Internationaler EM-Mudball-Day

Über den aktuellen Zustand öffentlicher Gewässer wurde im EMJournal 77 berichtet und aufgezeigt, welche Faktoren das natürliche Ökosystem eines Sees beeinträchtigen können. Verschiedene Rettungsaktionen mithilfe von EM wurden beschrieben und eine davon ist das Versenken von EM-Mudballs im Gewässer.

Zwar bietet eine Kombination aus flüssigem EM und festen EM-Mudballs – auch Dangos oder Bokashi-Bälle genannt – die größte Chance auf eine erfolgreiche Gewässersanierung, aber auch ausschließlich EM-Mudballs können zu einer Verbesserung des Allgemeinzustands eines Gewässers beitragen. Die Bälle sinken in den Schlamm auf dem Grund des Gewässers und transportieren EM in das Sediment, in dem es zu arbeiten beginnt.

Bereits vor zehn Jahren wurde der mittlerweile jährlich am 8. August stattfindende International EM-Mudball-Day in Südostasien ins Leben gerufen. Seit 2012 finden auch in Europa Aktionen zur Gewässersanierung mit EM-Mudballs statt.

Ab dem Jahr 2022 wird dieser Tag mit besonders großem Spektakel begangen: In einer gemeinsamen Aktion mit der EMRO, zahlreichen EM-Vereinen weltweit, Stammtischbetreibern und den jeweiligen aktiven EM-Begeisterten werden am 8. August weltweit tausende EM-Mudballs in Gewässer geworfen. Allein in Deutschland liegt die Ziellinie bei 80.000 EM-Mudballs, die in verschiedenen Seen versenkt werden. Öffentlichkeitswirksam präsentiert wird diese Aktion von lokalen Berichterstattern wie Zeitungen, Radio oder Fernsehen, um sowohl über diese regionale Aktivität als auch über EM zum Schutz von Natur und Umwelt zu berichten. Für diesen Tag bereitet der EM e.V. umfangreiche Informationen darüber vor, wie EM und EM-Mudballs unterstützend auf sanierungsbedürftige Gewässer wirken und ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Verbesserung der Wasserqualität leisten können.

Unsere Gewässer brauchen Hilfe

Bekannt ist, dass viele Seen – nicht nur in Deutschland – unter einem übermäßigen Nährstoffeintrag und einer daraus resultierenden Eutrophierung leiden. Hohe Nährstoffkonzentrationen von Phosphor und Stickstoff können in stehenden Gewässern ein übermäßiges Pflanzen- und Algenwachstum fördern. Dies kann zu einer Wassertrübung, Sauerstoffmangel, Fischsterben und allergischen Reaktionen von Badegästen führen. Am besten bekannt ist die Entfaltung von toxischen Blaualgenstämmen, die regelmäßig im Sommer eine Sperrung von Badeseen zur Folge hat. Mehr Infos dazu sind unter dem Themenbereich “Gewässer” zu finden.

Am International EM-Mudball-Day werden die Gewässer durch das Versenken von EM-Mudballs in das Sediment von Flüssen, Seen und Meeresbuchten unterstützt. Besonders schön an dieser Aktion ist, dass jeder mitmachen kann und sie für jede Altersgruppe geeignet ist. Es bieten sich drei Termine für eine Gruppenaktivität an:

Zeitplan:

bis Mitte Juni:    Herstellung von Superbokashi

bis Anfang Juli: Herstellung der EM-Mudballs aus Superbokashi

08. August: Versenken der EM-Mudballs in Gewässer

Regionale Aktivitäten

Planen Sie in Ihrem Ort eine Aktion zum Mudball-Day?

Bitte nennen Sie dem EM e.V. den Ansprechpartner sowie das Gewässer, das voraussichtlich die EM-Mudballs erhalten wird.

Superbokashi herstellen

Folgende Faustregel ist bei der Planung zu beachten: benötigt werden 1 EM-Mudball / m2 Sediment. Diese Aktion sollte regelmäßig mindestens 1x / Saison stattfinden, damit sich langfristig die Gewässer erholen.

Für 1.000 EM-Mudballs werden 50 L Superbokashi benötigt, das bereits jetzt – spätestens aber bis Mitte Juni – angesetzt werden kann. Ein Bokashi wird kontinuierlich besser, je länger es steht.

Rezept für 50 L Superbokashi – hier geht es zum Anleitungsvideo
(die Bestandteile können je nach Rezept variieren)
Zutaten:

  • 15 kg Kleie
  • 3 kg Spelzen
  • optional Gesteinsmehl
  • 1 L EM·1
  • 1 L Zuckerrohrmelasse
  • 5 L 60°C warmes Wasser
  • 2-3 L kaltes Wasser zum abkühlen
  • 60 L Gefäß mit Abdeckung oder 5 Malerkübel mit Deckel
  • 2 große Plastikwannen/Maurerkübel

Vorgehensweise:

  • Kleie und Spelzen auf beide Wannen/Kübel gleichmäßig verteilen und gut vermischen
  • optional Gesteinsmehl beimischen
  • 5 L 60°C warmes Wasser in einen Eimer geben und mit 1 L Zuckerrohrmelasse verrühren. Mit kaltem Wasser auf 30°C abkühlen und mischen.
  • EM·1 in die 30°C warme Zuckerrohrmelasse-Mischung geben
  • die fertige Flüssigkeit gleichmäßig auf beide Wannen/Kübel mit den Spelzen verteilen
  • mischen und gut durchkneten, bis alles gleichmäßig feucht ist (bei großen Mengen Bohrmaschine mit Rührwerk benutzen)
  • Tipp: Achten Sie dabei auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit, denn sie beeinflußt entscheidend die Qualität des Suberbokashis. Die richtige Feuchtigkeit ist erreicht, wenn aus einem mit der Hand zusammengedrückten Ball keine Flüssigkeit heraustritt. Beim Antippen soll dieser Ball jedoch auseinanderfallen
  • die Superbokashi Mischung schichtweise in die Eimer oder das Fass füllen und stark verdichten, so dass der Großteil an Sauerstoff entweicht.
  • jede Lage wird neu festgepresst
  • das Behältnis vollständig befüllen, damit keine Luftschicht entsteht
  • luftdicht verschließen
  • mindestens 14 Tage fermentieren lassen

Wie werden EM-Mudballs hergestellt? Hier geht es zum Anleitungsvideo

Für 1.000 EM-Mudballs werden benötigt: 

  • 50 L Superbokashi
  • 50 L EMa
  • 100 kg Bentonit oder Erde/Schlamm
  • 5 L Zuckerrohrmelasse
  • optional Keramikpulver (Super Cera C-Pulver)
  • zusätzlich alternativ Maurerkübel, Schubkarre, 20 L-Maurereimer zum Mischen
  • Kisten oder Kartons zum Aufbewahren der Mudballs

Bentonit oder Erde/Schlamm, Superbokashi und optional Keramikpulver mischen, z. B. in einem großen Maurerkübel. In einem weiteren Eimer Melasse und EM gut miteinander vermengen. Es ist wichtig, dass sich die Melasse zuerst gut auflöst. Die angerührte Flüssigkeit auf das Bentonit/Erde-Superbokashi-Gemisch gießen und alles miteinander tüchtig durchkneten.

Wenn alles gut durchgeweicht ist (alles ordentlich „matschig“ geworden ist), werden etwa tennisballgroße Kugeln geformt. Die EM-Mudballs lässt man an einem trockenen und schattigen Ort – ohne direktes Sonnenlicht – mindestens eine, besser mehrere Wochen lang trocknen.

Die EM-Mudballs sind fertig, wenn sie von einer weißen Schimmelschicht überzogen sind. Das klappt erfahrungsgemäß nicht bei zu niedrigen Temperaturen (etwa, wenn die Bällchen im Winter draußen lagern). Dann schlägt die Fermentation fehl und es bildet sich kein Schimmel. Deshalb immer an einem warmen Ort fermentieren lassen.

Wissenschaftliche Studien:

Water quality and phytoplankton structure changes under the influence of effective microorganisms (EM) and barley straw – Lake restoration case study Dondajewska et al., 2019

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0048969719300786

Environmental applications of Effective Microorganisms: a review of current knowledge and recommendations for future directions Safwat et al., 2021 – Open Access

https://jeas.springeropen.com/articles/10.1186/s44147-021-00049-1