Arbeitkreis Landwirtschaft

Effektiv und kostengünstig Düngen

Der Mehrerlös, der mit der Ernte 2007 erzielt werden konnte, wurde zum Teil durch die steigenden Düngemittelpreise aufgezehrt. Stickstoffhaltige Düngemittel sind im letzten Kalenderjahr um 30-40% im Preis gestiegen. Umso mehr sind wirtschaftseigene Düngemittel wie Gülle, Mist und Kompost in ihrer Bedeutung gestiegen. EM-Praktiker wissen, dass auch der EM-Einsatz „Düngewirkung“ zeigt. Daher die aktuelle Frage: Wieviel Dünger kann ich einsparen, wenn ich EM einsetze?

Für unseren landwirtschaftlichen EM-Einsatz bedeutet dies, dass erst fundierte Kenntnisse über die Bodenverhältnisse Aufschluss über die Wirkung von EM geben können. EM benötigt einen Boden mit hoher organischer Masse. Ackerböden müssen mindestens 1,5 %, besser aber über 5,0 % organische Masse haben. Aus organischer Masse werden nach deren Abbau/Umsetzung wertvolle Mineralnährstoffe. Neben den Mikroorganismen unterstützen Bodenlebewesen die Umsetzung: Springschwänze, Asseln, Fadenwürmer, Borstenwürmer, Milben, Käfer, Tausendfüßler, Schnecken, Nematoden. Eine Fachzeitschrift hat im letzten Jahr beschrieben, dass je ha mehr als 20 GVE (Großvieheinheiten) = 20 t Kleinlebewesen im Boden sind. Gute Voraussetzungen fördert der Landwirt durch: Zuführung von org. Masse, gute Wasser- und Luftverhältnisse, Kalkung, Bodenbeschattung, Mulchsaat, schonende Bodenbearbeitung.
Eine besondere positive Bedeutung kommt dabei dem EM-Einsatz über die Gülle zu. Nähere Beschreibungen finden Sie im EMJournal 21, Seite 16.

Fazit: In einem Boden mit hoher org. Masse, mit aktiven Bodenleben und bodenschonender Bewirtschaftung kann nach EM-Einsatz die Düngung reduziert werden.

EM-Böden unterliegen starken dynamischen Prozessen in der Bodenentwicklung. Diese  müssen über Bodenproben kontrolliert werden! Kalkgaben sind in der Regel nicht mehr erforderlich. An veredlungsstarken Standorten kann in der Regel auf Phosphor und Kaligaben verzichtet werden. (Ausnahme Unterfußdüngung beim Mais) Diese Standorte haben häufig hohe Bodenwerte, die erst durch verbesserte mikrobielle Prozesse mineralisiert werden. N-Gaben sollten erst nach längerem EM-Einsatz reduziert werden. Unterschiedliche Voraussetzungen an den Standorten lassen keine einheitliche verbindliche Empfehlung zu.

Merksätze für den Umgang mit EM im Ackerbau

1. Sorgen Sie für ausreichend organische Masse auf Ihrem Ackerland, um Mikroorganismen ernähren zu können. Ausreichend
heißt, mindestens die gesamten Ernterückstände, besser noch eine Gründüngung oder Grünkompost hinzu geben.
2. Arbeiten Sie Ihre organische Masse (Ernterückstände, Gründüngung, Kompost) immer in Verbindung mit Mikroorganismen ein, aber niemals tiefer als 8 cm und immer sofort nach Ausbringung.
3. Ackerland, das Sie mit organischer Masse und Mikroorganismen versorgt haben, bitte tief lockern und nur flach wenden.
4. Wenn Sie größere Mengen Gülle auf das Ackerland ausbringen, sollten Sie die Gülle schon im Stallbereich mit EM aufbereitet haben, um Geruchsbelästigung und Nährstoffverluste zu
vermeiden.
5. EM nie in direkter Verbindung mit chemischen Pflanzenbehandlungsmitteln oder mineralisierten Düngemitteln ausbringen.
6. Nur gereinigte Pflanzenschutzspritzen benutzen. (Bitte an den Filter denken)
7. Bringen Sie keinen Klärschlamm aus Industriegebieten, Großstädten oder unbekannter Herkunft auf Ihren Acker. Nicht wieder gut zu machende Schäden an der zukünftigen Schadstofffreiheit und am Mikroleben Ihres Bodens können die Folge sein.
8. Betrachten Sie Ihren Boden wieder als einen lebenden Organismus, dessen Mikroorganismen ernährt und gepflegt werden müssen (Lebendverbauung). Sie verbessern dadurch die Durchlüftung und Wasserhaltefähigkeit, verhindern Erosionen und Verschlämmung und erhöhen ganz erheblich die Befahrbarkeit Ihrer Böden.
9. Lassen Sie sich nicht mit dem Argument “Hoher Humusgehalt im Boden – schlechte Wirkung von Pflanzenbehandlungsmitteln“ von Ihrem Mikrobenmanagement abbringen. Viele der heute
sehr schwer einzuschränkenden, bodenbürtigen Pilzerkrankungen (Fusarien) oder  Nematodenbelastungen sind Folge von fehlender oder von einseitiger Mikrobiologie in unseren Böden.
10. Nutzen Sie die Fähigkeit Ihrer Böden durch ausreichenden Mikrobenbestand Ihr Düngerkostenkonto zu entlasten.
11. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass die physiologische Mikrobenflora gesunderweise im Boden, Pflanze, Tier und Mensch die gleiche ist. Gesunder Boden ernährt gesunde Pflanzen. Gesunde Pflanzen ernähren gesunde Tiere und Menschen!

Technische Hinweise – Pflanzenbau

  • EMa sollte nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gemischt
    werden.
  • Zur besseren Verteilung kann Wasser zugesetzt werden.
  • Nach vorliegenden Erkenntnissen kann EMa mit AHL und ATS vermischt werden.
  • Gülle ist ein hervorragender Trägerstoff für EMa. Auf gute
    Vermischung achten und erst kurz vor dem Ausbringen mit EM
    aufmischen.

Anwendungen mit der Pflanzenschutzspritze

  • EMa bei bedecktem oder Regenwetter ausbringen – sonst mit
    Wasserzusatz arbeiten. Mikroben sind UV-lichtempfindlich!
  • Vor dem Einsatz Tank und Leitungen mit Wasser reinigen
  • Ansaugen oder Einfüllen von EMa über Vorfilter oder Einspülsieb.
  • Ausbringung ohne Feinfilter mit möglichst geringem Spritzdruck,
    Rührwerk einschalten.
  • Blattapplikation mit möglichst großen Düsen z. B. AIR MIX
    110 – 05 VE bis 400 l/ha Ausbringung (ggf. mit Wasserzusatz
    arbeiten).
  • Bodenapplikation ohne starke Abschirmung durch Bewuchs
    mit Achtlochdüse + großer Dosierblende z. B. 4916 – 70.
  • Bei zu hohem Bewuchs Schleppschläuche mit ebenfalls großen
    Dosierblenden verwenden – Ausbringungsmenge bis 800 l/ha
    möglich.

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