Varoa-Milben mit EM überlistet

Fragt man Imker, welches die größte Bedrohung der Bienenvölker ist, wird an erster Stelle die Varroa-Milbe genannt. Dieses ausschließlich parasitär lebende Tierchen stammt ursprünglich aus Südostasien und ist erst in den 1960er Jahren nach Europa gelangt. Bei seinem spannenden Vortrag auf der Jahrestagung des EM e.V. in Berlin berichtete der langjährige Imker und Bienensachverständige Friedrich Blase aus dem westfälischen Lübbecke von seinen Erfahrungen mit den Schädlingen.

Varroa-Milben auf Bienenlarven

Bienenhalter seit 40 Jahren

Bei dem Vortrag wurde schnell deutlich: Jemand, der sich wie Friedrich Blase seit Jahrzehnten hingebungsvoll mit Bienen beschäftigt – und seit 10 Jahren mit EM –, kann sein Wissen nicht in einem einzigen Vortrag weitergeben. Seine Begeisterung für alles, was mit Bienen zusammenhängt, schlug die ZuhörerInnen in den Bann, zumal Friedrich Blase seine detailreichen Informationen humorvoll zu vermitteln wusste.

Im EMJournal 24 (Mai 2008) berichtete Friedrich Blase zum ersten Mal von seinen Erfahrungen mit EM, das er schon seit ein paar Jahren in seinem Garten, bei sich selbst und dann auch bei seinen Bienen eingesetzt hatte.

EM erfolgreich gegen Kalkbrut

Ausgehend von den Beobachtungen im Gewächshaus und Garten, dass nach EM-Behandlungen der Pilzbefall erheblich reduziert war, entschloss er sich zu einem Einsatz in einem Bienenstock, der von Kalkbrut befallen war, einer von Pilzen verursachten Bienenkrankheit. Er vertraute darauf, dass die Erfahrungen in seinem Garten auf den Bienenstock übertragbar waren. Und in der Tat: Nur durch das sorgfältige Einsprühen aller Teile in dem Bienenkasten konnte er das Volk retten und die Krankheit eliminieren. Bienen haben einen ganz natürlichen Putztrieb, auch ohne EM. Sie putzen mit ihrem Rüssel, verteilen aber mit den Füßen die Sporen. Diese Verteilung wird durch EM offenbar unterbunden. Laufen die Bienen durch das EM-Wasser, wird eine Verteilung der Sporen im Volk verhindert.

Varroa-Milben

Friedrich Blase berichtet, dass einer seiner Honigkunden, der Hühnerhalter ist, klagte, seine Hühner seien voller Milben. Er wolle aber möglichst keine Chemie dagegen anwenden.

Gleich lieh Friedrich Blase ihm seine gefüllte EM-Spritze, und schon nach drei Behandlungen in einer Woche brachte er sie zurück und berichtete, seine Hühner zeigten wieder ein normales Verhalten und seien milbenfrei. Dieser Erfolg ließe sich vielleicht auch auf die Bienen übertragen, dachte Friedrich Blase: Bei der schlimmsten Bedrohung der Bienen handelt es sich ja ebenfalls um Milben, nämlich Varroa-Milben. Da müsste doch EM doch auch helfen können!

„Um die Bienen gegen die Varroamilbe zu behandeln, muss man denken wie die Milbe, muss wissen, wie sich die Milbe im Volk verbreitet und wie sie ihre Nahrung findet,“ sagt Blase. „Wir wissen, die Milbe sticht die Biene an und saugt Bienenblut. Sie ist blind, hat einen guten Tastsinn, vermehrt sich in den Brutzellen unter den Maden im Futtersaft und schädigt die Maden, so dass keine gesunden Bienen mehr schlüpfen können. Mit ihrem Geruchsinn, der sich an den Vorderbeinen befindet, riecht die Milbe ihre Nahrung. Das ist der Knackpunkt. Ich war mir sicher: hier kann man die Milbe überlisten.“

Zunächst versuchte er mit einer selbst zusammengestellten, mit EM fermentierten Kräutermischung, den Geruchssinn der Milben zu stören. Dazu gehörte Farnkraut, das Ungeziefer erfahrungsgemäß nicht riechen kann und eine Weinbeere, die seit vielen Jahren im Garten der Blases steht und noch nie von irgendwelchen Pilzen oder Insekten befallen wurde. Diese Flüssigkeit förderte zwar den Putztrieb der Bienen, aber nur wenige der Milben fielen ihm zum Opfer. Erst der Ansatz der Kräuter mit Alkohol, der dann mit EMa vermischt ins Volk eingeträufelt wurde, brachte 2013 den durchschlagenden Erfolg: die Milben fielen.

Mit dem von ihm „EM Varex“ genannten Mittel werden so aber nur Milben abgetötet, die auf den Bienen reiten. Milben die sich in der Bienenbrut zur Vermehrung aufhalten, können so nicht erreicht werden. Wie kommt man an diese heran? Standardmäßig wird gegen die Milben Ameisensäure eingesetzt, dabei werden auch die Milben erreicht, die sich in der Bienenbrut befinden. Diese Behandlung ist recht gut, wenn Temperatur, Verdunstungsmenge und Zeit der Anwendung zusammenpassen. Es muss allerdings mit dem Verlust von Eiern und Bienenbrut gerechnet werden. Ist ein Bienenvolk aber ohne Brut, muss den Bienen nicht unbedingt Ameisensäure zugemutet werden.

Der neue Weg mit EM Varex

Um das zu erreichen, muss der Imker zunächst die Königin an der Eiablage hindern. Am 4. Juli kommt sie für 21 Tage – die Entwicklungszeit einer Biene – in eine Bannwabe. So ist der Stock am 25.7. brutfrei. Dann wird sofort behandelt und alle Milben werden erfasst. Es ist eine Binsenwahrheit, dass gesunde, starke Bienen weniger anfällig für Krankheiten und Befall sind. Deshalb sei darauf hingewiesen, dass EM – wie bei anderen Tieren oder dem Menschen – den Stoffwechsel positiv beeinflusst. Die Heilung von Darmkrankheiten wie Nosema wird durch den Zusatz von EM (im Wasser oder in der Zuckerlösung) stark gefördert. Außerdem wird der Putztrieb der Bienen durch EM gefördert, was das gesamte Volk gesund hält.

EM auch ins Trinkwasser

Verschiedene Imker haben berichtet, dass Bienen Wasser mit einer kleinen Menge EM bevorzugen. Ein Imker beobachtete, dass seine Bienen zu den Tropfen auf seinem frisch gewaschenen Auto flogen. Des Rätsels Lösung: Er hatte EMa statt Waschmittel ins Waschwasser gegeben. Warum das wiederum? – Mit jeder EM-Wäsche wird der Lack des Autos schöner, wahrscheinlich auch widerstandsfähiger. Zum Trinken der Bienen schildert der Schweizer Imker Joe Meier, der EM bei seinen Bienen im 7. Jahr einsetzt, seine Erfahrung: „Was ich sagen kann ist, dass keines meiner EM-Produkte in 1:1 Dosierung angenommen wird. Die Bienen haben diese über zwei Wochen unberührt stehen gelassen. Nach verschiedenen Versuchen, das EM immer magerer anzubieten, traf ich mich mit den Bienen wieder bei meiner bewährten Dosierung, 30 ml auf 1,5 l Wasser (1:50). Das nehmen sie gerne und eifrig. Mit Ausnahme eines Volkes trinken alle Völker jeden Tag 3 dl EMa oder das Bienenfit (in Deutschland EM-Apis) in dieser Dosierung.“

Über den Stock hinaus

Je größer die Vielfalt der Natur in der Umgebung der Bienen ist, desto besser geht es den Bienen. Das Besprühen der Bienenstöcke mit EM sowie das Sprühen der näheren und weiteren Umgebung hilft dabei sehr. Natürlich ist es auf dem Land auch notwendig, mit den Landwirten zu sprechen, damit sie beim Sprühen von Giften auf die Bienen Rücksicht nehmen, d.h. Abstand halten, dass sie wo möglich Streifen mit Wildblumen anlegen und dass sie beim Mähen auf die Lebenszyklen der Bienen achten. Die meisten Bauern wissen ja, dass sie wie wir alle die Bienen brauchen.

Ausblick

Bienenhaltung mit EM gibt es in Europa fast so lang wie es EM gibt. Jeder Imker hat seine individuellen Erfahrungen gemacht. Welch großes Wissen liegt hier (verborgen)! Vielleicht sollte sich nun ein Arbeitskreis – Verbund von EMImkern bilden. Vorschläge nehmen wir gern entgegen und kümmern uns um einen fruchtbaren Austausch.

Kerngesunde Bienenvölker bei der Arbeit

Kerngesunde Bienenvölker bei der Arbeit

Pit Mau

Kontakt: Kontakt zu Friedrich Blase über den EM e.V. in Bremen

Artikel über Bienen und EM finden sich in den EM Journalen: 4, 15, 18, 24, 28, 32, 35, 42

2 Kommentare

  1. Thank you very much for this illuminating article on EM use in bee culture! We are working on this also in the United States, and we hope for further exchange of information with our colleagues in Europe who have so much experience in this field. We are experimenting with fermented bee pollen as a food source for bees, and also for use as a probiotic for human consumption, among other lines of research. I hope you will indeed establish a working group on EM Bee Research, and that we may join in sharing data and results.
    Question: It appears 1:50 is the right ratio for feeding EM to bees; what is the ratio used in your topical sprays of hives and comb?

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