Kompostieren mit EM

Gibt es für den Garten eine Mischform aus Kompost und Bokashi?

Kompostieren mit EM ist eine Mischform und EM-Anwender/innen haben damit guten Erfolg. Mit EM wird das Kompostieren viel einfacher. Sie sparen sich das Umsetzen und Wenden.
Achten Sie auf die gemischte Zusammensetzung des Kompostmaterials (Siehe weiter unten C/N-Verhältnis).

Das neue Material wird einfach festgetreten und mit EM gegossen. Dazu reichen 50ml EM auf eine Gießkanne Wasser. So gelangen in jede Kompostschicht die fermentaktiven Mikroorganismen.
Wenn Sie möchten, können Sie auch ein etwas Pflanzenkohle über das Material streuen.

Grundsätzlich können Sie ihren Kompost silieren, also unter ein dicht anliegenden Plane anlegen oder Sie belassen den Kompost offen, so reguliert sich die Feuchtigkeit über den Regen von alleine. Verzichten wir auf eine Abdeckung, so bildet sich an der Oberfläche ein oxidativer Kompostierungsprozess, während im inneren, wo das Material unter Luftabschluss liegt, eine temperaturarme Fermentation stattfindet. Diese Mischform ist absolut okay.
Wichtig ist, dass der Kompost auf keinen Fall umgeschichtet wird. So würden wir mit dem Sauerstoff die innen ablaufende Fermentation unterbrechen. Durch die fermentative und nicht oxidative Reifung wird der Kompost nicht so heiß. Fäulnisbakterien werden durch die Effektiven Mikroorganismen verdrängt. Energie und Nährstoffe bleiben bei diesem Verfahren vermehrt im Kompost erhalten.

Der Kompost sackt schnell auf die Hälfte der Menge zusammen und der Reifungsprozess dauert im Sommer lediglich ca. 10 – 12 Wochen. Auf einen Kubikmeter fertigen Kompost rechnet man pro Saison ca. 1 L EM.

Damit der Bokashi-Kompost sich gut zersetzt ist es trotzdem wichtig bei der Materialzusammenstellung das C/N-Verhältnis zu bewahren. (Kohlenstoff:Stickstoff). Diese Grundregel gilt für die Vererdungsprozesse von Kompost als auch für Bokashi – es ist die Umwandlungen von Organik zu Erde.

Wie funktioniert ein Kompost?

Kompost ist die Zersetzung von organischem Material mit Hilfe von Bakterien, die Sauerstoff benötigen. Es handelt sich dabei  in der Regelum einen aeroben Zersetzungsprozess. Um ein sauerstoffreiches Milieu zu schaffen, wird in dem Komposthaufen grobstrukturiertes Material (Zweige etc.) eingebaut. Macht man das nicht sorgfältig, bilden sich anaerobe (sauerstoffarme) Bereiche und es treten Fäulnis und Schimmel auf. (Hinweis: EM arbeitet auch anaerob, jedoch produzieren die EM-Mikroben nützliche Polysacharide und Enzyme. Fäulnisbaktieren produzieren toxische Stoffe wie Schwefelwasserstoff und Ammoniakgase.)

Der Kompost muss regelmäßig umgesetzt werden, damit möglichst überall Sauerstoff hingelangt. Der Zersetzungsprozess reduziert mit der Zeit die organischen Abfälle soweit, dass bei gutem Gelingen nach ca. 9 – 12 Monaten Komposterde entsteht. Bei diesem Prozess wird viel Energie als Wärme und CO 2 als Umweltgas in die Umwelt abgegeben. Im Inneren des Komposthaufens herrschen immer höhere Temperaturen, die auch gewollt sind, um unerwünschte Mikroben abzutöten. Der Zersetzungsprozess ist demnach ein Verbrennungsprozess, bei dem wertvolle Energien und Inhaltsstoffe verloren gehen.

 

Die fünf Phasen regulärer Kompostierung

Ein Kompost läuft in fünf Phasen ab.

  1. Abbauphase
  2. Umbauphase (2-3 Wochen)
  3. Aufbauphase >Frischkompost mit hohem Düngegehalt (Frischekompost kann von der Wirkung her mit Küchenbokashi verglichen werden)
  4. Reifung > Reifekompost, gute Düngung, aber weniger als Frischkompost
  5. Vererdung > Komposterde, ist gute Anzuchtserde, enthält wenig Nährstoffe. Sie ist die Vorstufe zu einer normalen Gartenerde. (ab circa 14 Wochen)

Basis einer guten Kompostierung – das C/N Verhältnis

Organische Substanzen, dazu zählen auch die menschlichen Ausscheidungen, haben unterschiedlich große Kohlenstoffanteile (C) und Stickstoffanteile (N).

Mikroorganismen benötigen für die biologische Umsetzung von Organik zu Erde (Humifizierung) einen hohen Stickstoffanteil. Das sogenannte C/N-Verhältnis drückt das Verhältnis von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff (N) aus. Grundsätzlich wird es in einer Zahl angegeben, welche die Kohlenstoffanteile (C) zu einem Teil Stickstoff (N) angeben. Je kleiner die Zahl ist, umso mehr gleichen sich C und N an. Urin hat beispielsweise ein C/N-Verhältnis von 0,8. Das bedeutet, dass 0,8 Anteile Kohlenstoff auf einen Teil Stickstoff fallen. Rasenschnitt hingegen hat ein C/N-Verhältnis von 10-20.

Für eine gelungene Kompostierung sollte ein C/N-Verhältnis von 25 nicht überschritten werden, da die Mikroorganismen ansonsten ihre Umwandlung (Mineralisierung) einstellen.
Dies können wir deutlich sehen, wenn wir zu viel Baumlaub auf dem Kompost haben. (Laub C/N-Verhältnis: 30-50). Laub kompostiert sich deshalb nicht so gut. Kleingehäckselt und mit Urin begossen, erreicht man wieder ein gutes C/N-Verhältnis und das Laub wird wunderbar umgewandelt. Mischen Sie Ihre Gartenabfälle also sorgsam und achten Sie auf die Zusammensetzung.
Hier empfehlen Fachberater eine gute Mischung dreier Gegenpaare:
Grünes – Braunes Material (Rasenschnitt, Beikräuter – Häcksel)
Feuchtes – Trockenes Material
Grobes – Feines Material

Diese Dreierregel stellt eine gute Kompostmischung sicher, und sie berücksichtigt auch das C/N-Verhätlnis.

Beispiele C/N-Verhältnis

Urin: 0,8
Hühnermist: 8
Rasenschnitt: 10-20
Kot landwirtschaftlicher Nutztiere: 10-15
Küchenabfälle: 20-25
Strohreicher Mist: 25-30
Altes Heu: 30-40
Baumlaub: 30-50
Alter Grasmulch: 55
Papier: 200
Sägemehl/Späne: 250-500

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