Wie effektiv sind Effektive Mikroorganismen? Ergebnisse eines Projekts des EM-Vereins Schweiz

Links Andreas Frischknecht, der seit 2000 EM anwendet, rechts Adrian Menzi, der 2010 begonnen hat, EM einzusetzen. Beide nahmen an den 3-jährigen Feldversuchen teil.

Bevor sich heute der moderne Zeitgenosse mit einer neuen Fragestellung befasst, befragt er erst die öffentliche Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Und was liest er da zu EM? „Die angepriesenen Wirkungen und das Konzept der EM sind unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten stark anzuzweifeln“.

Liest man unter „angepriesene Wirkungen“ weiter, findet man unter gärtnerischen und landwirtschaftlichen Gesichtspunkten: „Verbesserung des physikalischen, chemischen und biologischen Zustandes des Bodens, Beschleunigung der Kompostierung, Förderung von Keimung, Wurzelbildung, Blüte, Fruchtansatz und Reifung, Verbesserung der Qualität und Haltbarkeit von Silage und Verbesserung der Eigenschaften und der Emissionen von Gülle“.

Recherchiert man aber in der wissenschaftlichen Literatur, beschäftigen sich die meisten Untersuchungen gar nicht mit diesen Wirkungen, sondern mit Ertragssteigerungen und Inhaltsstoffanalysen, was überhaupt nicht als besondere Wirkung angegeben wird und auch nur in besonderen Fällen zu erwarten ist. Die wesentlichen Wirkungen betreffen die Innere Qualität des Produkts und die Verbesserung der Standortbedingungen im Sinne einer Stressverringerung.

Da über die Bestimmung des Redoxpotentials in über 20.000 Einzelmessungen bei den verschiedensten Produktgruppen ein Zusammenhang mit Stress nachgewiesen werden konnte, war es nahe liegend, einmal diesen auch in Verbindung mit dem EM-Einsatz zu untersuchen. Dank der finanziellen Unterstützung durch den EM-Verein Schweiz und der Bereitschaft von vier Landwirten konnte ein dreijähriger Feldversuch im Sinne einer Machbarkeitsstudie nun abgeschlossen werden, der zu interessanten Ergebnissen führte.

Anlage des Versuchs

Der Versuch war so aufgebaut, dass jeweils in Sämaschinenbreite eine Kontrollparzelle und EM-Parzellen mit 1-facher, 2-facher u. 3-facher EM-Konzentration verglichen wurden. Von diesen Parzellen wurden zu einheitlichen Terminen Boden- u. Produktproben gezogen und anonymisiert in einem Speziallabor untersucht.

Bei den Bodenproben ergab sich zwar bei allen Parzellen eine nachweisliche mikrobiologische Aktivitätsteigerung nach einer 24-stündigen Bebrütung. Die statistische Auswertung aber zeigte, dass keine der EM-Anwendungen einen signifikanten Unterschied zu den Kontrollen ergab.

Ganz anders dagegen sah es bei den Produkt- Untersuchungen aus. Sowohl im Ranking als auch im Vergleich der Messwerte zeigte sich jeweils eine eindeutige Verbesserung der elektrochemischen Produktqualität gegenüber der Kontrolle.

Zum besseren Verständnis seien hier zunächst einige Erklärungen eingeschoben. Mit dem Redoxpotential wird die Verfügbarkeit von Elektronen in einer Verbindung belegt. Je niedriger der Milli-Volt-Wert, d.h. je reduzierter eine Verbindung ist, umso elektronenreicher ist sie. Diese Elektronen kann der Körper dann über die Nahrung zur Unschädlichmachung Freier Radikale einsetzen. Freie Radikale entstehen durch Stoffwechselvorgänge, Stress- u. Umweltbelastungen und führen dazu, dass sogenannte „Radikalenkrankheiten“ entstehen können. Fast alle Zivilisationskrankheiten gehören heute dazu. Somit ist die Nahrung mit ihrer Elektronenspende der tägliche Gesundheitsschutz, der umso wirksamer ist, je mehr Elektronen dem Körper angeboten werden können. Theoretisch heißt das, wenn alle angebotenen Elektronen im Körper wirksam werden, 18 mV Unterschied bei zwei Produktproben bereits eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Elektronenmenge bedeuten.

Die konkreten Ergebnisse des Ranking und der Qualitätsuntersuchungen gehen zunächst aus der Tab. 1 hervor.

Tabelle 1: Gesamtergebnisse des 3-jährigen Versuchs zur elektrochemischen Produktqualität mit unterschiedlichen EM-Konzentrationen

Die Untersuchung brachte bei einer intensiveren Betrachtung aber auch noch viel interessantere Erkenntnisse. Berücksichtigt man, dass die bodenbiologische Aktivität keine messbare Steigerung in den EM-Parzellen ergab, alle Produktproben aber eine deutliche Verbesserung, so lässt sich das nur über den Nachweis des Dominanzprinzips belegen. Das Dominanzprinzip ist die von der Schulwissenschaft bislang stark angezweifelte Beobachtung, dass offensichtlich ein – erst jüngst bewiesenes – Informationssystem zwischen Mikroorganismen besteht, welches dazu führt, dass bestimmte neutrale, d.h. opportunistische Mikroorganismen in einem Milieu durch einige „Führungsmikroben“ in ihrer Wirkung „umgestimmt“ werden können. Konkret bedeutet dies, dass die verabreichten EM-Konzentrationen im Versuch in der Lage waren, die bereits vorhandenen bodenbürtigen Mikroorganismen in ihrer Mehrzahl zu veranlassen, soweit Pflanzenstress abzubauen, dass erwünschte gesundheitsrelevante Verbesserungen in den Lebensmitteln die Folge waren. Eine einzelbetriebliche Diskussion der Ergebnisse in den Tab. 2-5 bringt aber auch noch weitere Erkenntnisse.

Die Wirksamkeit der EM-Anwendungen ist stark von der jahreszeitlichen Witterung abhängig. Sowohl erstmalige als auch langjährige EM-Anwendungen führen zu vergleichbaren Ergebnissen, unabhängig davon, ob die Betriebe biologisch oder integriert geführt werden. Betriebe, die offensichtlich in einem ungünstigen Umfeld für die Mikrobiologie wirtschaften müssen (Richtfunkbetrieb eines Flugplatzes bei Betrieb Nr. 410), können trotz optimalem EM-Einsatz nur begrenzte Erfolge erzielen.

Wenn wir erreichen wollen, dass die eingangs zitierte Diskriminierung in der Wikipedia-Enzyklopädie verschwindet, muss in nachvollziehbare Forschungen, die über den Rahmen von Machbarkeits-Studien hinausgehen, investiert werden. Dass mit dieser Studie ein praktikabler Weg aufgezeigt werden konnte, ist dem Engagement von 4 Schweizer Bauern und dem EM-Verein Schweiz zu danken!

Prof. Dr. Manfred Hoffmann

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