Miniermottenbekämpfung – eine Seminarfacharbeit an einem Thüringer Gymnasium

Eine Gruppe von Schülern des Angergymnasiums in Jena beschäftige sich in ihrer Seminarfacharbeit mit den Möglichkeiten der Bekämpfung der Kastanienminiermotte durch Effektive Mikroorganismen. Hier ist ihr Bericht.

EM gegen die Miniermotte

Am Ende der 10. Klasse fanden wir – Elisabeth Sitte, Lukas Heinze, Björn Hoffmann und Christian Hansch – uns zusammen, weil uns ein von unserer Chemielehrerin vorgestelltes Seminarfachthema über Effektive Mikroorganismen interessierte. Frau Niebel, ein Mitglied des EM-Vereins, hatte der Schule die Bearbeitung verschiedener Themen, die die Anwendung von EM behandeln, vorgeschlagen. Wir entschieden uns für die Bekämpfung der Kastanienminiermotte, während eine andere Schülergruppe beschloss, die Auswirkungen von EM auf Wachstum und Ertrag von Pflanzen in einer Gärtnerei zu erforschen. Noch am selben Tag nahmen wir mit Frau Niebel Kontakt auf, die ihrerseits den Kontakt zum EM-Verein und zum Kommunalservice Jena (KSJ), einem städtischen Unternehmen, das unter anderem für die Pflege des Stadtgrüns verantwortlich ist, herstellte. Außerdem fanden wir Unterstützung für unsere Arbeit bei unseren Lehrerinnen Frau Herrmann und Frau Ott, die die Gruppe gemeinsam mit Frau Niebel betreuten.

Nun war der Grundstein für den Beginn unserer Arbeit gelegt. Der EM-Verein stellte uns ausreichend EM zur Verfügung, mit dem wir die Behandlung der Kastanien vornehmen konnten. Vom Kommunalservice Jena (KSJ) bekamen wir insgesamt fünf von der Miniermotte befallene, weiß blühende Rosskastanien zugewiesen, die sich an zwei verschiedenen Standorten in der Stadt befinden. Nun stellte sich die Frage, wie wir die Behandlung der Bäume durchführen und zu Ergebnissen gelangen wollten. Wir entschieden uns, die drei Bäume an einem der beiden Standorte, dem Burgweg, mit EMa zu gießen. Bei den beiden kleineren Bäumen am Kino Schillerhof, dem anderen Standort, war dagegen auch ein Behandeln der Blätter von oben möglich. Hierzu stellte uns der KSJ einen Hubwagen zur Verfügung, mit dessen Hilfe – und mit der Unterstützung der freundlichen KSJ-Mitarbeiter – wir in die Baumkronen gelangen und von dort aus EMa mithilfe von Gießkannen ausbringen konnten. Am Standort Schillerhof wurde auch EMa sowie Bokashi und EM-Keramikpulver in den Boden eingebracht. Insgesamt führten wir unsere Projektarbeit eineinhalb Jahre lang im Verlauf der Klassenstufen 11 und 12, vom Herbst 2009 bis zum Winter 2010 durch. Während der Vegetationsperiode von März bis Oktober 2010 gossen wir alle zwei Wochen die Böden und Baumkronen mit EMa.

So deutlich kann der Unterschied zwischen Kastanienblättern ausfallen. Das linke Blatt von einem behandelten Baum, das rechte von einem unbehandelten. (2007 in Österreich)

Ergebnisse

Die durch die verschiedenen EM-Produkte in den Böden ausgelösten Veränderungen stellten wir mithilfe von Bodenproben zu drei verschiedenen Zeitpunkten fest. Diese konnten wir von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) kostenlos auswerten lassen. Außerdem erfolgte am Ende des Behandlungszeitraumes eine Bonitur, bei der wir die Befallsstärke der Blätter mithilfe einer Vorlage, dem „Boniturschlüssel“, analysierten. Auch hierbei wurden wir von einem Mitarbeiter der TLL unterstützt. Aufgrund der begrenzten Zeitspanne, die für die Seminarfacharbeit vorgesehen ist, fiel der Behandlungszeitraum der Bäume recht kurz aus. Dementsprechend konnten nach der Analyse der Befallsstärke der Blätter unserer behandelten Kastanien nur sehr geringfügige Unterschiede zu unbehandelten Kastanien im Stadtgebiet festgestellt werden.

Allerdings erkannten wir, dass die Befallsstärke der Rosskastanien am Schillerhof geringer ausfiel als die der Kastanien am Burgweg. Daraus schlussfolgerten wir, dass sich das zusätzliche Besprühen der Blätter bei den Kastanien am Schillerhof mit EMa sowie das Eingraben von Keramikpulver und Bokashi in den Boden positiv auf die Bäume ausgewirkt hatten. Letztere These wurde auch durch die Analyse der Bodenproben gestützt. Hier stiegen die Parameter, die die mikrobielle Aktivität des Bodens anzeigen, wie z.B. die mikrobielle Biomasse und die Bodenatmung, stark an. Die Verbesserung der mikrobiellen Aktivität könnte zur verstärkten Humifizierung und Mineralisierung im Boden und somit zur vermehrten Bildung nützlicher Substanzen, die die Rosskastanien stärken, geführt haben.

Am Standort Burgweg verbesserten sich die Bodenparameter dagegen nicht im gewünschten Maß. Dies könnte an der besonderen Lage des Standorts an der Straße liegen, die zum Beispiel zu Belastungen durch Streusalz im Winter führen. Die Bodenprobenanalysen eines unbehandelten Kontrollbaumes, der gegenüber unserer behandelten Bäume am Burgweg steht, zeigten zum Teil ebenfalls Verschlechterungen der Bodenbedingungen. Dies könnte die These der schlechten Standortfaktoren am Burgweg, die die Wirkung von EM einschränkten, stärken. Da wir nur wenige Bäume an nur zwei Standorten behandelten, ist die wissenschaftliche Aussagekraft unserer Ergebnisse nur eingeschränkt gegeben. Insgesamt gesehen zeigten sich jedoch Teilerfolge bei unseren Versuchen, die Wirkung von EM auf die Böden und die Kastanien zu erforschen und den Miniermottenbefall der weiß blühenden Rosskastanien einzudämmen. Um noch aussagekräftigere Ergebnisse zu erhalten, hätte die Behandlung der Bäume über einen längeren Zeitraum stattfinden müssen. Wir hoffen, dass eine längere Behandlung in größerem Maßstab vielleicht bald anderen interessierten EM-Anwendern möglich sein wird, so dass die Wirkung von EM auf Rosskastanie und Miniermotte auf wissenschaftlicher Ebene weiter erforscht werden kann.

Elisabeth Sitte, Lukas Heinze, Björn Hoffmann und Christian Hansch

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