Von der Miniermottenabwehr zum Terra Preta Bokashi

Im EMJournal 28 (Mai 2009) haben wir zum ersten Mal über das Projekt zur Hilfe von Kastanien im öffentlichen Raum in der Gemeinde Ihringen am Kaiserstuhl berichtet. Initiator, treibende Kraft und unermüdlicher Werber für EM in der Region ist unser Mitglied Hans Gugel, der nicht nur hunderte von Stunden, sondern auch eine große Summe eigenen Geldes in das Projekt investiert hat. Er schickte uns diese ausführliche Rückschau des ambitionierten Projektes – hier der 2. Teil.

Prächtige Kastanien auf dem jüdischen Friedhof Ihringen

Regionale Stoffkreisläufe schließen

Dem Team der ISG war es seit Beginn des Projektes ein ernsthaftes Anliegen, mit Bodenanalysen der Bevölkerung aufzeigen zu können,was sich durch unsere Aktionen mit den Effektiven Mikroorganismen (EM) im Boden verändert. Die erwähnte 500-Euro-Spende wurde für diesen Zweck eingeplant. Und fast wie gerufen ergab sich im gleichen Zeitraum ein schöner Kontakt zur „Öko-Revison“ von Rainer J. Ott in Marktheidenfeld. Der 80-jährige, noch immer vitale Agraringenieur und Radiästhet hatte spontan seine Unterstützung zugesagt. Er testet in seinem Labor im Bio-Resonanzverfahren (Bovis-Simoneton). Die guten Ratschläge aus seiner 50-jährigen Berufserfahrung im ökologischen Landbau und die kurzfristig und kostengünstig erstellten Bodenanalysen öffneten uns weitere Möglichkeiten für unsere Projektarbeit.

Parallel zur Behandlung der verschiedenen Kulturen war es unserem Team ein ernsthaftes Anliegen regionale Stoffkreisläufe zu schließen: „Wir lassen in Zukunft keine organischen Abfälle mehr kaputt gehen.“ Unter dieser Prämisse verarbeiteten wir im Herbst 2010 an mehreren Aktionstagen alle organischen Abfälle der Gemeindegärtnerei zu Bokashi. Im ersten Jahr legten wir in meinem eigenen Garten mehrere Mieten Bokashi mit geschreddertem Material an, im zweiten Jahr erreichte diese Arbeit eine weitaus größere Dimension. Diesmal standen uns ein komplettes Fahrsilo (für Silage) und größere Maschinen zur Herstellung von Terra-Preta-Bokashi zur Verfügung. Im April 2011 konnten wir mehr als 30 Kubikmeter von diesem wertvollen organischen Material unseren Kulturböden wiederzurückgeben. Dazu zählten das gesamte Laub und die Früchte von allen Kastanienbäumen in der Gemeinde, das über die Fermantation mit EM zu wertvollem Bokashi wurde. In einer Sonderaktion wurde es auf den Baumscheiben der „Projektbäume“ in Bohrlöcher in den Boden eingebracht.

Auch im Weinbau

Mein Heimatort ist eine bekannte Weinbaugemeinde mit über 600 Hektar Rebflächen. Um die vielen Winzer einzubeziehen, gliederten wir 2010 der ISG einen Arbeitskreis Weinbau an. Die Versuche in mehreren Rebparzellen laufen in diesem Jahr in der 3. Phase aus. Die bis jetzt sichtbaren und messbaren Ergebnisse sind für alle Beteiligten hochinteressant. Dadurch wurden auch in diesem Bereich neue Interessenten für unsere Sache gewonnen. Auf mehreren Rebgrundstücken wurde der Boden mit diesem wunderbaren „Abfallprodukt“ bedeckt und mit einer EMa-Lösung übergossen. Vorher war als „Starthilfe“ Gesteinsmehl und mit EMa geimpfte Zuckerrübenvinasse auf dem Boden ausgebracht worden.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die radiästhetischen Bodenanalysen von Herrn Ottzeigten erfreuliche Veränderungen. Auffällig waren die Steigerung des Humusaufbaus, die Regulierung des pH-Werts, die Reduzierung von Schadstoffen wie Toxinen und Schwermetallen und die stark gestiegenen positiven Werte bei der Messung der Schwingungen in Boviseinheiten. Im Rebversuch konnten wir durch das Einbringen von Terra-Preta-Bokashi innerhalb einer Vegetationsperiode eine Verbesserungim Humusaufbau von knapp einem Prozent erreichen. Solche Werte sollten Winzer und Landwirte wachrütteln! Die sichtbare Vitalität der Bäume und der Bewuchs mit vielfältigen Gräsern auf den Baumscheiben sowie in den Rebgassen begünstigen eine ungestörte Fotosynthese. Bei diesem Vorgang werden große Mengen Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre gebunden und der lebensnotwendige Sauerstoff bereitgestellt. Bei einer 100-jährigen Kastanie treten pro Stunde etwa 1,7 Kilogramm Sauerstoff aus den Spaltöffnungen der Blätter. Das ist soviel Sauerstoff, wie 50 Menschen benötigen, um eine Stunde zu atmen!

Hilfe auch für die Nachbarn

Im März 2010 hielt ich in der Nachbargemeinde Endingen einem Vortrag über unser Projekt, das auf großes Interesse stieß. Bereits zwei Wochen später konnten wir von der ISG einem kleinen Arbeitsteam aus der Stadt Endingen „Anschubhilfe“ zu einem eigenen Baumprojekt geben. Ein im ganzen Land bekannter ca. 20km langer Wanderweg führt von Endingen aus quer über den Kaiserstuhl nach Ihringen. Am Stadtrand von Endingen wird eine Allee mit 125 Kastanienbäumen durchwandert, von denen viele 100 Jahre alt sind. Bei der kurz darauf erfolgten Vereinsgründung stand der Vorstand der ISG Pate. Unsere Erfahrungen und die aktive Unterstützung bei der Herstellungvon EMa wurden dankend angenommen. Seit dem vergangenen Jahr werden 25 Bäum ein dieser Allee nach den von uns gesammelten Erfahrungen gegen die stark auftretende Miniermotte behandelt. Noch in diesem Jahr soll hier ein EM-Lehrpfad eingerichtet werden. Hinweistafeln weisen jetzt schon auf Baumpaten der alten Kastanien hin.

Abschluss und Aussicht

Begutachtung von fertigem Terra-Preta-Bokashi im Frühjahr 2011

Der Einsatz der Materialien der EM-Technologie und von Terra-Preta-Bokashi zeigte nach der dreijährigen Pilotphase bei allen behandelten Kulturen einen deutlichen Wachstumsschub. Die Vitalität aller behandelter Bäume wurde enorm gesteigert, die Blätter und Früchte wurden größer und kräftiger und die Baumkronen insgesamt dichter. Der Graswuchs unter den Bäumen war wesentlich stärker als bei den unbehandelten. Eine weitere positive Feststellung: das Blattwerk blieb bis zum ersten Frosttag, 2010 Mitte Oktober und 2011 bis November fast komplett und schön herbstlich gefärbt erhalten. Nach der letzten Präsentation dieses dreijährigen Projektes im November 2011 fand die turnusgemäße Jahreshauptversammlungder ISG statt. Ich konnte meinen Posten als 1. Vorsitzender an meinen bisherigen 2. Vorsitzenden abgeben. Die Arbeit zum Schutze unserer Kulturen wird von dem neuen Vorstand weitergeführt. Dadurch habe ich wieder mehr „Luft“ für weitere Umweltprojekte mit der EMTechnologie.

Im Oktober 2011 gelang es mir, in Freiburg-Haslach den Pfarrer der Melanchthonkirche, Dr. Jochen Kunath, für ein Projekt mit einer wunderschönen 100 Jahre alten Kastanie zugewinnen. Herr Kunath überzeugte dafür seine diesjährigen Konfirmanden. Das Sammeln der Kastanienblätter, das anschließende Bokashieren und die Behandlung des Bodens waren für diese jungen Menschen genauso neu und faszinierend wie das Ausbringen der Produkte der EM-Technologie bei den jetzt noch laufenden Gießaktionen. Auch zu diesen Arbeitseinsätzen und zu meinem Vortrag wurde die lokale Presse eingeladen. Die gut dargestellte Berichterstattung führte zu den erwünschten Rückmeldungen von Seiten der Bevölkerung. Ebenso wie z.B. meine Vorträge bei der Mitgliederversammlung des EM e.V. in Peiting, beim rührigen Heimatvereins in Krumbach in Bayern und an anderen Orten ziehen die guten Nachrichten weiter ihre Kreise. Am Schlussbleibt die Wahrheit: Es gibt wirklich nichts Gutes, außer man tut es.

Nach meinem Vortrag bei der Bundesversammlung des EM e.V. im Mai 2010 in Peiting in Oberbayern galt es viele Telefonanrufe und Mails zu beantworten. Im November 2011 war ich auf Einladung des sehr rührigen Heimatvereins in Krumbach in Bayern, in der Stadt der Bäume, wie Krumbach in den Prospekten genannt wird, mit einem Vortrag und einem Workshop aktiv tätig. Auch bei dieser Aktion war von Seiten der Umweltverbände und der öffentlichen Presse ein großes Interesse an der machbaren Hilfe für kranke Kulturen geweckt worden. Am Beginn der Behandlung der Bäume und anderer
Kulturen sollte die Frage stehen: „Was kann der Boden leisten?“ Eine ausgewogene Nährstoffdynamik stellt die beste Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung unserer durch den Klimawandel gestressten Kulturen dar.

Lasst uns nützlich sein! Weg von der Chemie, sei es vom Dünger als auch beim Pflanzenschutz. Die Würde der Pflanze ist zu schützen! Weg von der Ausbeutung unserer Böden, hin zum Kreislaufdenken.

Lesetipp:
 Ein guter Bericht über das Ihringer Projekt findet sich bei: www.futurzwei.org/#89-ihringer-schutzgemeinschaft

Hans Gugel

Kontakt: „EM-Kaiserstuhl“ – Vertrieb von ökologischen Produkten – www.em-kaiserstuhl.de

 

 

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