Bayerns einzige Eichenallee – jetzt mit EM-Unterstützung

Die herrlichen, alten Alleen, die besonders in Norddeutschland zu finden sind, gehen zurück auf die Preußenkönige, die nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg (1618-48) begannen, die Infrastruktur ihres Landes auszubauen: Heerstraßen mit Schatten spendenden Eichen. Der fortschrittliche Graf Anton Clemens zu Toerring-Seefeld war so begeistert von diesen mächtigen Alleen, dass er 1770 erstmalig in Bayern eine 4,7 km lange Eichenalle anlegen ließ – bis heute die einzige Allee im Freistaat.

Ein Hilferuf

Im Oktober 2010 meldete sich unsere EM-Beraterin Brigitte Pflug besorgt mit dem Bericht, dass die alte Eichenallee bei Seefeld, unweit von ihrem Wohnort am Ammersee in einem erbärmlichen Zustand sei und Hilfe bräuchte. Dieses einzigartige Naturdenkmal, das Graf Anton Clemens zu Toering-Seefeld vor fast 250 Jahren mit 765 Eichen anlegen ließ, ist in Gefahr. Er traf diese Maßnahme, nachdem er bei einer Kutschenreise durch Brandenburg und weiter gen Osten gesehen hatte, dass der preußische König Friedrich der Große (1712-86) das Straßennetz von Brandenburg bis Ostpreußen, quer durch die weite Kornkammer in Mecklenburg-Vorpommern und Westpreußen, mit für Reiter, Kutschen und Truppen schattenspendenden Eichenalleen ausbaute. Frau Pflug berichtete, dass diese Eichenallee unter Naturschutz stehe, und sie sich bereits erkundigt hatte, wer dafür zuständig sei: das Staatliche Bauamt Weilheim Obb., SG Naturschutz und Landschaftspflege, vertreten durch Frau Marika Balke. Auf unsere Anfrage bekamen wir überraschend auch bald einen Termin, um unser Anliegen vorzutragen. Schon im November 2010 konnten wir die Möglichkeiten der EM-Technologie vorstellen. Wir waren sehr überrascht zu hören, dass Frau Balke, die aus Brandenburg stammt, EM bereits kannte. Natürlich kannte sie auch die vielen schönen, alten Alleen in ihrer Heimat.

Da sie von Amts wegen für die Eichenallee in Seefeld zuständig und gleichzeitig von der EM-Technologie überzeugt war, wollte sie sich für uns und unser Anliegen, etwas für diese Bäume zu tun, einsetzen. Sie erklärte uns, sie würde nach Wegen durch die Behörden suchen, um die Genehmigung für eine Behandlung mit EM zu erlangen. Erleichtert und angenehm überrascht verließen wir an diesem Tag das Bauamt und besprachen bei einer Tasse Kaffee die weiteren Schritte. Danach warteten wir gespannt und geduldig auf eine Nachricht von Frau Balke, die uns im März 2011 erreichte. Wir bekamen grünes Licht und die Genehmigung, eine Gruppe von 30 Bäumen mit der EM-Technologie zu versorgen. Die Freude war groß, und so organisierten wir einen Besichtigungs- und Besprechungstermin mit allen Beteiligten und zuständigen Personen, und zugleich auch einen Aktions- und Ausführungstermin.

Die Maßnahmen 2011:
4 x pro Jahr unter den Bäumen mulchen und 4 x pro Jahr 1.000 l EMa gießen

Der EM-Einsatz in der Praxis

Nun wurde es ernst. Die Durchführung war nicht ganz einfach, denn das EM Technologie Zentrum Süd ist von der Eichenallee ca. 100 km entfernt; alles musste genau besprochen und organisiert werden. Wir produzierten 1.000 Liter EMa, eine Tonne Bokashi, und organisierten eine Erdbohrmaschine, eine Pumpvorrichtung, einen Sack EM-Keramikpulver und einen Sack Holzkohle. Am 26. April fuhr ich mit LKW, Hänger, den gesamten Materialien und drei fleißigen Helferinnen und Helfern vom Allgäu in Richtung Eichenallee in Oberbayern. Aus der anderen Richtung rückte Brigitte Pflug mit drei Helferinnen und Helfern an. Frau Balke organisierte einen Schlepper vom Maschinenring Starnberg, mit dem die Pumpvorrichtung betrieben werden konnte.

Pünktlich um 9 Uhr waren alle da, und auch das Wetter spielte mit. Wir verteilten die Aufgaben. Es galt nun, 300 Löcher zu bohren, etwa zehn pro Baum – was am Straßenrand nicht einfach war –, um eine Tonne Bokashi, einen Sack Keramikpulver und einen Doppelzentner Holzkohle gleichmäßig verteilt in diese Löcher zu stopfen und diese wieder zu verschließen.

Als erstes erhielten 30 Eichen einen Kranz von jeweils etwa 10 Nährstoffdepots. Dafür wurden per Hand entsprechende Löcher gebohrt. Anschließend sprühten wir die 1.000 l EMa so gut es ging in die Baumkronen, auf Äste und Stämme; was auf den Boden herabregnete, kam der schnelleren Umsetzung des Grases zugute, das vorher vom Maschinenring gemulcht worden war. Erschöpft und schweißgebadet fuhren wir als Abschluss unserer Aktion zum nahegelegenen Kloster Andechs, um für die gelungene Aktion zu danken und uns bei einer kräftigen Brotzeit und gehaltvollen Getränken wieder zu stärken. Die Woche darauf wurde dann festgelegt, dass im Laufe dieses Jahres der Maschinenring Starnberg noch dreimal das Gras unter den Bäumen mulcht und mit einer verdünnten EM-Lösung besprüht, damit die Nährstoffversorgung für die ausgesuchten Bäume zunächst für ein Jahr ununterbrochen gewährleistet ist. Der weitere Verlauf wird vom Staatl. Bauamt Weilheim unter der kundigen Leitung von Frau Balke weiterhin genauestens beobachtet und dokumentiert. Wir hoffen sehr, dass wir durch diese Aktion zeigen können, dass die alten, belasteten Bäume mit Hilfe von EM leichter regenerieren können. Wenn es den ausgesuchten 30 Bäumen besser geht, sind wir bereit, auch den anderen Eichen in der Allee eine solche Hilfe angedeihen zu lassen.

Manfred Epp

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