Regenerative Landwirtschaft unterscheidet sich von anderen Anbausystemen insbesondere in einem Punkt – dem konsequenten Einbeziehen der mikrobiellen Vorgänge.

Dieses mit Bokashi versorgte Grünland wächst besonders kraftvoll. Als Grundfutterlieferant birgt es Potenzial für Einsparungen an anderer Stelle in der Fütterung – zum Beispiel beim Kraftfutter.
Das Bodenleben und dessen Interaktion mit den Pflanzen im Bereich der Wurzeln ist Dreh- und Angelpunkt dieser Betrachtung. Wird dies außer Acht gelassen, drohen langfristig Ertrags- und Qualitätseinbußen, Bodenerosion, wenig widerstandskräftige Pflanzen in Dürrezeiten sowie verstärkt auftretende Probleme mit Beikräutern, Schädlingen oder Krankheiten, deren Bekämpfung mit herkömmlichen Mitteln kostspielig sein kann.
Ziel der regenerativen Landwirtschaft ist ein ganzjährig garer und gesunder Boden, denn dieser sorgt für kraftvolle Pflanzen, stabile Ernten mit besten Qualitäten, gesunde Tiere und im Kreislauf wiederum auch für nützlichen organischen Bodendünger.
Die wichtigsten Maßnahmen für einen ganzjährig garen Boden sind:
- die Herstellung eines Nährstoffgleichgewichtes
- die Lockerung von Verdichtungen im Unterboden mithilfe von Fermenten
- eine ganzjährige Bodenbedeckung mithilfe von Untersaaten und winterharten Zwischenfrüchten, die lebend in eine fermentativ gelenkte Flächenrotte gebracht werden
- die Belebung von organischen Wirtschaftsdüngern
- vitalisierende Behandlungen von Pflanzen zur Steigerung der Abwehrkräfte und Maximierung der Fotosyntheseleistung
- das Bodenleben nicht durch eine maschinelle Bearbeitung aus dem Gleichgewicht zu bringen

Ein garer Boden ist krümelig, humos, gut durchlüftet, ausreichend feucht und leicht durchwurzelbar.

Die drei Monate alten Legehennen werden mit Bokashi gefüttert.

Informative Broschüre über gesunde Böden
Kennen Sie schon unsere Broschüre zum Thema Bodenverbesserung? Darin erfahren Sie alles Wesentliche darüber, wie Sie die Bedürfnisse Ihres Bodens richtig identifizieren und ihn – auch mithilfe von EM – gesund und ertragreich pflegen.
Wie können EM der regenerativen Landwirtschaft nutzen?
Der Boden und das darin enthaltene Leben bildet die Grundlage für ein gesundes und üppiges Pflanzenwachstum. Pflanzen wachsen am besten auf Böden, die eine gehaltvolle Basis bieten und die passende Struktur aufweisen. Effektive Mikroorganismen beeinflussen das Bodenleben positiv. Dabei sind sie nicht als eine Art Medizin zu betrachten, sondern leisten auf natürlichem Weg „Hilfe zur Selbsthilfe“.
EM sorgen für einen äußerlichen Pflanzenschutz, indem sie Oberflächen positiv besiedeln und wenig Raum für abbauende Bakterien lassen – auf natürliche Weise und ohne chemische Zusätze. Tiere schätzen EM aus vielerlei Gründen: Eine EM-Silage duftet fruchtig, bleibt länger frisch und steckt voller guter Mikrobiologie. Als Futterzusatz helfen EM dabei, das Grundfutter besser zu verdauen. Mit EM gereinigte Ställe haben eine geringe Fliegenbelastung, denn EM bindet Gerüche und verdrängt Fäulnis. Für die Tiere bedeutet das weniger Stress.

An der Fronthydraulik des Traktors befindet sich ein Tank, aus dem EM verteilt wird. Wird EM beim Silieren eingesetzt, sinkt der pH-Wert schnell und die Entwicklung von Gärschädlingen wird verhindert. Die Gefahr von Fehlgärungen oder Nacherwärmung und der damit einhergehende Verlust von Futter ist deutlich gemindert.
In der Düngung ist EM-Gülle ein erfreulicher Kostenreduzierer: Mühsames Aufrühren fällt hier häufig weg, denn eine EM-Gülle ist fließfähiger und hat weniger Schwimmschichten. Der Kreislaufgedanke funktioniert auch hier: Wer sein Tier mit EM gefüttert hat, benötigt für eine homogene und gehaltvolle Gülle weniger Zusätze. Die mitgefütterte Mikrobiologie findet über den Dünger in den Boden. Hiervon profitiert nicht nur das Bodenleben, sondern in der Folge auch die darin wachsenden Pflanzen. Das frisch geerntete, gehaltvolle Futter kommt den Tieren zugute, die sich im EM-gepflegten Stall wohl fühlen. Der Kreislauf schließt sich.
Autorin:
Anne Nettersheim, Bereichsleitung Agrar, EMIKO