Hilfe für die Himbeeren

Mit der Entdeckung der schwarzen Wurzelfäule im Jahr 2007, gegen die es bis heute kein wirksames Mittel gibt, schien das Ende der Himbeerkulturen auf diesem Beerenobsthof besiegelt zu sein. Der Tipp eines befreundeten Gemüsebauern machte Udo Dehlfing auf EM aufmerksam. Auf die Gefahr hin, dass auch dieser Einsatz umsonst sein könnte, setzte er EM konsequent ein. Mit durchschlagendem Erfolg.

Reiche Ernte dank EM

Beerenobstanbau

Als Udo Dehlfing im Frühling 2007 bei einer seiner Anbauflächen von Himbeeren die schwarze Wurzelfäule entdeckte, die von einem Komplex mehrerer schädigender Bodenpilze ausgelöst wird, schien dies das Ende dieser Kulturen auf seinem Betrieb zu sein, da bis heute noch kein wirksames Mittel dagegen bekannt ist. Jetzt war guter Rat teuer. In einem Gespräch mit einem befreundeten Gemüsebauern aus Bielefeld, der schon länger seine Tomaten im Gewächshaus mit EM versorgt und dort hervorragende Ergebnisse erzielt, erzählte er von seinen Problemen. Der riet der ihm, EM auf Verdacht einzusetzen, denn er könne ja nichts mehr verlieren. Sofort wandte sich Udo Dehlfing an den EM-Berater, den sein Freund genannt hatte, Helmut Kokemoor, der zu seinem Glück nicht weit entfernt wohnt und daher am selben Tag noch kommen konnte, um ihn ausführlich zu beraten. Udo Dehlfing leuchtete schnell ein, dass die Effektiven Mikroorganismen besonders gut im Boden wirken; deshalb hoffte er darauf, dass sie die Pilze, die seine Himbeerwurzeln sukzessive zerstörten, zurückdrängen können.

EM satt für die Himbeeren

Begonnen wurde mit 10 Gaben von 100 l EMa pro Hektar, das auf dem Betrieb selbst von dem Vorarbeiter fermentiert wird. Der drohende Verlust hatte den Anbauer so schwer getroffen, dass er zwar einerseits die Rettung mit Hilfe von EM eingeleitet hatte, andererseits aber nicht so recht daran glauben konnte. Die ersten drei Wochen ging er selbst nicht mehr auf die betroffenen Felder. Als er dann zur ersten bangen Inspektion ging, traute er seinen Augen nicht: Schon nach drei Wochen hatte sich der Wurzelbestand stabilisiert, d.h. die Fäule hatte sich nicht weiter ausgebreitet. Nach weiteren drei Wochen trat allerdings eine neue Sorge auf: Mehltau, der sich gern in die rissige Rinde setzt, bedrohte die Pflanzen. Doch erstaunlicherweise konnte sich die Pflanze dagegen wehren. Die große Überraschung kam nach zwölf Wochen kontinuierlichen EM-Einsatzes. Es hatte sich ein gesundes Wurzelwachstum entwickelt und eine erstaunliche Menge von Jungruten hatten sich neu gebildet, auch die Zahl der Adventivknospen – aus denen sich neue Pflanzentriebe entwickeln – war ungewöhnlich hoch. Selbst für normal entwickelte Himbeeren wäre diese Entwicklung ziemlich gut gewesen, aber hier handelte es sich um Pflanzen, die noch vor einigen Wochen dem Tod geweiht waren! Nach diesem Erfolg war der Anbauer von der Wirksamkeit von EM überzeugt und machte erste Versuche beim Spargel sowie bei seinen Erd- und Heidelbeeren.

Heidelbeeren

Für den größten Teil der Kulturen besteht auf diesem Betrieb eine ausgezeichnet funktionierende Bewässerungsanlage, die dem eigenen Brunnenwasser genau dosierte Einheiten – z.B. EMa – zuführen kann. Während die Himbeerkulturen mit dieser fest installierten Tröpfchenbewässerung versorgt werden, ist für die Heidelbeeren eine sogenannte Über-Kopf-Beregnung installiert. Da es ziemlich schwierig ist, auf diesem Weg zuverlässig EM einzubringen, muss dies per Hand durchgeführt werden. Diese zeitaufwändige Methode ist in einem solchen Betrieb oft nicht leicht einzurichten. Einmal klappt es nicht wegen Personalknappheit, dann geht es wegen der Witterung nicht, später ist das EMa gerade aus, dann wieder wurde es vergessen, weil andere Probleme in den Vordergrund gerückt waren. Schlichtweg konnten auf diesen Flächen keine zuverlässigen Beobachtungen bezüglich des EM-Einsatzes gemacht werden. Bei den Heidelbeerkulturen gibt es ein besonderes Problem, dessen Lösung Udo Dehlfing den Effektiven Mikroorganismen bei aller Wertschätzung dann doch nicht zutraute: Wühlmäuse! Offenbar schmecken ihnen die Wurzeln der Heidelbeersträucher erheblich besser als die der Himbeerpflanzen. Auf einigen Flächen ist es dadurch zu erheblichen Ausfällen und Schwächung von Pflanzen gekommen. Auch deswegen wurde der EM-Einsatz hier nicht so konsequent durchgeführt wie bei den Himbeeren. Doch jetzt gibt es auch hier Hoffnung. Nach den Mitteilungen einer Gruppe von Schweizer Bauern, die Tannenreisigbokashi herstellen, vertreibt dies Feldmäuse. Rolf Zimmermann hat nachgewiesen, dass es auch möglich ist, solche Erfolge mit einem Fichtennadelöl-EMa zu erzielen. Auf dem Hof Dehlfing werden in diesem Sommer die ersten großflächigen Versuche mit diesem „Wühlmaus-Ex“ unternommen.

Auch Erdbeeren und Spargel

Bei dem Saisongemüse Spargel konnte Udo Dehlfing auf Grund der technischen Gegebenheiten erstmalig einen vergleichenden Versuch unternehmen. Auf der Hälfte eines Schlags setzte er schon 2007 EM ein, auf der anderen nicht. Hier waren Boden, Luft und Lichtverhältnisse gleich, so dass das Ergebnis objektive Aussagekraft hatte. Im Herbst beobachtete er, dass die EM-Kulturen besser da standen als die Vergleichspflanzen nebenan. Das Blattwerk war grüner, gesünder und üppiger. Dadurch bildet die Pflanze mehr Masse aus; sie kann die Nährstoffe besser aufnehmen und in den Wurzeln einlagern. Die gute Entwicklung im Boden ist Voraussetzung und Basis für eine reiche Spargelernte im kommenden Jahr. Gleichzeitig wurde ein Teil seiner tröpfchenbewässerten Erdbeeren mit EMa versorgt. Auch hier kann man deutlich eine dichte, gesunde Wurzelbildung feststellen – Voraussetzung für ein solides und gesundes Wachstum im Frühjahr. Es ist nicht leicht, die Qualität der Früchte mit dem EM-Einsatz in Verbindung zu bringen, zumal das ursprüngliche Ziel ja ein gesunder Boden war, der den Erhalt der Pflanzen garantieren sollte. Dennoch berichtet Heiko Olberding, Juniorpartner im Unternehmen, dass Kunden, die sie mit Fremdware beliefern, bevor die eigenen Beeren reif sind, oft lieber auf die hofeigene Ware warten, weil sie die höhere Qualität schätzen.

Nicht mehr ohne EM

Im Obstbau spielt die Prophylaxe immer eine große Rolle. Ist eine Krankheit, ein Insekt, ein Pilz oder anderer Schadorganismus einmal in einer Kultur, ist ein Bekämpfen ohne Verluste kaum möglich. Deshalb gilt immer, Probleme vorherzusehen, damit vorzeitig agiert werden kann. Auch wenn die Möglichkeiten, die die EM-Technologie bietet, auf diesem Hof bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind, ist EM als Vorsorge und Garantie für einen gesunden Boden und damit kräftige Pflanzen unverzichtbar geworden. Im Hinblick auf die Anwendung von EM scheinen auf diesem Betrieb zwei Aspekte besonders deutlich geworden zu sein: Kontinuität spielt eine große Rolle. Wenn es über größere Zeiträume nicht gelingt, EM einzubringen, zeigen sich deutlich geringere Effekte als bei regelmäßigen Gaben. Zum zweiten zeigte sich: Besser sind viele Einzelgaben als wenige hohe Dosierungen. Leider gibt es aber gerade bei den stark saisonabhängigen Kulturen wie Beeren und Spargel immer wetterbedingte Probleme, die auch vom EM-Einsatz nicht kompensiert werden können. So wurde etwa 2008 der größte Teil der Beerenobsternte durch Hagelschlag vernichtet. Erdbeeren werden durch späte Nachtfröste leicht geschädigt und Schädlinge machen auch immer wieder Probleme. Anhaltender Regen in der Erntezeit macht das Pflücken der reifen Himbeeren nahezu unmöglich. Der Anbauer muss zusehen, wie eine gute Ernte an der Pflanze verdirbt. Auch Spätfrost, der immer wieder vorkommt, machte gute Erfolge in manchen Jahren zunichte, besonders bei den Erdbeerkulturen. Allen Widrigkeiten zum Trotz wird mit Enthusiasmus und Begeisterung auf dem Beerenobstbetrieb Hof Dehlfing gearbeitet – mit zeitweise bis zu 200 Erntehelfern. Auf den Einsatz von EM würden Udo Dehlfing und Heiko Olberding allerdings nicht mehr verzichten. Ihnen ist völlig klar, dass sie ohne EM die Himbeerkulturen verloren hätten. Bei einem Besuch im Frühsommer 2011 versicherte Udo Dehlfing den Besuchern: „Ohne EM gäbe es hier auf dem Hof ganz sicher keine Himbeeren mehr.“ Zum Glück und dank EM gibt sie aber immer noch – und sie sind äußerst schmackhaft!

Pit Mau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.