Erfahrungen mit der EM-Technologie

Schülerin Magdalena Zöllner beim Umtopfen der Tomatenpflanzen für ihren Versuch.

Die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen ist uns bei der Entwicklung unseres Kleinsthofes wichtig. Seit 2 Jahren sind wir als Einsatzstelle für das freiwillige ökologische Jahr durch den „ijgd“ (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) anerkannt. Auch in die Unterstützung von Schulprojekten geben wir Kraft und Zeit. In Vorbereitung ihrer Jahresarbeit mit dem Thema „EM-Effektive Mikroorganismen“ zum Abschluss der 12. Klasse an der Freien Waldorfschule Dresden hat Magdalena Zöllner im Frühjahr 2009 an einen EM-Wochenendkurs auf unserem EM-Hof teilgenommen. In den folgenden Monaten haben wir sie gern bei ihrer Arbeit unterstützt sowie sie bei der Vorstellung ihrer Arbeit in der Schule begleitet.

Magdas Ziel war, verschiedene EM-Anwendungen, die sie aus dem Studium einiger EM-Bücher kannte, selbst auszuprobieren und die eigenen Erfahrungen zu dokumentieren und auszuwerten. Mit dem praktischen Teil ist es Magdalena ergangen wie im richtigen Leben – denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Gewissenhaft probierte, dokumentierte und fotografierte sie die EM-Anwendungen von der Entrostung ihres Fahrrades über die Reinigung eines angebrannten Topfes in der Küche, der Bokashi-Herstellung aus Essensresten und dessen späteren Einsatzes in gärtnerischen Kulturen. Der Tomatenversuch in Eimern von der Bodenbeurteilung über die Pflanzenanzucht bis zur Ernte war der umfangreichste und anspruchvollste Teil ihrer Arbeit.

So sind ihre Ergebnisse und Einschätzungen ein gut lesbarer Erlebnisbericht, der die Maxime Professor Higas – selbst ausprobieren und Erfahrungen sammeln – untermauert und das Vertrauen in die Wirksamkeit unserer ältesten, zahlreichsten und kleinsten Mitbewohner auf unserer Erde erstarken lässt.

In ihrem Fazit schreibt Magdalena: „Ich habe das Thema EM für meine Arbeit gewählt, weil ich über EM gelesen habe und schlicht und einfach begeistert war. Ich stellte mir vor, in meiner Arbeit mit den Versuchen die theoretischen Grundlagen eigentlich nur noch zu bestätigen und hatte die Illusion, EM sei immer nur gut. Da haben mir die kleinen Einzeller einen, wie ich finde, ziemlich fiesen Strich durch die Rechnung gemacht. Gerade da, wo die Pflanzen wachsen sollen, ist EM der Theorie nach besonders sinnvoll einzusetzen und gerade da haben die Versuche große Fragen aufgeworfen. Bei den Tomatenpflanzen hat EM anfangs nicht einfach nur nichts bewirkt, sondern deutlich negative Symptome hervorgerufen und ich finde letztendlich keine einleuchtende Erklärung dafür. Der Tomatenversuch und die damit verbundenen Überraschungen, Schwierigkeiten und Sorgen haben meine Gedanken immer wieder in Anspruch genommen. Jetzt muss ich Acht geben, dass ich nicht nur die negativen Seiten sehe. Es gab zwischendurch immer wieder kleine Erfolgserlebnisse und Bereiche, in denen EM deutlich genutzt hat. In der Einleitung dieser Arbeit habe ich als Ziel formuliert, zu untersuchen, was die Wissenschaft, die sich um EM entwickelt hat, herausfand und was möglicherweise noch dahinter steht. Ich habe zu diesem Zweck viele Texte gelesen und verschiedene Dinge ausprobiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich damit genau das getroffen habe, was die EM-Technologie will, was die Menschen wollen, die sich für die Verbreitung von EM einsetzen.“

Die Zusammenarbeit mit Magdalena hat mir für die Weiterentwicklung unserer Hofphilosophie Impulse gegeben. Ihre Jahresarbeit hat in unserer Bücherstube einen festen Platz bekommen. In der Verbindung der jugendlichen Unvoreingenommenheit mit den gewachsenen Erfahrungen älterer Generationen liegt viel potenzielle Energie. Diese Ressourcen gilt es zu nutzen.

In „Eine Revolution zur Rettung der Erde“ schreibt Prof. Higa: „Es ist unbedingt erforderlich zu verstehen, wie die Natur funktioniert. Danach müssen wir sicher sein, dass das, was wir tun, nicht gegen die Natur gerichtet ist und den natürlichen Prozess nicht zerstört. Wir müssen den Blick auf die Welt der Mikroorganismen richten, auf diese winzigen Lebewesen, deren Dasein und Tätigkeit unser Leben erhalten.“

Barbara Matthias

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