Ackerbaubetrieb setzt auf EM

Es gibt noch immer nur wenige Landwirte, die auf ihren Flächen EM zur Bodenverbesserung einsetzen, am wenigsten Bauern, die keine Tiere halten und reinen Ackerbau betreiben. Aber der Landwirt Wolfgang Ruch hat sich bewusst für diesen Weg entschieden und seit Beginn der Saison 2017 konsequent auf die EM-Technologie gesetzt. Schon nach wenigen Monaten fand er, dass der Boden dunkler und krümeliger ge­worden ist und beginnt nach Humus zu duften. Wolfgang Ruch ist mit seiner Entscheidung für EM sehr zufrieden und hat seine Entscheidung nicht bereut.

Von der traditionellen Landwirt­schaft zum Umstellungsbetrieb

Hof Rimmerode ist eine gut 100 Jahre alte Hofstelle am nördlichen Rand der hessischen Rhön mit stark wechselnden zumeist tonigen und teilweise steinigen Böden. Nach einem Brand 1977 wurde der Betrieb um eine Schwei­nemastanlage ergänzt. Wolfgang Ruch hat den Hof Ende der 1990er Jahre von seinem Vater übernommen, zunächst mit den Tieren, die es inzwischen aber nicht mehr gibt. Er wollte sich ganz auf den Ackerbau konzentrieren.

Günstig ist, dass der Betrieb schon eine lange Erfahrung mit der reduzierten Bodenbearbei­tung gesammelt hat. Aufbauend darauf hat sich Wolfgang Ruch zwei Berater geholt, mit denen er das Konzept für den Neuanfang er­arbeitet hat: Ackerbauberater Dietmar Näser (www.gruenebruecke.de) und Friedrich Wenz, Bio-Bauer und Friedrich Wenz, Bio-Bauer und Entwickler des WEcoDyn Systems, einem Gerät für die pfluglose, für den Biolandbau geeigne­te Möglichkeit der Bodenbearbeitung. Beide Berater kennen und schätzen die EM-Techno­logie, so dass Wolfgang Ruch sich ergänzend an den EM-Berater Marko Heckel gewandt hat, der ihn bei der Installation der Fermentations­technik für die benötigten Mengen EMa ge­holfen, sowie für den EM-Einsatz beraten hat.

Praxis des EM-Einsatzes

Wolfgang Ruch hat Landwirtschaft studiert und sich schon früh für alternative Energie und Öko­logische Landwirtschaft interessiert. Neben der Arbeit auf dem Hof arbeitet er als Projektent­wickler von Windenergieanlagen. Im Laufe der Zeit wurde ihm klar, dass er für den Hof eine Neuausrichtung haben wolle. Also beschloss er den Hof auf Bio umzustellen. Die Phase der Umstellung begann 2017. Auf den 140 ha Acker­flächen wird während der beiden Umstellungs­jahre hauptsächlich Futtergetreide angebaut. Wolfgang Ruch ist es wichtig, dass es nur sehr kurze Phasen ohne irgendeinen Bewuchs auf den Feldern gibt. „Die Brache, “ ist er überzeugt, „ist das größte Übel für das Bodenleben, daher versuchen wir stets Zwischenfrüchte zu etablie­ren, die idealerweise bereits als Untersaaten in die vorausgehenden Kulturen eingebracht werden.“

EM wird während des Umbrechens (Schälens) von Zwischenfrüchten mithilfe einer Fräse ein­gesetzt. Vor dem Schlepper wird EMa auf die Pflanzen gesprüht, hinten ist die Fräse, die den Zwischenfruchtbestand möglichst flach (ca. 3 cm) abschneidet und intensiv mit der Erde ver­mischt. Um Fäulnis zu ver­meiden und einen milchsauren Rotteprozess zu initiieren, kommen ca. 80 bis 100 l EMa pro Hek­tar auf die Pflanzen. Voraussetzung für das Ge­lingen dieser Maßnahme ist eine ausreichend hohe Bodentemperatur von mindestens 8°C.

Nach seiner Erfahrung müssen „die so behan­delten Flächen etwa eine Woche unberührt liegen bleiben, damit sich der Rotteprozess un­gestört einstellt. Danach nimmt man einen auf­fällig angenehmen, süßlichen Bodengeruch war, der etwa an frisch geerntete Karotten erinnert. Nun kann die weitere Bestellung der nachfol­genden Kultur erfolgen.“

Während vergleichbare Flächen von der Ernte im August bis in den späten Herbst hinein brachliegen, entsteht hier eine intensive Durchwurzelung, und das Bodenleben kann während des Sommers aktiv bleiben, da sowohl eine wirksame Beschattung des Bodens, eine gleichmäßige Durchfeuchtung und der Eintrag von nahrhaften Wurzelausscheidungen gegeben sind.

Ein Problem für Bio-Ackerbaubetriebe ist die Beschaffung von organischem Material als Dünger. Die Basis hierbei ist für Wolfgang Ruch die Gründüngung. Darüber hinaus erfolgt die Düngung über Hühnertrockenkot, der von ei­nem Betrieb in der Region stammt, der wie­derum Futtergetreide von ihm bezieht (Futter- Mist-Kooperation) sowie Pferdemist, ebenfalls aus der Region.

Während er bei der Vorbereitung der Böden flächendeckend EM einsetzt, hat er als Spritzungen bisher nur Kompost-Tees in die Bestän­de gesprüht. In Zukunft will er nun aber diese Tees mit EM ansetzen, es wird also eher EM-FPE werden, mit EM fermentierter Pflanzenextrakt.

Für das Aussäen wird eine Sämaschine benutzt, die über eine Einrichtung zur flüssigen Unterfußdüngung verfügt. Dadurch kann EM unter die Saat platziert werden. Jedes Saatkörnchen wird so von wachstumsfördernden, Krankheiten abwehrenden Mikroben umgeben. Da dies erstmalig in diesem Herbst so durchgeführt wurde, wird erst im nächsten Jahr über die Erfahrungen berichtet werden können.

Freundschaftliche Kooperation mit dem Nachbarn

Das benötigte EMa produziert er selbst. In dem ehemaligen Stall fand sich genügend Platz, um 8 x 1.000 l in IBCs gleichzeitig zu produzieren. So kann er die benötigten Mengen für seine Flächen zeitgenau herstellen und hat immer, wenn er es braucht, frische Ware. Davon profitiert aber nicht nur sein Betrieb.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Hof eines Studienfreundes, der Milchziegen hält. Auch er hat sich von EM überzeugen lassen. Seit nämlich das Heu, das er auf den von Wolfgang Ruch gepachteten Flächen macht, schon auf dem Feld vor dem Pressen in Rundballen mit EM behandelt wird, staubt es nicht mehr! Ein großer Vorteil für die Ziegen und den Halter. Zusätzlich sprüht der EM im Stall, um den Gesundheitsstand der Herde hoch zu halten. Sein EMa bekommt er aus Wolfgang Ruchs Produktion.

Aussicht

Wenn die zwei Jahre der Umstellung zum Bio­betrieb vorüber sind, freut sich Wolfgang Ruch darauf, stärker zu diversifizieren. Er will unterschiedliche Feldfrüchte, vor allem Ölsaaten-Mischungen anbauen und mehr als bisher Neues versuchen. Die Zwänge beim konventionellen Anbau sind stark, so dass nur wenige Feld­früchte profitabel angebaut werden können. Das wird sich ändern, wenn der Betrieb Ende kommenden Jahres bio-zertifiziert sein wird.

„Wir sind sehr glücklich mit EM“ war Wolfgang Ruchs Resümee bei meinem Besuch. Wir wünschen ihm, dass das noch lange so bleibt.

Pit Mau

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