Die ersten EM-Delphine

Nach anstrengender Reise erreichten wir das idyllisch gelegene Haus von Renate Lechler, wenige Kilometer von Florenz entfernt. Wir erinnern uns an den Bericht im EMJournal 22 (11/07), in dem Fam. Seiz über den Garten und den gerade fertig gestellten Schwimmteich berichteten. Seitdem ist ein Jahr vergangen und Renate Lechler hat bei ihrer Wasserversorgung einiges vorangebracht: Während unseres Besuchs wurde gerade ein zweiter Brunnen gebohrt, die Brauchwasserzisternen sind zwischenzeitlich auf 100.000 Liter aufgestockt, geopathische und elekrische Störfelder von der Firma memon harmonisiert. EM wird in allen Bereichen, Wasser, Pflanzen, Tier und Mensch, eingesetzt. Überall im Garten findet man Halbedelsteine, Rosenquarz, Amethyst und Bergkristall zur Energetisierung. Figürliche Plastiken bereichern das ohnehin reizvolle Ambiente. Renate Lechler hatte mich gefragt, ob ich für ihren Schwimmteich größere Tierfiguren aus EM-Ton herstellen könne. Sie hatte sich zwei auf dem Grund des gut zwei Meter tiefen Teichs liegende Delphin-Figuren gewünscht, die – ähnlich dem Yin & Yang-Symbol – miteinander einen Kreis bilden. Den Proportionen des Gewässers entsprechend wurden die Figuren mit jeweils etwa 120 cm Länge geplant. Die Aufgabe, diese Figuren in entsprechender Größe herzustellen, war eine besondere Herausforderung. Mit dieser reizvollen Aufgabe waren für mich zuerst zwei wesentliche Fragen zu klären: Die erste, wie viel Oberfläche, wie groß sollten die Figuren sein, damit eine spürbare Wirkung auf die Wasserqualität überhaupt entstehen kann? Da es bisher nur wenige praktische und vergleichbare Erfahrungen über EM-Keramik in Teichen gibt, konnte ich nur Mengen- und Größenverhältnisse aus anderen Anwendungen heranziehen. Dass der Vergleich damit nicht zwangsläufig richtig sein muss, war mir bewusst. „Schlimmstenfalls“ hätten die Figuren rein dekorativen Wert …, dachte ich mir.

Das größte Problem in diesem Zusammenhang ist, dass im mediterranen Klima im Sommer sehr hohe Wassertemperaturen entstehen und bei der geringen Umwälzung im geschlossenen System die Algenbildung auf anderem Weg eingedämmt werden muss. Das geschieht durch eine wöchentliche Gabe von etwa 10 l EMa. Inwieweit die Keramikfiguren die intensive Pflege des Teichs und Stabilität des Wassers positiv beeinflussen, wird man wohl erst nach längerer Zeit beurteilen können. Ende September berichtet Renate Lechler: »Das Wasser ist nun wunderbar klar.«

Die zweite Frage war, wie bekomme ich einen EM-Ton, der eine andere Zusammensetzung als Aufbau- oder Modellierton hat als der Ton für meine Gefäßkeramik? – Diese Frage betrifft die Aufbereitung eines EM-Tons grundsätzlich. In der Keramik müssen für verschiedene Produkte auch Tone mit unterschiedlichen Eigenschaften verwendet werden. Der wichtigste Unterschied zwischen den gebräuchlichen Drehtonen für die Gefäßkeramik und den Modelliertonen für größere plastische Arbeiten wie Figuren ist der relativ hohe Anteil von Schamotten (gebrannter und in Körnungen vermahlener Ton), der u.a. nötig ist, um Risse zu vermeiden. Dieser Anteil kann bis zu 50% der gesamten Masse ausmachen, ist aber »totes« Material, das sich kaum noch mit EM fermentieren lässt. Ein Ton, der außerhalb der in der Werkstatt üblichen Qualitäten liegt, zu EM-Ton aufzubereiten, ist mit erheblichem Aufwand verbunden. In der Regel kauft der Keramiker gebrauchsfertige Tone ein, die eine 100%ige Sättigung mit Wasser haben. Sie nehmen keine zusätzliche Flüssigkeit mehr auf – auch kein EM1 oder EM-X Gold! Deshalb kann man das Material nur durch Zerkleinern der Tonmasse und intensives Vermengen oder durch Antrocknen der Masse mit EM impfen, so dass sie wieder zusätzliche Flüssigkeit aufnehmen kann. In beiden Fällen wird eine intensive Homogenisierung (Verteilung von EM1 und EM-X Gold) und anschließende Fermentation notwendig. Für meine beiden Delphine habe ich einen Ton mit 25% Schamottanteil gewählt, um damit einen möglichst hohen Anteil fermentierbaren Tons nutzen zu können. Am Ende erwies sich diese Wahl als grenzwertige Lösung, da doch ein paar Risse in den großen Figuren entstanden sind. Die Delphine wurden im Profil dargestellt, mit gewölbtem Körper, aber mit einer glatten und abgerundeten Oberfläche. Schließlich sollen auch einem unvorsichtigen Schwimmer Verletzungen erspart bleiben. Dafür konnte die offene Unterseite lamellenartig aufgebaut werden. Das vergrößert die Oberfläche auf das Doppelte, und das Wasser kann durch ein paar Öffnungen strömen. Ein gutes halbes Jahr war von der Planung und Tonaufbereitung an notwendig, bis die Figuren im Teich versenkt werden konnten. Das Modellieren, langsame Trocknen, die Brände mussten langsam und behutsam vor sich gehen.

Die Reise in die Toskana, als Ziel das außergewöhnliche Anwesen von Renate Lechler, ihre Gastfreundschaft und die tatkräftige Hilfe von Antonio Dema und Paolo Morganti vor Ort waren ein schöner Abschluss dieses Projekts. Übrigens habe ich bisher kein vergleichbar angenehm weiches, lebendiges Wasser erlebt wie in diesem Teich. Ein Genuss darin zu schwimmen! Zumindest bei kleineren Springbrunnen habe ich bisher feststellen können, dass durch die EM-Keramik die Veralgung weitgehend vermieden werden kann. Je nach Größe (Wassermenge), Tiefe und Gestaltung eines Brunnens, Zier-, Fisch- oder Schwimmteichs sind mit EM-Keramik viele Lösungen denkbar, Wasserqualität und –stabilität mit gestalterischen Reizen zu verknüpfen.

Lothar Spohr

Kontakt: www.spohr-keramik.de

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