Nach dem Feuerbrand EM-Einsatz im Obstbau in der Schweiz

Zusammen mit dem Obstbauern Hans Bösch in Wetzikon/Thurgau läuft seit 2009 ein Versuch, einen Teil seiner Hochstammbäume mit der EM-Technologie zu behandeln. Ausschlaggebend dafür war der Umstand, dass 2008 viele Bäume mit Feuerbrand befallen waren. Mit dem Einsatz der EM-Technologie im Rahmen der erwähnten Zusammensetzung sowie der Bodenaktivierung mit EM sollte geprüft werden, ob ein Einfluss auf den Feuerbrandbefall der verschiedenen Bäume erkennbar ist.

Für den Versuch wurden Hochstammbäume der unterschiedlichsten Altersklassen behandelt: neu gepflanzte, bis 10-jährige, bis 25-jährige sowie 25-70-jährige. Um einen Vergleich zu erhalten, wurden zudem auch Bäume mit unterschiedlicher Altersstruktur in derselben Parzelle in unmittelbarer Nähe nicht behandelt.

Fazit nach dem ersten Jahr

Rückblickend auf die Saison 2009 gab es erfreulicherweise bei Apfel- und Birnbäumen praktisch keine neuen Blüteninfektionen durch Feuerbrand. Dies mochte einerseits daran gelegen haben, dass die Wetterbedingungen für Infektionen ungünstig waren. Andererseits konnte ein Teil dieser Verbesserung auch dem Einsatz der EM-Technologie gutgeschrieben werden. Auffallend war, dass auch Bäume, die 2008 mit Feuerbrand befallen waren, 2009 gesunden konnten und keinerlei Spuren eines Befalls aufwiesen. Beflügelt durch diese positive Entwicklung beschloss Hans Bösch im Obstbau auf der Schiene EM-Technologie weiterzufahren. Aus seinem Erfahrungsbericht für die Jahre 2009 und 2010 sticht folgendes heraus: Am 26. Mai 2009 hatte die Region Lauchetal/Südhang Sonneberg-Immenberg einen schweren Hagelschlag mit Körnern so groß und schwer, dass die Eternitdächer der Scheunen in der Versuchsregion in die Brüche gingen. Nach dem Gewitter sah es wie nach einer Bombenexplosion aus. Hans Bösch spritzte die Versuchsbäume einen Tag nach dem Unwetter mit einer Mischung aus 500 Litern Wasser, 1,2 kg EM-Keramikpulver, 2 Litern EM 5 und 20 Litern EM-Bodenfit (EMBF). Ziel war es, die Bäume möglichst rasch zu stärken, um sie damit widerstandsfähiger gegen Feuerbrandbefall zu machen. Am 17.6. und 2.7. wurde mit dem Sprühprogramm wie weiter unten unter „Besprühung der Bäume“ nachgespritzt. Augenfällig war, dass die Bäume anderer Obstbauern in der Region im Jahr 2010 kaum Erträge abwarfen. Bei Hans Bösch lag der Ertrag aber immer noch bei 60% einer Vollernte.

Spritzungen 2010

  • 25.3.2010: 0,3% Kupfer plus 0,15% Zollone (Insektizid gegen Blütenstecher)
  • Ab April wurde nur noch mit EM behandelt mit folgender Mischung:
    500 l Wasser / 6 kg Biolit ultrafein, 0,5 kg Keramikpulver, 1,6 l EM5 + 20 l EM-Bodenfit)
  • Daten der Behandlungen:
    • 28.04.: erste Spritzung Beginn Blüte
    • 08.05.: zweite Spritzung in die Blüte (ohne EM5)
    • 29.05.: dritte Spritzung nach dem Abblühen
    • 12.06.: vierte Spritzung plus 0,04 % Prodigy (Insektizid gegen Apfelwickler)

Kosten der Spritzbrühe für 2010 (4 Spritzungen zusammen) mit EM: CHF 620,- (E 514), was im Vergleich zum Einsatz von herkömmlichen Mitteln sehr vorteilhaft ist. Zudem ist diese Art von Behandlung Umwelt-, Bienen-, Wasser- und Bodenlebewesen-schonend. Das Gras kann am Tag der Spritzung wieder an die Tiere verfüttert werden, ohne dass Blähungen oder sonstige Verdauungsstörungen auftreten.

Abschließende Überlegungen von Hans Bösch nach der zweijährigen Versuchsphase

  • 2011 werden weitere Bäume seiner Obstanlagen mit der EM-Technologie behandelt.
  • Neuerdings werden auch Birnenbäume so behandelt – Bei Hagelschlag kommt die EM-Technologie auf jeden Fall sofort zum Einsatz
  • Die Kosten des Einsatzes der EM-Technologie sind im Vergleich mit herkömmlichen Mitteln enorm gering – Der Einsatz der EM-Technologie ist umwelt- und umgebungsschonend (Biodiversität)
  • Der Arbeitsaufwand ist gleich wie früher
  • Es können die gleichen Geräte und Maschinen verwendet werden
  • Trotz Biolit kein Bodensatz oder sonstige Abnutzung von Maschinen
  • Gras unter den Bäumen ist grüner und wüchsiger als nebenan
  • Die Bäume sind grüner als von 2 Jahren
  • Auf Fungizidspritzung kann in der Mostobstproduktion verzichtet werden
  • Mehltau war 2010 keiner vorhanden, nur etwas Schorf bei Glockenäpfeln (im Mostobst toleriert)

Bemerkungen und Empfehlungen

Wie allen EM-Anwendenden bekannt ist, wachsen in einem gesunden Boden mit intaktem Mikrobenmilieu auch gesunde Pflanzen mit vitalstoffreichen Früchten. Daher ist es am sinnvollsten, auch im Obstbau in erster Linie den Boden und ergänzend die Bäume zu behandeln.

EM-Behandlung im Boden

  • EM Kompost: Im Herbst oder Frühling 3-4 t/ha auf den Boden ausbringen
  • Mulch: Bei jedem Mulchen der Fahrgassen das Gras mit 40-60 l EM-Bodenfit (EMBF)/ha verdünnt besprühen.
  • Keramikpulver: 3-5 kg EM-Keramikpulver/ha mit EMBF mischen und über den Mulch sprühen.
  • 1-2 Tonne/n pro ha Urgesteinsmehl (Biolit) alle 2 Jahre; wirkt unterstützend

Begießen/Bewässern mit EM

  • Total 150-200 l EMBF/ha auf die Vegetationszeit (März bis Oktober) verteilt ausbringen
  • EMBF mit Wasser im Verhältnis 1:10 verdünnen
  • EMBF im Morgentau oder abends, jedoch nicht bei Trockenheit einsetzen
  • Wenn möglich EMBF direkt mit dem Mulchvorgang ausbringen

Besprühen der Bäume

Die direkte Besprühung der Bäume darf wegen erhöhter Verbrennungsgefahr nicht bei voller Sonneneinstrahlung erfolgen. Empfohlene Mischung pro Hektar:

  • 250 Liter Wasser (handwarm)
  • 3 kg Biolit-ultrafein (Urgesteins-/Basaltmehl)
  • 0,5 kg EM-X Keramikpulver grau (Super Cera C)
  • 0,8 Liter EM 5
  • 10 Liter EM-Bodenfit (EMBF)

Mischung mit einem Sprühgerät mit laufendem Rührwerk ausbringen (Homogenität). Empfohlene Einsatzzeitpunkte:

  • Vor der Blüte in frostfreier Zeit
  • Es kann auch während der Blütezeit 2-3-mal gespritzt werden, jedoch ohne EM5
  • Gleich nach der Blüte, wenn sich die Frucht bildet
  • Nach dem Laubabfall, jedoch vor dem ersten Frost

Baumstamm bestreichen

Zur Baumschnitt-Zeit im Herbst, bzw. bis Mitte März (je nach Witterung) wird EM-Keramikpulver und ultrafeines basisch-silikatisches Urgesteins-/ Basaltmehl (Biolit) mit EMBF zu einer Paste gerührt und auf den Stamm aufgetragen.

Neupflanzung

Die Pflanzenfurche mit EMBF (Verdünnung 1:5) je nach Feuchtigkeit des Bodens bewässern.

Sprühmenge EM-Technologie

Damit durch die Behandlungen mit dem Wassereintrag die Infektionsbedingungen minimiert bleiben, soll die eingesetzte Wassermenge in etwa dem „Tree Row Volumensystem“ entsprechen (1.600 l/ha bei 10.000 m³ Baumvolumen). Da mit dem Gun (Spritzpistole) behandelt wird, ist die Dosierung schwierig. Die Berechnungen ergeben für mittelgroße Bäume (Laubwandhöhe 7 m, Baumbreite 7 m, davon 2/3 rechenbar und Reihenabstand 10 m) für eine Baumzahl von 100 Bäumen pro Hektar eine Wasseraufwandmenge von 50 l pro Baum. Es ist bekannt, dass für größere Bäume meistens höhere Wassermengen in der Größenordnung von 70 l/Baum für eine optimale Applikation erforderlich sind. Empfehlung: Bäume im Bauminnern, wo es eher feuchter ist, etwas weniger stark besprühen, dafür im oberen Bereich für eine gute Benetzung sorgen.

Zusammenfassend sollten folgende Wassermengen pro Baum nicht überschritten werden:

  • Kleine Bäume bis 10-jährig: 20 l/Baum
  • Mittlere Bäume bis 40-jährig: 40-50 l/Baum
  • Sehr große Bäume: 70 l/Baum (z.B. große Gravensteiner)
Werner Wäfler

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