Vom guten Werkzeug

Sie halten ewig, erleichtern das Arbeiten und verbessern die Bodenqualität.

Ein Plädoyer für Gartengeräte aus Kupfer.

In der Serie Humus und Bodenleben von Dr. Manfred Kriegl und Heidi Rudolph, die nun schon seit dem EMJournal 14 (November 2005) fortgesetzt wird, wurde kürzlich ( EMJournal 27) auf die Bedeutung von Kupferwerkzeugen hingewiesen. Dort wurde auch der Hersteller dieser von Viktor Schauberger neu vorgeschlagenen Werkzeugen erwähnt, Johannes Stadler aus Bad Ischl, der uns daraufhin diesen weitergehenden Artikel der Wiener Journalistin Julia Kospach zur Verfügung gestellt hat.

Es gibt ein kleines Gedicht von Hermann Hesse, das man als Gärtner- Gebet in Wunschzettelform deuten könnte. Der Dichter wünscht „…den Wetterzauber gegen Hageltücken, / Vom Stall zum Hause einen kleinen Lift,/ Und jeden Abend einen neuen Rücken.“ Letzteres ist besonders relevant, denn wie alle guten Gärtner verbrachte sicher auch Hesse die meiste Zeit im Garten auf den Knien und mit gebeugtem Rücken. Der Kreuzschmerz kommt bestimmt, wenn man ihm nicht vorbeugt. Zur Vorbeugung gehört das richtige Werkzeug. Man möchte gar nicht glauben, um wie viel leichter das ganze Buddeln, Graben und Jäten geht, wenn man es mit gutem Gerät tut. Abgesehen davon erfreut kaum etwas so zuverlässig und langfristig wie gutes Werkzeug.

Ein solches hervorragendes Werkzeug ist zum Beispiel die Feldhaue „Sirius“ der Bad Ischler Firma „PKS-Gartengeräte aus Kupfer“. Normalerweise sind Feldhauen, mit denen sich Beete am besten fürs Bepflanzen vorbereiten lassen, ziemlich schwer und klobig. Je nach Bodenbeschaffenheit muss man ordentlich kräftig ausholen und hinhauen, um sie in die Erde zu kriegen. „Sirius“ ist im Vergleich federleicht. Die Kupferhaue wiegt insgesamt nur 900 Gramm. Dazu hat sie einen ergonomischen Stiel aus Lindenholz. Er ist nicht rund und gerade wie sonst bei langstieligen Gartengeräten üblich, sondern oval und besitzt eine Krümmung für bessere Hebelwirkung. Zum Stielende hin verjüngt er sich und läuft schließlich in einen Holzknauf aus, der verhindert, dass man beim Arbeiten abrutschen kann. Und dann sind da noch eine ganze Reihe anderer Vorzüge, die „Sirius“ und alle anderen Gartengeräte aus Kupfer gegenüber handelsüblichen Geräten aus Eisen besitzen: Kupfer hat weniger Reibungswiderstand als Eisen. Es ist elastischer und verhältnismäßig weicher, sodass die Kanten durch den Gebrauch scharf bleiben. Dadurch rutscht das Kupfer-Material sehr viel leichter in die Erde. Das macht die Arbeit leichter und kraftsparender.

Einmal gehärtet sind Geräte aus Kupfer sehr langlebig. Anders als bei Eisen- oder Stahlgeräten können Schrammen in den Kanten ausgeklopft, der Schliff wie bei einer Sense nachgeschärft werden. Sie rosten nicht, sie brechen nicht, Grünspan kriegen sie nur, wenn man sie Essigsäure aussetzt. Das einzige, was sie bekommen, ist Patina – und das macht sie nur schöner. Kupfer ist außerdem eines der Spurenelemente, das ein fruchtbarer Boden dringend braucht. Fehlt es, können sogar Ernten ausfallen. Bearbeitet man seinen Gartenboden also regelmäßig mit Kupfergartengeräten, kann die Qualität der Erde mit der Zeit verbessert werden. Denn durch den Abrieb, der bei der Arbeit entsteht, gelangen winzige Mengen Kupfer in die Erde. Die Ischler Firma „PKS-Gartengeräte aus Kupfer“ steht auf dem Grün-Werkzeug-Markt ziemlich konkurrenzlos da. Was sonst als Kupfergeräte angeboten wird, ist zumeist nur verkupfertes Eisen. Und das ist eine Augenauswischerei. „Unsere Geräte entstehen in Handarbeit und sind darauf ausgelegt, dass man ein Leben lang mit ihnen arbeiten kann. Kupfer ist ein weiches Metall, das mit dem Hammer kalt geschmiedet wird“, erklärt Johannes Stadler, Chef der Bad Ischler Firma, die vor knapp 15 Jahren mit nur einer Handvoll verschiedener Geräte und einigen hundert verkauften Stück jährlich begonnen hat.

Mittlerweile hat die Firma 26 verschiedene, selbst entwickelte Gartengeräte im Repertoire – von kleiner Handkralle und drei verschiedenen Handschauferln über Jätschlinge und Kräutersichel, Setzdorn und Sauzahn, bis zu Rechen, Kantenstecher, Dreizack, Pendelhacke, Spaten, Bodenlockerer oder Wein- und Ziehhaue. Seit kurzem gibt es sogar einen eigenen besonders leichten und handlichen „Damenspaten“. Die ursprüngliche Idee zu den nützlichen, Boden verbessernden Gartengeräten stammt vom Bad Ischler Erfinder, Naturforscher und Bioenergetiker Viktor Schauberger. In Schauberger-Zirkeln wurden schon in den 1950er Jahren kleine Serien von Kupfer-Geräten hergestellt. Johannes Stadler griff die Idee auf und entwickelte gemeinsam mit einem Kunstschmied im Lauf der Jahre die Gerätepalette. Inzwischen hat ein Kunstschmied-Team in Ungarn die aufwendige Herstellung übernommen.

Reines Kupfer wäre zu weich. Die Kupferplatten, aus denen die Geräte gemacht werden, enthalten sechs bis acht Teile Zinn – es handelt sich also eigentlich um Bronze. Reines Kupfer wäre zu weich. Das ideale Verhältnis zwischen Festigkeit und Elastizität zu finden, war eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung der Geräte. Ein Werkzeugmacher konstruierte Spezialmaschinen und Schablonen, mit denen die Kupferrohlinge ausgestanzt werden. Gut ein weiteres Dutzend komplexer Arbeitsschritte ist nötig, bis ein PKS-Gerät in den Verkauf gehen kann. Ein Firmenporträt in der renommierten britischen Zeitschrift „Gardens Illustrated“ brachte vor ein paar Jahren einen ungeheuren Bestellschub aus dem gartenverrückten englischen Raum, wo die Bad Ischler inzwischen ein gutes Drittel ihres Umsatzes machen. Die englischen Gärtner wissen eben, was gut ist.

Julia Kospach ist Journalistin und Buchautorin und lebt in Wien. Zuletzt erschien ihr Gartenratgeber „Der grüne Daumen“ (Sanssouci Verlag 2008).

Info und Bestellung der Gartengeräte: PKS Gartengeräte – www.kupferspuren.at

Julia Kospach

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