Technik für die EM-Technologie – EM optimal vernebeln

Während diejenigen, die ein kleines Gewächshaus im Garten haben, mit einer Hand- oder Rückenspritze ihre EM-Spritzmittel ausbringen, stellt sich im Erwerbsanbau unter Glas oft die Frage, welche technischen Möglichkeiten für EM geeignet und praktikabel sind. Peter Blum, dessen Tomatenanbau schon im EMJournal vorgestellt wurde, hat uns dazu einen aufschlussreichen Bericht geschickt.

In unserem Gemüsebaubetrieb auf der Bodenseeinsel Reichenau wenden wir ein Spritzverfahren an, das wir sehr empfehlen können. Für 1000 m2 benötigen wir etwa 100 l Wasser, das angereichert wird mit 8 bis 10 l EMa, 2 kg Gesteinsmehl (Bio-Lit ultrafein) und bis zu 4 kg (saurem) Molkepulver.

Bild 1: Die einfachste Möglichkeit ist, mit einem Schlauch und Strahldüse zu spritzen. Der Arbeitsaufwand ist aber hoch und ziemlich anstrengend. Es entstehen zudem deutlich sichtbare Spritzflecken auf den Pflanzen mit entsprechend nachteiliger Wirkung. Die Beschaffungskosten für eine solche Spritzanlage betragen ca. 5.000 Euro.

Bild 2: Beim Ausbringen mit einer fahrbarer Motorspritze und senkrechtem Gestänge ist der Arbeitsaufwand nach wie vor hoch, jedoch weniger ermüdend. Es entstehen dabei aber weiterhin deutlich sichtbare Spritzflecken. Neupreis ca. 8.000 Euro.

Bild 3: Die Ausbringung unserer Spritzbrühe mit dem Kaltnebelgerät der Firma pulsFOG reduziert den Arbeitsaufwand ganz erheblich, man könnte sagen um mindestens 90%. Darüber hinaus werden die Mittel so fein verteilt, dass selbst auf der schwarzen Folie keine sichtbaren Flecken entstehen. Der Hersteller gibt eine Tröpfchengröße von unter 20 μm an. (1 Micron=1/1.000 mm). Die Tröpfchengröße hängt von der Durchsatzgeschwindigkeit der Mischung durch die Düse ab. Mit der von mir eingesetzten Konzentration sind das etwa 8 l/h. Für 1.000 m2 benötige ich nur 10 l der angesetzten Konzentration. Eine leistungsfähigere Düse, die ebenfalls säureresistent ist und die doppelte Leistung bietet (Wurfweite bis 25 m, Durchflussgeschwindigkeit mit Gesteinsmehl bis 16 l/h, Behandlungsdauer von 1000 m2 ca. 1/2 h) habe ich zur Zeit im Praxistest.

Die Beschaffungskosten der kleinen, einfachen Nebelanlage mit Luftrührwerk, jedoch ohne automatische Steuereinrichtung liegen bei ca. 1.000 Euro, wenn ein guter Kompressor vorhanden ist (Luft: 200 l/min bei 3 bar). Die Kosten für einen solchen Kompressor liegen bei ca. 800 Euro. Die große leistungsstarke Düse kostet allerdings etwa 60% mehr und verlangt den Einsatz eines Kompressors mit 500 Liter Luftleistung bei 3 bar.

Dieses Nebelverfahren in Gewächshäusern ab 500 m2 setzt eine Luftumwälzung mit Ventilatoren voraus (1 Ventilator/500 m2 = max. 400 Euro/Stück). Die große Düse braucht für die ersten 500 m2 keinen Ventilator. Der Ventilator soll kein Schnellläufer sein. Wegen der langen Schwebefähigkeit der erzeugten Nebeltröpfchen genügt es, wenn er die vorhandene Luft im Gewächshaus ein bis maximal zweimal pro Stunde umwälzt. Wer ohne Ventilator auskommen will, kann den Kaltnebler auch an einem Luftschlauch in der Mitte des Gewächshauses aufstellen. Wenn nun der Tank halb leer ist, kann man den Nebler rückwärts langsam nach oben bringen. Bis jetzt hat der Energieschirm die Nebelanwendung nicht behindert. Es bleibt abzuwarten, ob Partikel des Gesteinsmehls sich dort absetzen und was daraus folgen würde. Das Gesteinsmehl wird offensichtlich von der Pflanze gut absorbiert, wenn genügend Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. Das Vernebeln mit Gesteinsmehl und Molke sollte alle 2-3 Wochen durchgeführt werden.

Ausblick auf weitere Anwendungstechniken

Das stromunabhängige Heissnebelgerät! Schon vor 40 Jahren habe ich mit einem solchen Gerät die Einführung der Nebelmethode im Pflanzenschutz auf der Reichenau mitgetragen. Heute gibt es ein spezielles BIO Gerät, welches Suspensionen (wie das Gesteinsmehl) und empfindliche Wirkstoffe (wie z.B. Molkepulver und Mikroben) unbeeinträchtigt ausbringen kann. Der Nachteil ist der Lärm solcher Geräte. Dafür reduziert sich die Vernebelung aber auf ca. 15 min / 1000 m2 (beim Kaltnebelverfahren 30-60 min/1000 m2) und es wird kein leistungsstarker Kompressor benötigt. Das Gerät kann bei der Anwendung durch den Pflanzenbestand getragen (Nebelwurfweite ca. 20-30 m) oder stationär mit Hilfe von Ventilatoren eingesetzt werden. Es setzt aber die Anwesenheit einer Bedienungsperson voraus. Wer ohne Ventilator auskommen will, kann den Kaltnebler auch an einem Luftschlauch in der Mitte des Gewächshauses aufstellen. Wenn nun der Tank halb leer ist, kann man den Nebler rückwärts langsam nach oben bringen. Die Beschaffungskosten eines BIO-Heißnebelgerätes liegen bei ca. 1.500 bis 2.000 Euro.

Siehe auch EMJournal 35 mit dem Bericht über Peter Blums Tomatenanbau.

Peter Blum

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