EM in Israel: Erfolgreicher Versuch mit Gurken unter Glas

In dem Dorf Achituv in der nördlichen Küstenebene Israels, nicht allzu weit von Tel Aviv entfernt, werden etwa 70 % des nationalen Gurkenverbrauchs auf etwa 250 ha unter Glas produziert. Drei Ernten pro Jahr sind möglich. Asher Maimon, der seit drei Jahren die EM-Technologie in Israel bekannt macht, hat uns einen Bericht über einen ersten Versuch geschickt, den wir hier vorstellen möchten. 

Der Versuchsaufbau

Der Versuch wurde bei dem Landwirt Hezi Daniel durchgeführt, der mit dem Landwirtschaftsministerium schon viele Versuche durchgeführt hat. Ich selbst habe gemessen, gewogen und die Daten zusammengestellt. Das Gewächshaus ist eingeteilt in Bewässerungssektionen von 2000 m². Für den Versuch wurde eine Sektion mit EM versorgt. Zur Erhebung der Daten wurde davon eine Teilfläche von 350 m² untersucht, in einer anderen Sektion eine ebenso große Fläche als Kontrolle genommen. Diese beiden Flächen waren in Aufbau und Größe identisch. Das Gewächshaus war 2011 auf einer alten Zitronenplantage gebaut worden, die untersuchten Pflanzen waren der zweite Zyklus von Gurken (Sorte „Olympic“) in diesem Gewächshaus. Die Gurken wurden am 19. Oktober 2011 gepflanzt. Am 10. November begannen wir, EMa in die Bewässerung zu geben und zwar in der ersten Woche 5 l auf 1000 m², in der zweiten und dritten Woche jeweils 2 l, alle weiteren Wochen 1 l pro Woche auf je 1000 m². In den letzten drei Wochen (Februar 2012) steigerten wir auf 5 l. Zusätzlich wurde EM mit einem motorbetriebenen Verneblungsgerät auch aufs Blatt gesprüht. Beginnend am 27. Januar 2012 verteilten wir über die ganze Vegetationsperiode insgesamt 6 Gaben von 1 l EMa auf 100 l Wasser, insgesamt für die betestete Fläche von 350 m² also 6 l. Heruntergerechnet auf die Fläche von 350 m² wurden für einen Wachtumszyklus 12 l EMa über die Bewässerung gegeben plus 6 l übers Blatt.

Die Ernte und unerwartete Probleme

Wie im Winter üblich wurde ein- bis zweimal pro Woche geerntet. Die Gurken von beiden Parzellen wurden unmittelbar darauf gewogen. Mitte Januar tauchte ein bei Gurken bekanntes und gefürchtetes Phänomen auf: Fusarien begannen Pflanzen zum Absterben zu bringen. Daher nahmen wir diese Zahlen in unsere Messungen mit auf und konnten diese Daten bis zum Schluss vergleichen.

Die Ergebnisse

Am Anfang lag der Ertrag bei dem EM-versorgten Bereich unter dem der Kontrolle, was sich aber im Laufe der Zeit umkehrte. Aufgrund des außergewöhnlich kühlen Wetters gab es bei beiden einen Wachstumseinbruch Mitte Januar. Am 23. Februar war mit 72,5% das Maximum des Produktionsunterschieds erreicht. Etwa zu der Zeit begannen immer mehr Pflanzen wegen des Fusariumsbefalls abzusterben. Die Pflanzen auf der EM-Fläche konnten aber offensichtlich besser damit umgehen. Zu einem Zeitpunkt im Februar waren 38,7% mehr Pflanzen durch den Schimmelpilz umgekommen als auf der EM-Fläche. Zum Ende hin fiel dieser Unterschied auf 16,5%. Auf den 350 m² mit EM wurden insgesamt 157,2 kg mehr Ertrag eingebracht, gleich 8,3%. Nimmt man die Preise, die ein Landwirt in dieser Zeit für Gurken erzielen konnte und setzt dem die Kosten für EM entgegen, dann ergibt sich eine positive Differenz von knapp 100 Euro. Am letzten Tag dieser Kultur wurden einige der kräftigsten Pflanzen für Wurzelvergleiche genommen. Hier zeigte sich, dass die EM- Pflanzen durchweg weißere (=gesündere) Wurzeln hatten, die auch beim Gewicht vorne lagen: um 30%, was mit dem bloßen Auge zu sehen war. Bei Bodenproben konnten keine Unterschiede ausgemacht werden. Dies zeigt m. E., dass EM die Nährstoffe besser verarbeitet, denn der Mehrertrag war ja ohne zusätzlichen Dünger zustande gekommen. Da es sich um einen konventionellen Betrieb handelt, wurde nur chemischer Dünger verwendet. Es wäre interessant zu vergleichen, welche Erträge man erzielen könnte, wenn über mehrere Zyklen organischer Dünger und EM eingesetzt würden. Der Versuch hat gezeigt, dass die EM-Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten waren. Der Landwirt könnte beim EM-Einsatz also leicht Pestizide und andere chemische Pflanzenschutzmittel einsparen. Auch in Israel wird immer mehr auf eine ökologische Wirtschaftsweise geschaut. Mit EM könnte eine solche Ausrichtung den Landwirten den Umstieg erleichtern.

Positiver Ausblick

Und was sagt der Landwirt dazu? Einerseits ist er sehr skeptisch, da EM ganz neu ist. Andererseits konnte er die guten Ergebnisse nicht übersehen. Er hat mir den Kontakt zum Landwirtschaftsministerium gemacht, wo man sehr offen für die EM-Technologie war, so dass wir zusammen mit dem Ministerium einen weiteren Versuch im Sommer fahren werden. Die positiven Resultate haben sich aber herumgesprochen. Inzwischen haben zwei Betriebe, die ebenfalls Gurken züchten, EM bestellt. Wer weiß, ob sich nun in der Landwirtschaft Israels etwas bewegt. Wir werden weiter daran arbeiten.

Asher Maimon/Pit Mau

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