgewachsenen Linden zeigen keine sichtbaren Veränderungen gegenüber den unbehandelten Bäumen in der Straße. Die drei jüngeren Vergleichsbäume lauben zuverlässig jedes Jahr 7-10 Tage später ab als der junge Vergleichsbaum. Eigentlich ist schwer vorstellbar, dass die Bäume nicht alle von der Zuwendung und der Hilfe profitiert haben, auch wenn zunächst nichts deutlich sichtbar ist. Die Natur braucht Zeit und sie hat Zeit. Deshalb kann ich die Bäume in den nächsten Jahren beobachten und sehen, ob nicht längerfristig doch ein wie auch immer gearteter Erfolg zu sehen ist. Der eigentlich todkranke Baum aber scheint geheilt. Die Zuständigen des Wandsbeker Gartenbauamtes haben bei einem Besuch in diesem Frühjahr bestätigt: Der Baum ist von den übrigen in der Straße in Bezug auf seinen Gesundheitszustand nicht mehr zu unterscheiden. Mit dem EM e.V. war ich von Anfang an in Gespräch, unterstützt seit Jahren mit Rat und auch mit Material (EM·1 und Melasse) für das EMa, das ich ansetze. Ich gebe zu: Ich hätte mir gewünscht, auch den anderen behandelten Bäumen ginge es merklich besser als den unbehandelten. Schließlich haben sie uns EM-Helfern viel, viel Arbeit gekostet.

Aber das Entscheidende ist und bleibt: Ein sonst vermutlich todgeweihter Baum wurde durch die EM-Behandlung gerettet. Und nicht zu unterschätzen ist ein zusätzlicher Effekt: die Wandsbeker Gartenbau-Behörde denkt inzwischen anders über EM.

Ive Hauswald

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