Prof. Higas „kleiner“ großer Garten

In seinem jüngsten, 2013 erschienen Buch EM Effektive Mikroorganismen – Unsere Perspektive führt Prof. Higa viele Beispiele aus einem kleinen Garten an, den er auf einem vernachlässigten Stück Brachland neben einem Parkplatz inmitten von Wohnhäusern angelegt hat. Er nennt es den „Pflanzenpalast des blauen Himmels“. Wer das Buch gelesen hat, wird sich etwas vorgestellt haben, aber anschaulich wird alles erst durch die Bilder, die der EMRO Mitarbeiter Osamu Miyagi für das EMJournal im Januar auf Okinawa gemacht hat.

Prof. Higas Geste ist nicht (nur) das schlichte Victory-Zeichen, sondern weist darauf hin, dass diese Banane zwei gleichwertige Stämme entwickelt hat, die jeweils auch noch zwei Fruchtansätze gebildet haben.

Die kleine Modell-Farm

Kurz vor seiner Emeritierung von der Universität (2007) begann Prof. Higa mit diesem Projekt. Er sah es als Modell für eine EM-Landwirtschaft. Auf ca. 1.000 m2 wollte er nicht nur selbst experimentieren, seine Methoden verfeinern und die Resultate genau beobachten, er wollte auch zeigen, was viele Jahre konsequenter Nutzung der EM-Technologie gepaart mit ausschließlich natürlicher Bewirtschaftung erreichen kann. Zudem wollte er zeigen, dass es möglich ist, ohne technischen Aufwand – er schreibt, für Senioren über 60, die sich als Landwirt versuchen wollen –, also ohne Pflügen und mit kontinuierlichem Anbau qualitativ wie auch quantitativ großartige Erträge zu erzielen.

Was in Prof. Higas Garten als erstes auffällt, sind die vielen Plastik-flaschen, die die einzelnen Beete oder auch Pflanzen umschließen wie ein Zaun. Sie geben dem naturbelassenen Gelände nicht nur eine optische Struktur, sondern bewirken der Erfahrung nach zweierlei. Sie schaffen eine Art von EM-Bezirk, in dem sich Schädlinge nicht gern aufhalten und sie fördern das Wachstum der Pflanzen. Prof. Higa selbst hat dies schon vor einigen Jahren beschrieben: „Unter den EM-Nutzern ist bekannt, dass EM eine Art Barriere errichten kann. Hängt man z.B. EM-Keramik und Plastikflaschen mit EMa an die vier Ecken eines Beetes, kommen keine Krähen mehr und auch Bülbüls (trop. Vogel– ähnlich dem Star oder der Amsel) kommen nur selten in die Beete. Gleichzeitig zeichnen sich die Pflanzen in diesen Beeten durch kräftigen Wuchs aus. Natürlich ist es noch effektiver, wenn man Beete (oder Felder) alle 4-5 m mit solchen Flaschen umrandet.” Wie man auf den Bildern sehen kann, verbessert sich die Wirkung offenbar, wenn die Flaschen mit EMa durch Wasserflaschen verbunden werden.

Wie man EM am besten einsetzt

2014 fasste Prof. Higa zusammen, was er für den Einsatz von EM im Garten – und erweitert natürlich auch für eine natürliche Landwirtschaft – empfiehlt.

„Als erstes stellt man sehr gutes EMa her, das unter dem pH-Wert von 3,5 liegt, und erhöht den organischen Anteil überall im Boden. Im Prinzip sorgt man dafür, dass das Mikrobiom des Bodens, also aller Mikroorganismen im Boden, der EM-Mikroflora möglichst nahe kommt; denn diese besteht ja aus nützlichen Mikroben. Dann begießt oder besprüht man alle paar Tage alles Blattwerk mit einer 100-fach verdünnten EMa Lösung. Noch effektiver ist dies, wenn man eine geringe Menge EM-Keramikpulver hinzufügt (auf 100 Liter 50-100 g).
Sollten dennoch Pflanzenschädlinge auftauchen, sprüht man alles sehr sorgfältig mit einer 3-5-fachen Verdünnung von gutem EMa. Noch besser ist es, wenn auch hier EM-Keramikpulver beigegeben wird (1:500). Das sollte dreimal im Abstand von 2-3 Tagen durchgeführt werden, dann verschwinden die Schädlinge recht zuverlässig.”

„Wie ich schon öfter erklärt habe, verwende ich monatlich etwa 400 Liter gutes EMa (aus EM·1) auf 1.000 m2 und füge regelmäßig EMKeramikpulver Super Cera im Verhältnis 1:1000 hinzu (auf 400 l also 400 g).“

Dies bezieht sich natürlich auf einen Garten in einem tropischen Klima, wo das ganze Jahr über angebaut werden kann. Am Anfang der Entwicklung von EM·1 hat Prof. Higa mit verschiedenen Wässern für die besten Resultate von EMa experimentiert. Die beste Wirkung erzielte er mit Meerwasser. (Das Wasser des Pazifik hat etwa 3,45 Gewichtsprozent Salzgehalt). In seinem Garten nutzt er ebenfalls Meerwasser für sein EMa. Es riecht sehr gut und an der Hefeschicht an der Oberfläche erkennt er eine gute Qualität. Als er seinen Garten anlegte, war sein Konzept ein wenig anders; er setzte kein reines EMa an, sondern EM-FPE (fermentierter Pflanzenextrakt). Dafür nahm er 1-2% Reiskleie, 1% EMa, 30g EM-Keramikpulver, dazu klein geschnittenes Unkraut, verschiedene Kräuter, abgeschnittene Triebe und andere pflanzlichen Reste. Alles wird gut gemischt und fermentiert 4-5 Tage. Inzwischen ist er aber dazu übergegangen, klein geschnittene Pflanzenreste zwischen den Reihen auf einem Streifen einer festen Plastikplane zu fermentieren. Nur die gelösten Bestandteile fließen beim Wässern in die Erde, so dass es auch nicht zu einer Überdüngung kommen kann.

„Gleichzeitig habe ich EM-Dangos (EM-Lehmbällchen, die sonst zur Wasserreinigung verwendet werden) im Abstand von 1-1,5 m jeweils 30-40 cm tief eingegraben. Alles organische Material aus dem Garten geht wieder zurück in den Boden. Es kommt klein geschnitten auf den Boden und wird nach einem Regen mit EMa gegossen; wenn es auszutrocknen droht, benetze ich es mit einer EMa-Wasser Lösung.“

Neben den Bananen, Papayas und anderen Früchten wachsen dort Salate, Gemüse aller Art, Tomaten und Kräuter. Prof. Higa versorgt damit eine Reihe von Familien, und manchmal bringt er den Mitarbeitern im Büro der EMRO Produkte aus seinem Garten mit.

Biologische Grenzüberschreitungen

In diesem Jahr existiert der „Pflanzenpalast des blauen Himmels“ 10 Jahre. Aber schon vor knapp zwei Jahren konnte Prof. Higa ein Phänomen feststellen, das er als Prof. für tropischen Gartenbau noch nicht erlebt und von dem er auch noch nirgends gehört hatte. Er entdeckte zunächst bei drei seiner Bananenpflanzen, im vergangenen Jahr sogar bei 10 Pflanzen zwei Fruchtstände an einem Stamm. Er selbst schreibt:

„EM wird in den meisten Bananenplantagen Südamerikas eingesetzt, die biologisch arbeiten. Auch in Bananenkulturen in Asien wird EM vielfach genutzt, aber bislang gab es noch nie einen Fall, wo zwei Büschel Bananen an einem Stamm wachsen. In meinem kleinen Bananenhain haben allerdings im vergangenen Jahr zum ersten Mal drei Pflanzen dieses Phänomen der Grenzüberschreitung gezeigt. In diesem Jahr (2014) hat es sich bei etwa 10 Pflanzen gezeigt.“

Er erklärt dieses Phänomen so: „EM richtet nicht nur den Elektronenfluss des Pflanzenkörpers richtig aus und erhöht so die Effektivität, es verbessert auch das Mikrobiom (Zusammensetzung aller Mikroben) des Bodens und damit die Gleichrichtungskraft in der Erde. Meist ist es notwendig, EM so lange einzusetzen bis Resultate beobachtet werden, weil kontinuierlicher Einsatz die Gleichrichtungskraft von EM verbessert und stabilisiert. Alles Schlechte – eine beschädigte Umwelt, zunehmende gesundheitliche Gefahren, Feldfrüchte, die nicht ordentlich wachsen – beruht auf einer Störung des Elektronenflusses. Eine solche Störung erzeugt Widerstand und führt zu einer bemerkenswerten Verringerung von Effizienz.“

Dies erklärt auch, warum es sinnvoll ist, EM kontinuierlich und großzügig anzuwenden und nicht nur wie ein anderes Mittel für bestimmte Zwecke gelegentlich zu nutzen. Wie schreibt er so schön in der Revolution zur Rettung der Erde: Wer EM nur teilweise einsetzt, hat auch nur teilweise Erfolg.

Pit Mau

Zitate von Prof. Higa übersetzt aus dem Englischen (aus Prof. Higas Beiträgen in der japanischen Internet-Zeitschrift Eco Pur)

Fotografie: Osamu Miyagi

Auszug aus dem EMJournal 53:

Den Bericht über Prof. Higas Garten im EMJournal 51 haben viele mit großem Interesse
gelesen, manche haben auch gleich etwas ähnliches im eigenen Garten ausprobiert. Dabei sind aber auch Fragen aufgetaucht, die nicht klar aus dem Artikel hervorgehen oder
 auf den Bilder zu erkennen sind. Allen, die sich bei uns gemeldet haben, um nachzufragen, vielen Dank.

Zum einen wurde vielfach gefragt, ob sich nur Wasser in den klaren Flaschen befindet.
 Es ist wohl so, dass Prof. Higa immer eine kleine Menge EM-Keramikpulver hinzu gibt.
 Dadurch braucht man die Flaschen auch nicht auszutauschen, solange sie dicht sind. Auch in den verschiedenen Flaschen mit EMa kommt es ja auf die Schwingung an, nicht auf die Mikroorganismen selbst. In dem Prozess der Fermentation produzieren die Mikroorganismen ja viele Stoffwechselprodukte, die nicht schnell verderben, auch nicht in der Sonne. Sie wirken offenbar besonders gut im Wechsel mit den Wasserflaschen. Dennoch wird das EMa nach einiger Zeit – 6-12 Monaten – ausgewechselt. Warum keine Glasflaschen? – Das wichtigste Argument: die Glasflaschen würden sich zu sehr erhitzen; es besteht die Gefahr, dass sie platzen. Und niemand möchte in seinem Gartenboden Glassplitter haben. Zum anderen möchte Prof. Higa die Plastikflaschen nutzen, die in einem subtropischen Klima in großer Zahl anfallen und sonst nur in die Müllverbrennung gehen.

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