Bienen züchten mit EM

Vor zwei Jahren beschloss ich Imker zu werden und begann mit vier Bienenstöcken. Meine erste Begegnung mit EM Effektiven Mikroorganismen war 2008 bei einem Seminar der Firma EM Hellas auf dem landwirtschaftlichen Anwesen eines Biobauern in der Nähe meines Wohnortes Chania (auf Kreta). Damals konnte ich mich von den beeindruckenden Erfolgen seines Bioanbaues in Gewächshäusern aus der Nähe überzeugen.  

Im Frühling 2010 habe dann auch ich mit der EM-Methode begonnen und bis jetzt, im Frühling 2012, habe ich nichts anderes als EM verwendet. Welchen Nutzen bringt es uns? Das Besondere an dieser Entdeckung ist, dass die einzelnen Gruppen von Mikroorganismen in der Natur für sich nur begrenzte Wirkungsspektren haben, in der EM Kultur zusammen jedoch einen vielfach größeren Wirkungsradius besitzen. In der Synergie liefern sie wertvolle Substanzen für Mensch, Tier und Pflanze, wie Enzyme, Vitamine und Antioxidantien, die direkt von den Pflanzen aufgenommen werden können. Damit fördern sie das Wachstum und erhöhen die natürliche Widerstandskraft von Pflanzen und Tieren. Die Milchsäurebakterien leben im Vormagen der Biene und produzieren Milchsäure und antibakterielle Stoffe sowie organische Säuren, Wasserstoffperoxid und antimikrobielle Eiweißvorstufen, die die Bienen vor verschiedenen pathogenen Mikroben schützen. Der Nektar, auch als Bienenbrot bezeichnet, enthält ebenfalls Milchsäurebakterien, die zusammen mit verschiedenen Stoffwechselprodukten durch die Pflegerinnen an die Larven verfüttert werden. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Darmflora, die über die Nahrung im Verdauungstrakt der Larven gebildet wird, zusammen mit dem sauren pH-Wert einen wirksamen Schutz vor der amerikanischen und europäischen Faulbrut (Paenibacillus larvae und Melissococcus pluton) bietet. Die gesunde, natürliche Darmflora wird jedoch durch übermäßigen Gebrauch von Zuckerlösung als Nahrung nachteilig beeinflusst, indem die Milchsäurebakterien zugrunde gehen. Auf diese Weise werden die Bienen in der Auseinandersetzung mit Krankheiten geschwächt, denn die fehlenden organischen Säuren können die Vermehrung pathogener Mikroorganismen nicht behindern.

Wie hilft EM in der Imkerei?

Da zu den Mikroorganismen in EM unter anderem reichlich Laktobazillen gehören, ist es vorzüglich geeignet, die Stärkung des Immunsystems der Bienen zu unterstützen. Es ist sozusagen eine probiotische Kost für die Bienen, die für die Aufrechterhaltung einer gesunden Mikroben-Flora im Verdauungstrakt sorgt und damit eine indirekte Hilfe bei der Abwehr von Krankheiten darstellt. Es ist eine Methode, mit der EM über die Nahrung im gesamten Bienenstock seine Wirkung entfaltet.

Eine zweiter Aspekt ist, die desinfizierende Wirkung von EM im äußeren Bereich des Stockes zu nutzen, weil die Milchsäurebakterien und die organischen Säuren, die sie enthalten, Erreger wie Nosema apis, Nosema ceranae (Einzeller, die Nosemose¹ verursachen) und andere wirksam bekämpfen. Dazu werden die Stöcke, Rahmen und das ganze Zubehör lediglich mit EM besprüht. Anfangs habe ich EM·1 verdünnt im Zuckersirup benutzt (0,5-2%). Dabei konnte ich beobachten, dass es sehr schnell von den Jungbienen aufgenommen wird. Die Bienen haben sich infolgedessen stark vermehrt. Auf diese Weise habe ich aber viel EM·1 gebraucht, sodass ich mich dann entschieden habe, ein gutes EMa selbst herzustellen. Denn für meine mittlerweile zahlreich gewordenen Völker brauche ich viel EM. Von diesem EMa habe ich über einen längeren Zeitraum täglich zwischen 1% und 10% dem Sirup beigemischt. Dabei habe zwar nichts Nachteiliges beobachtet; das EMa sollte allerdings maximal zu 2,5% in den Sirup gemischt werden, da die Bienen bei höheren Konzentrationen deutlich längere Zeit zum Verzehr brauchen, was darauf schließen lässt, dass der Appetit in diesem Fall geringer ist.

Der Winter ist eine sehr empfindliche Periode für die Bienenvölker, doch nach der EM-Anwendung sind die Völker im Frühling 2011 bemerkenswert stark – trotz Varroa-Befall. Aber das hat die Völker nicht geschädigt, im Gegenteil, ich konnte 20 neue Bienenstöcke beginnen! Ab 2011 habe ich EMa ohne Verdünnung verwendet. Ich besprühe, wenn ich alle 9 Tage die Völker kontrolliere, die Bienen direkt und „desinfiziere“ alles im Bienenstock mit EMa pur. Meine Dosierung für das Besprühen eines Bienenstockes ist ca. 20 ml. Das ist eine vernünftige Dosierung, obwohl man die Bienen buchstäblich im EM baden kann! Bienen benehmen sich wie Menschen, wenn sie mit Wasser besprüht werden, sie verstecken sich unter den Rahmen. Wenn sie aber mit EM besprüht werden, kommen sie schnell heraus und alle saugen das EM, als wäre es Zucker – wir wissen aber doch, dass EM säuerlich schmeckt, nicht süß! Ich verwende EMa auch zur Herstellung eines Stärkungsirups und ergänze 150-250 ml Sirup mit 1-2,5% EMa.

Beobachtungen bei Krankheiten

Voriges Jahr, nach zwei guten Ertragsperioden in einer thymianreichen Umgebung, war ich gezwungen, die Bienen in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit und starkem Auftreten von Nosema ceranae überwintern zu lassen. Trotzdem waren die Verluste nur um 10% und betrafen hauptsächlich die schwächeren Bienen in drei bis vier Rahmen. Dieses Jahr gab es schon früh Anzeichen von Nosema ceranae Befall bei 10 starken Völkern, die den überwiegenden Teil des Tages im Schatten standen. Bei diesen nahm ich die weniger betroffenen Rahmen auseinander und brachte die Königinnen in Sicherheit. Bienenfäule trat bei meinen Völkern bis jetzt überhaupt nicht auf. Antibiotika habe ich keine verwendet, nur die üblichen Hausmittel, die Imker als vorbeugende Maßnahmen bereithalten. Zum Beispiel habe ich eine eigene Mischung aus Salbei, Oregano, Thymian, etwas Peperoni und Knoblauch mit EM fermentiert. Bei der Einrichtung eines neuen Volkes sprühe ich damit den Stock innen und außen.

Ich könnte mir meine Imkerei ohne EM nicht mehr vorstellen und hoffe, mit der Veröffentlichung meiner Erfahrungen anderen Imkerkollegen den Anstoß zu geben, ebensolche guten Erfahrungen zu machen.   

Dipl.Ing. Lefteris Panagiotakis, Imker

Übersetzung: Konstantina Zafeiropoulou und Dr. Gerd Koschik

¹Die Nosemose (auch Nosemosis, Nosematose, Nosema, Frühjahrsschwindsucht, Darmseuche) ist eine durch die Einzeller Nosema apis oder Nosema ceranae (Microspora) verursachte Erkrankung bei Honigbienen. Die Nosemose ist die häufigste Krankheit bei erwachsenen Bienen und hochansteckend. Nach neuesten Erkenntnissen durch mehrere aktuelle Studien aus den USA und Frankreich erkranken mit Pestiziden belastete Honigbienen eher an Nosemose. (Wikipedia)

 

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