Revitalisierung einer Obstwiese

Gerade bei gemeinnützigen Projekten ist die gute Zusammenarbeit verschiedener Personen, Institutionen und Organisationen von großer Bedeutung. So auch in diesem Fall, wo es um die Hilfe für eine kümmernde Streuobstwiese im niedersächsischen Ammerland ging, die als Grundwasserschutzmaßnahme vor mehr als einem Jahrzehnt angelegt worden war.

Die Streuobstwiese im Steenforths-Moor mit über 200 Bäumen, die alle einen EM-Lehm Anstrich bekommen haben.

1997 hatte der örtliche Wasserversorger, der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) auf etwa drei ha ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen als Wasserschutzmaßnahme eine Streuobstwiese angelegt. 200 Bäume mit alten, für den Standort passenden Obstsorten wurden mit Hilfe von Schülern der Oberschule des nahe liegenden Ortes Wiefelstede gepflanzt. Der OOWV ließ einen Lehrpfad anlegen, der neben der Obstwiese auch ein kleines Feuchtbiotop und ein Waldstück einschloss. Der Gedanke war natürlich, dass eine solche Wiese, die der konventionellen Landwirtschaft entzogen ist, das Grundwasser dauerhaft schützt. Die Bäume wuchsen zunächst gut an und schienen sich normal zu entwickeln. Im Laufe der Jahre änderte sich dies aber zunehmend. Es war, als sei ihnen die Nahrung ausgegangen. Die meisten kümmerten, einige wurden krank, manche starben sogar ganz. Dieser Vorgang gab allen Rätsel auf: Es gab keine Staunässe, keine Verschmutzung von außen, die Sorten waren sorgfältig ausgesucht worden und die Bäume wurden regelmäßig beschnitten. Da die Ursache für diesen schleichenden Prozess nicht auszumachen war, pflanzte man anstelle der toten Bäume neue und hoffte, dass es nur ein vorübergehendes Problem war.

Aufmerksame Beobachtungen

Eckhard Eilers, langjähriges Mitglied im EM e.V., der im nahe gelegen Rastede zu Hause ist, hatte als Verantwortlicher der Bezirksregierung für Wasserversorgung und Grundwasserschutz das Pflanzprojekt begleitet. Schon bevor er EM kennen lernte, war ihm bewusst, dass ein gesunder und lebendiger Boden der Schlüssel zu gutem (Trink)wasser ist. Deshalb war er von der EM-Technologie sofort begeistert und setzt sie seitdem in seinem eigenen Haus und Garten ein. Als er in das Kuratorium der vom OOWV ins Leben gerufenen „Stiftung Gewässerschutz“ berufen wurde, setzte er sich dort u.a. dafür ein, dass die Stiftung sich auch um Projekte kümmert, die Lösungen mit Hilfe der EM-Technologie anbietet. Sein Vorstoß, die Obstwiese mit EM wieder zu beleben, stieß dort auf ein positives Echo. Nun holte er sich weitere Hilfe: neben Pit Mau und Herbert Rohde von der Geschäftsstelle in Bremen lud er den Kuratoriumsvorsitzenden Ernst Tanner und den EM-Berater Helmut Kokemoor im Herbst 2011 zum Ortstermin ein.

Das Hilfsprogramm für die Bäume

Gemeinsam wurden die Bäume unter die Lupe genommen. Erstaunlich war, dass so gut wie alle Bäume z. T. schwerwiegende Probleme hatten. Für ihr Alter waren sie zu klein, fast alle hatten außergewöhnlich stark aufgerissene Rinden, bei manchen hatte sich Krebs entwickelt. Ein Bild des Jammers. Gleich darauf wurde zusammen ein Hilfsprogramm entwickelt: Als erster Schritt sollten die Bäume noch im Winter einen „Wundverband“ aus Lehm, Zeolith, EM-Keramikpulver, EMa und (Bio) Rapsöl bekommen, um den Stamm gegen Pilze und Schadbakterien zu schützen und gleichzeitig einen Heilungsprozess in Gang zu setzen. Diese Aufgabe übernahm Eckhard Eilers selbst mit drei Freunden. Er merkte aber schnell, dass das Rezept modifiziert werden musste, weil Wind und Regen diese Paste doch zu schnell abwuschen. Der Zusatz von einfachem Tapetenkleister brachte schließlich die Lösung. Die Paste hält sich ausgezeichnet und wird sich voraussichtlich noch bis über den Sommer halten.

Als zweiter Schritt der Versorgung dieser kränkelnden Bäume sollte EM in zwei Varianten in den Boden gebracht werden: Für jeden Baum waren 5 kg Schwarzerde-Bokashi mit einem erhöhten Anteil EM-Keramikpulver vorgesehen, das in 5-8 spatentiefen Löchern rund um den Stamm eingebracht werden musste. Diese Arbeit konnte aber ohne zusätzliche Hilfe nicht geschafft werden. Eckhard Eilers sprach die Oberschule an, deren Schüler schon vor 13 Jahren bei der Pflanzaktion mitgemacht hatte. Der Biologielehrer Friedrich Schulze hat sofort zugesagt und lediglich darum gebeten, dass die ca. 60 Schüler der 9. Klassen vorher eine Einführung in das Thema EM bekommen. Diese Aufgabe übernahm Pit Mau im Februar 2012.

Als dritte Maßnahme muss jeder Baum übers Jahr ausreichend mit EM versorgt werden. Dafür wurden hier 3 x 5 l EMa pro Baum und Jahr angesetzt, was genau 1000 l pro Ausbringung ausmacht. Um dies selbst in der Hand zu haben, hat die Stiftung einen 1000 l Fermenter gekauft, mit dem EMa preisgünstig herzustellen ist. Das ganze Projekt ist nämlich auf drei Jahre angelegt. Insgesamt werden also mindestens 9.000 l benötigt – wenn man sich nicht entschließt, auch für andere Zwecke EMa herzustellen.

Tatkräftige Helfer

Zum Tag des Wassers, am 22.3.2012 kamen alle Beteiligten zusammen, selbst der Geschäftsführer des OOWV, Carsten Specht, und die beiden Bürgermeister Dieter von Essen und Helmut Völkers, um im Beisein der Presse die gesamte Aktion zu würdigen. Man kann über die „Jugend von heute“ sagen, was man will, aber hier hat sich gezeigt, dass die Schüler nicht nur verstanden haben, um was es ging, sondern beeindruckend war der Enthusiasmus und die Ausdauer, mit der jeweils 20 von ihnen am 20., 21. und 22.3. über 1500 Löcher um die Bäume ausgehoben, diese mit dem Bokashi gefüllt und wieder verschlossen haben. Ohne sie wäre das Projekt nicht möglich gewesen! Sie waren aber beileibe nicht die einzigen. Ununterbrochen dabei waren neben Eckhard Eilers auch der Lehrer Friedrich Schulze und die beiden OOWV-Mitarbeiterinnen Heike Hobbensiefken und Silke Bücker, die schon im Vorfeld die Planung und Organisation der Aktion auf beste arrangiert hatten. Am Tag des Wassers halfen zudem Pit Mau und Herbert Rohde vom Bremer EM e.V. mit und last not least, Andre von Waden, Mitarbeiter des Wasserwerks in Nethen, der mit dem leichten Schlepper plus Anhänger und 1000 l EMa kam, um die ganze Fläche zu beimpfen. Das dauert aber lange, denn 5 l EMa pro Baum müssen ja mit genügend Wasser als Träger in den Boden gebracht werden. Bei einem Verhältnis von 1:10 sind das schon 10.000 l Wasser, die herangeschafft werden müssen.

Zwischen der Planung und dem Beginn des Projektes wurden Bodenproben gezogen und festgestellt, dass der Boden einen ungewöhnlich niedrigen pH-Wert von wenig über 4 hat, also für Obstbäume viel zu sauer ist; sie brauchen einen Wert von 6-6,5. Je schneller die Bodenaktivitäten wieder in Gang kommen, desto schneller können die Mikroorganismen zusammen mit den anderen Bodentieren für einen ausgeglichenen pH-Wert sorgen. Es war nämlich bezeichnend, dass die Schüler bei ihrer Arbeit im Boden nur eine geringe Zahl von Regenwürmern vorfanden. Das wird sich bestimmt ändern, denn jeder, der einmal Bokashi ausgebracht und nach einigen Wochen nachgeschaut hat, weiß, dass dort viele Regenwürmer unterwegs sind. Es war eine kluge und weitsichtige Entscheidung der Stiftung Gewässerschutz, dieses Projekt drei Jahre lang zu unterstützen. In dieser Zeit sollten die EMs in der Lage sein, den Boden und damit die wunderbaren Obstbäume wieder stark und gesund zu machen.

Pit Mau

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