Mit EM macht der Beruf wieder Spaß: Die EM-Technologie in der Milchwirtschaft

Den Hof der Familie Tiemann in Groß Berßen im Landkreis Emsland, nahe der holländischen Grenze, gibt es seit Generationen. Die Böden erlauben eigentlich nicht viel mehr als die klassische Milchviehwirtschaft. Dies war auch der Schwerpunkt des Betriebes, als Hans-Jürgen Tiemann ihn von seinem Vater übernahm. Die Region hat sich seitdem verändert. Immer mehr und größere Tierzucht- und -mastbetriebe wuchsen heran, vor allem für Geflügel und Schweine. Seit einigen Jahren stehen die Betriebe obendrein in Flächenkonkurrenz zu den Biogasanlagen, was hohe Pachtpreise zur Folge hat. Flächenknappheit und hohe Betriebsdichte stellen große Herausforderungen an die Betriebsleiter, um Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.

Durch diese Situation steigt die Gefahr von Infektionen und Krankheiten, so auch auf dem Hof der Familie Tiemann. Immer häufiger litten Tiere an Krankheiten, die Fruchtbarkeit wurde schlechter bis sogar einzelne Tiere in der Herde starben. Die Gesundheitsprobleme wurden so groß, dass sie alles andere überlagerten. Trotz genauer Analyse und vielfältigen Gegenmaßnahmen waren die Gesundheitsprobleme im Stall nur schwer in den Griff zu bekommen. Das Resultat: Die Tierarztkosten wuchsen und wuchsen. Der Stress für den Bauern und seine Familie wurde immer größer. Um 2006/2007 hatten sich die vielen negativen Faktoren derart akkumuliert, dass Tiemann es für notwendig hielt, den Milchbetrieb ganz aufzugeben. In erster Linie wegen seines in der Ausbildung befindlichen Sohnes Christian, der sich für die Weiterführung dieses Betriebszweigs interessierte, hat er die Milchviehwirtschaft fortgeführt, aber weiter nach Alternativen gesucht.

Maßnahmen & Methoden

Änderungen müssen immer eine Richtung haben. Für Hans-Jürgen Tiemann war diese Richtung eindeutig: weg von chemischen Mitteln, näher an natürliche Verfahren. Für seine Tiere hatte er das Ziel vor Augen, möglichst medikamentenarm zu wirtschaften. Er begann auf mehreren Ebenen: Zum einen entschloss er sich zur pfluglosen Bodenbearbeitung, um die Böden natürlich gesunden zu lassen. Seine Herde beglückte er mit zwei Bullen, um von künstlicher auf natürliche Besamung überzugehen und er begann, mit ersten probiotischen Futterzusätzen zu experimentieren. Um sich ein zweites Standbein zu schaffen, begann er mit der Hähnchenmast. Allerdings hatte er anfangs auch dort mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Als er dann 2008 EM kennen lernte, setzte er dies zunächst beim Geflügel ein, wo er rasch gute Erfolge hatte. Bald darauf nahm er EM auch für sein Milchvieh. Ihm war klar, dass er die Mikroben im Futterkreislauf zu etablieren hatte. Also setzte er bei seiner Silage die professionelle Silierhilfe auf EM-Basis, EM-Silan, ein. Um die Zeit bis zur Fütterung dieser Silage zu überbrücken, goss er es in flüssiger Form (EMIKO Ergänzungsfuttermittel Rindvieh) schlicht und einfach mit der Gießkanne über das Futter. Gleichzeitig verbesserte er die Stallhygiene, indem er die Einstreu ebenfalls mit EM behandelte Dadurch verminderte er nicht nur Gerüche, sondern konnte auch die Fliegenpopulation minimieren. Inzwischen geht es einfacher: der Lohnunternehmer dosiert EM unmittelbar vor dem Pressen der Strohballen zu. So haben die Mikroben auch genug Zeit, sich darin zu entwickeln.

Erfreuliche Ergebnisse

Schritt für Schritt gewann der Familienbetrieb seine Zuversicht zurück. Probleme akkumulierten sich nicht mehr, sondern lösten sich allmählich auf. Es gelang, eine stabile Grundgesundheit im Stall und in der Herde zu erreichen. Heute ist der Betrieb so gut wie medikamentenfrei. Früher war es beispielsweise notwendig, die Herde alle 14 Tage durch ein Klauenbad zu schicken, jetzt war es schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Einsatz. Sehr zufrieden ist der Landwirt auch über die bessere Futterverwertung, die natürlich auch eine deutliche Kostenersparnis bedeutet. Waren früher bis zu 12 kg Kraftfutter/Tag/Kuh notwendig, sind es heute nicht mehr als 4 kg, dazu kommt bis zu 3 kg Ausgleichsfutter.

Natürlich spielt die Milchmenge eine Rolle: Lag die Jahresleistung 2008 noch bei 8.100 l, hatte er im folgenden Jahr schon über 9.000 l, und für das Jahr 2010 zeichnen sich etwa 9.300 l ab. Noch wichtiger ist aber die Qualität. Mit der allgemeinen Gesundheitsstabilisierung sanken die Zellzahlen (Maßstab für die Eutergesundheit). Fett- und Eiweißgehalt der Milch sind auch zufriedenstellend, wenngleich Hans-Jürgen Tiemann durchaus noch Verbesserungen erwartet. Eine stabile Gesundheit in der Herde bringt vielfältigen Gewinn. Früher war es regelmäßig nötig, den Bestand um 35-40% zu ergänzen. Heute ist diese Rate auf gerade einmal 20% gesunken. Das heißt, das einzelne Tier hat eine wesentlich höhere Lebensleistung. Darin zeigen sich alle Aspekte eines gelungenen Milchviehmanagements. Qualitätsfutter ist die Basis für den Erfolg. Seit er das EM-Siliermittel nutzt, braucht er keine Nacherwärmung mehr zu fürchten, die Silage ist sehr stabil, sie schmeckt dem Vieh ganz offensichtlich gut und verhilft zu mehr Leistung aus dem Grundfutter.

Für die Weiden und Felder benötigt Hans-Jürgen Tiemann keinen Mineraldünger mehr; er nimmt nur organischen EM-Dünger vom eigenen Hof. Seit EM im Hähnchenstall verfüttert und vernebelt wird, ist es auch möglich, den Hähnchenmist auf’s Grünland auszubringen. Dies wird normalerweise nicht gemacht wegen der Gefahr der Clostridienbelastung, aber Tiemann hat in dieser Hinsicht keine Sorge, weil er sicher ist, dass EM dies kontrollieren kann. Seitdem beobachtet er, dass seine Wiesen kräftiger und gesünder sind; sie können 10-14 Tage früher als sonst in dieser Region üblich gemäht werden. Auch die Rindergülle hat sich mit EM deutlich verändert: Man sieht überall an der Oberfläche kleine Schaumkronen: die Gülle lebt. Sie ist homogen und geruchsarm, auf langwieriges und energieaufwändiges Rühren kann verzichtet werden. Da die Gülle nicht mehr fault, haben Fliegen dort auch keine Lebensgrundlage mehr. „Unsere Fliegen,“ meint Tiemann, „kommen von woanders.“

Die Zukunft ist zurückgekehrt

2010 hat Hans-Jürgen Tiemann seine dritte EM-Ernte eingefahren. Er ist nicht nur zufrieden, sondern freut sich auf die weitere Entwicklung. „Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft,“ ist er sich sicher. Am Schluss die Frage: Rechnet sich das? Die Antwort: „Klar. Allein schon, weil ich heute gesundes Vieh habe.“ Nichts ist schlimmer, als die Ängste und Sorgen vor den Katastrophen, die im Stall auf den Bauern warten können. Mit der Einführung der EM-Technologie in seinem Betrieb hat Hans-Jürgen Tiemann die Grundgesundheit auf dem ganzen Hof gesichert. Selbst wenn Anzeichen für eine Krankheit auftauchen, macht sich Tiemann keine Sorgen. Das regelt sich schon. Mit diesen einfachen, aber so wirkungsvollen Neuerungen in seinem Betrieb hat Hans-Jürgen Tiemann nicht nur den Spaß an seinem Beruf zurückgewonnen, er sieht wieder eine starke Zukunft für seinen Hof.

Betriebsspiegel

Hans-Jürgen Tiemann, Groß Berßen:
2 Arbeitskräfte

Milchviehbetrieb:
58 Milchkühe
61 Rinder
53 Mastbullen

Geflügelhaltung:
150.000 Masthähnchenplätze

Pflanzenproduktion:
20 ha Getreide
15 ha Grünland, 4 ha Weide
27 ha Silomais
Nach Getreide werden grundsätzlich Zwischenfrüchte angebaut.

Düngung:
Grünland wird mit ca. 3 t Hähnchenmist (EM-behandelt, d.h. a) EMIKO-Ergänzungsfutter Geflügel und b) mit EM-Stall vernebelt) im Frühjahr und nach jedem Schnitt, mit ca. 15-20 m³ Rindergülle gedüngt, Mais und Getreide mit jeweils ca. 5 t Hähnchenmist und ca. 20 m³ Rindergülle gedüngt.

Pit Mau

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