EM in vier verschiedenen Zierpflanzenbetrieben

Die Zierpflanzenproduktion zeigte bisher wenig Interesse an EM. Die Pflanzen sind ja nur kurze Zeit im Betrieb und gehen dann hinaus zum Kunden. So kann der Kultivateur nicht ohne weiteres erfahren, ob und wie EM wirkt, weil sich erst bei längerer Anwendung die angenehmen EM-Seiten einstellen.

Zierpflanzenbetrieb mit EM

Die Düngestation wird nur noch mit EM beschickt.

Ein innovativer Staudenkultivateur

Es gibt immer wieder Mutige, die es dennoch wagen, EM einzusetzen. Einer davon ist Daniel Labhart in Schafisheim (Aargau). Er kultiviert auf 7,9 ha Stauden für den en-gros-Verkauf. Seine Philosophie ist schon immer, auf möglichst ökologische Weise zu wirtschaften. Er hat viele Pflanzenkonzepte entwickelt und ist immer offen für Neuerungen. Auf EM angesprochen zögerte er, aber das Prinzip war für ihn logisch. Doch sollten noch ein paar Jahre vergehen, bis er „tätig“ wurde. Als Weltneuheit hat er 2011 eine Art Pflanzenziegel mit Stauden auf Schafwollmatten entwickelt. Pro Ziegel werden verschiedene Großstauden gepflanzt, von Kleinstauden und Bodendeckern umgeben. Diese Mischpflanzung sollte in jeder Jahreszeit attraktiv aussehen, in der Vegetationsperiode stets blühen und vor allem ein sofort fertig eingewachsenes Gartenbild zeigen – auf eine Art wie Rollrasen. Die torffreie Erde (1.500 m3 pro Jahr) wird durch die Pflanzung auf die Schafwollmatten fixiert. Die Wolle liefert Stickstoff-Langzeitdünger (wie etwa Hornspäne), und die Pflanzen wurzeln gerne hinein. Beikräuter haben keine Chancen, durch diesen Filz zu dringen. Es muss nicht mehr wie üblich gejätet werden, bis die Bodenfläche überwachsen ist.

Das ist für Gartenbauer und Gartenbauämter interessant, weil der Kundschaft ein fertig eingewachsener Garten präsentiert wird oder eine Stadt oder Gemeinde Unterhaltsarbeiten (jäten) sparen kann. Das „Sellana-Pflanzkonzept“ funktioniert wunderbar. Ein großer Nachteil und äußerst problematisch für den Markt war allerdings: Die sich langsam umsetzende Schafwolle stank bei Regenperioden erbärmlich. Labhart hatte das Buch EM – eine Chance für unsere Erde (von Anne Lorch) gelesen und erinnerte sich, dass EM Fäulnis und damit Gestank mindert. Es wunderte ihn sehr, als dieses Problem mit ein paar Mal Giessen schnell und mühelos aus der Welt geschaffen war. Die Nachfrage für die Sellana-Matten ist seither gestiegen, die Menge konnte im letzten Jahr verdoppelt werden. Daniel Labhart setzt mit der Düngestation ausschließlich EMa ein, denn weil EM den Dünger besser aufschließt, reicht der Nährstoffvorrat in der Erde für die Anzuchtperiode aus. Die Pflanzen werden auch stärker: Bei den auf Pilzkrankheiten sehr empfindlich reagierenden Astern gibt es keinen Ausfall mehr. Bei Rosen blieb der echte Mehltau aus, der falsche Mehltau trat weniger auf.

Seine besondere Liebe gilt den Kakteen.

Ein großes Hobby von Daniel Labhart sind Kakteen. Er ist stolz, auf einer Mexikoreise eine Unterart gefunden zu haben, die bisher nur drei Personen am Standort gesehen haben. Vermutlich gibt es dort noch etwa 50 Pflanzen. Das letzte Mal wurden 15 Exemplare gefunden. In seinem Kakteenhaus kamen mit EM neue Aha-Erlebnisse dazu. Ab Ende März bis Ende September wird 1 x pro Monat eine 0,01 %ige EM-Lösung gegossen, im Winter gar nicht. Ein Kaktus, seit 15 Jahren immer im gleichen Topf und in gleich alter Erde, stagnierte. Nach den ersten EM-Gaben fing der müde Geselle wieder an zu blühen und zu wachsen. Alle Kakteen machten einen enormen Wachstumsschub, blühen nun öfter und reicher. Manche öffnen seither sogar nach jeder EM-Wassergabe ein paar Blüten, es gibt kaum noch absterbende Knospen.

Kakteen-Gautschi, die stachelige Oase

Die Familie Gautschi kultiviert in Schafisheim seit 40 Jahren auf 4.200 m2 Stacheliges. Im modernen Gewächshaus stehen auf 2.300 m2 500 verschiedene Arten und werden pro Jahr 100.000 Pflanzen kultiviert. Ein Kakteenlehrpfad, eine interessante Kakteenpost mit Nachrichten für die Kunden und ein großes Fest (Chilbi) im Juli lockt die Kundschaft zum mit Leidenschaft geführten Betrieb. Der fachmännische Austausch mit dem Nachbarn Daniel Labhart blieb nicht ohne Folgen. Angesteckt von seinen Erfahrungen haben sie gleich mit einem 1000 l-Fass EMa angefangen. Die Kakteenfachleute schilderten mir die gleichen Erfahrungen, wie sie Labhart im Kleinen bei seinen Sukkulenten machte. Für Gautschis ist es keine Frage mehr, mit EM fortzufahren und ihren Kunden eine bemerkenswert gute Qualität anzubieten.

Stiftung Bühl in Wädenswil mit Biogärtnerei

Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung oder Lernbehinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Sie werden in neun verschiedenen Betrieben professionell auf ihren Beruf vorbereitet. Die Betriebe wirtschaften kundenorientiert wie jedes andere gute Unternehmen. Ein Betrieb davon ist die Bio-Gärtnerei nach Bioknospe-Richtlinien. Betriebsleiter Matthias Güdel kultiviert verschiedene Gemüseraritäten als Jungpflanzen und Blumen für den Verkauf (50-60.000 Setzlinge) und baut Gemüse für die betriebseigene Küche auf 3.500 m2 an. Die Köche der Stiftung verarbeiten das Gemüse zu täglich 400 Tagesmenüs für 280 Angestellte und Mittagstisch für Schulen der Umgebung. Da Matthias Güdel seit sieben Jahren EM einsetzt, ist es kein Wunder, dass die Mahlzeiten aus diesem Gemüse besonders schmackhaft sind. Die Qualität der kräftigen und gesunden Jungpflanzen hat sich bei der Kundschaft herumgesprochen. So erwirtschaftet die Gärtnerei schwarze Zahlen trotz der Ausrichtung mit behinderten Mitarbeitern. Pro Woche wird selbst vermehrtes EMa (10 l EMa auf 15.000 l Wasser) gegossen und die Rüstabfälle bokashiert. Daunen dienen hier als Stickstoffdünger (Hornspäne), die bereits nach 10 Tagen Fermentierung verstoffwechselt sind.

Swiss-Orchid mit viel Mut und EM

Der alteingesessene Betrieb Meyer (seit 1937) in Wangen bei Dübendorf begann 1980 mit dem Anbau von Orchideen. Heute werden 700.000 Exemplare mit 200 verschiedenen Sorten auf 16.000 m2 Gewächshausfläche kultiviert. Der Betrieb gewann 2008 den Fairness-Preis. Diese Auszeichnung wird für ganzheitlich faires Handeln auf allen Ebenen vergeben. Wenn immer möglich, setzt der Betrieb biologische Mittel ein. Dünger und Pflanzenschutzmittel sind auf das absolute Minimum beschränkt. Die Orchideen werden mit modernstem Energiekonzept nahezu CO2-neutral produziert. Auf Gartenbauausstellungen erzielen diese Orchideen höchste Auszeichnungen. Was kann man bei diesen erlesenen Qualitäten mit EM noch verbessern? Diese Frage stellt sich Seniorchef Peter Meyer und probiert es aus. Ein Phänomen im Frühjahr bereitet Peter Meyer Kopfzerbrechen: einige Pflanzen fallen aus, indem sie ihre Knospen abwerfen. Das möchte Peter Meyer verhindern. Seit einem Jahr wird jedem Gießwasser 0,2 % EMa zugeführt. Der Frühling steht vor der Tür. Ob EM dieses Phänomen beseitigen kann? Ansonsten hat Peter Meyer bisher nur eine kleine Verbesserung bemerkt, den auch seine Kunden bestätigen: Die Blätter der Pflanzen glänzen wunderbar, die Blüten halten länger und strahlen stärker. Der mögliche Grund für diese nur „unerhebliche Verbesserung“ ist, dass wöchentlich ein Bakterizid gegen die gefürchtete Weichfäule (Pseudomonas marginalis) mitgegossen wird. EM hat hier kaum Chancen, sein ganzes Potential einzubringen. Das leuchtet Peter Meyer ein. Darum wagt er ab jetzt, zwei Gewächshausschiffe mit 4.000 Orchideenpflanzen ganz ohne Chemie und nur mit EM zu gießen, damit die Effektiven Mikroorganismen als „Platzhalter“ die überall vorhandenen Weichfäule-Bakterien davon abhalten, ins Pflanzengewebe einzudringen. Wir sind auf das Resultat sehr gespannt.

Anne Lorch
Fotografie: A. Lorch, D. Labhart, M. Gautschi, Swiss-Orchid

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