Konzept aufgegangen! Schwanenweiher erfolgreich saniert

Seit es die EM-Technologie gibt, werden belastete Gewässer mit EM saniert. Auch in Europa gibt es eine große Menge von Beispielen für die erfolgreiche Sanierung von Gewässern mit EM. Rolf Zimmermann, EM-Berater der ersten Stunde in Baden-Württemberg, hat aber als erster einen erfolgsorientierten Vertrag mit einer Gemeinde abgeschlossen und trotz großer Schwierigkeiten zu einem guten Ende gebracht.

Anwohner und Besucher des alten Ostparks in der Stadt Landau in der Pfalz waren seit Jahren genervt: Immer wieder zogen Schwaden üblen Geruchs von dem Schwanenweiher durch den Park und in die sommerlich offenen Fenster der Anwohner. Obendrein war das Wasser des hübsch gelegenen Teichs alles andere als eine Augenweide. Die Sichttiefe des sämig grünen Wassers lag lediglich bei 5 cm. Unrat und gelegentlich tote Fische sammelten sich an der Oberfläche, Algen breiteten sich aus. Es bestand also Handlungsbedarf für die Stadt! Rolf Zimmermann, einer der EM-Pioniere und EM-Berater für den Südwesten Deutschlands, erfuhr durch die EM Beraterin Christine Ruhoff von dem Problem und machte der Stadt im Frühling 2007 ein Angebot, den Weiher mit Hilfe der EM-Technologie zu sanieren. Das Besondere seines Angebots war, dass er einwilligte, nur im Fall des Erfolgs das vereinbarte Honorar ausgezahlt zu bekommen. Dies schien durchaus möglich, denn ganz offensichtlich existierte zu viel Nährstoff im See, willkommenes Futter für die Effektiven Mikroorganismen. Man musste sie ja nur ans Futter bringen. Er entschied sich für die Strategie, die an so vielen anderen Orten der Welt zu Erfolg geführt hat: Genügende Mengen EMa ins Wasser und Dangos (Bokashibällchen) ins Sediment.

Ausgangslage

Der Schwanenweiher ist etwa 12.000 qm groß und durchschnittlich nur einen Meter tief. Er hat keinen Durchlauf; wenn der Wasserspiegel absinkt, wird Wasser aus einem stark belasteten Flüsschen angestaut und zugegeben. Die Schlammschicht betrug anfangs im Durchschnitt 30-35 cm, an manchen Stellen sogar 60 cm, und bestand zu gut 50% aus organischem Material. Ein hoher Nährstoffeintrag erfolgte nicht nur durch den Zulauf und den Blättereintrag, sondern auch durch die Wasservögel, den sehr hohen Fischbestand und durch das ständige Füttern von Fischen und Enten durch Besucher. Dementsprechend undurchsichtig und dreckig war das Wasser, in dem die organischen Bestandteile vor sich hin faulten und Algen im Sommer blühten.

Klassische Sanierung mit Schülern

Christine Ruhoff hatte über Ihre Tochter, die in Landau auf das Eduard-Spranger-Gymnasium geht, Kontakt mit dem dortigen Biologielehrer, Jürgen Monnerjahn, der nach den Sommerferien Schüler für das Projekt begeistern konnte. Im Spätherbst brachte Rolf Zimmermann das fertig gemischte Material nach Landau, wo die Schüler gemeinsam etwa 12.000 Bokashi-Bällchen produzierten, so genannte Dangos, aus einem Gemisch von Weizenkleie, Sand, EM-Keramikpulver, Gesteinsmehl und EMa. Diese ließen sie über den Winter trocknen, um sie im nächsten Jahr einzubringen. Ende Mai 2008 wurde zum ersten Mal 2.400 Liter EMa, 48 kg EM-Keramikpulver und 200 kg Gesteinsmehl (Diabas Ultra fein) eingebracht, am 17. Juni dann dasselbe noch einmal und zusätzlich die ca. 12.000 Dangos der Schüler. So viel Vergnügen diese von der Presse begleitete Aktion auch brachte, das Ergebnis war ernüchternd: In den Tagen und Wochen danach waren weder optische noch analytische Verbesserungen bemerkbar. Doch so schnell gibt man ja nicht auf: Im Juli verteilte Rolf Zimmermann an drei Terminen noch einmal 5.000 Liter EMa, nur um festzustellen, dass sich immer noch nichts tat.

Durch ihre lamellenförmige Anordnung bieten Tonmineralien (Bentonit) mit ihrer riesigen Oberfläche ideale Anlegeplätze für die Mikroorganismen (graue Punkte).

Änderung der Strategie

Doch statt aufzugeben, änderte er die Strategie. Ganz offensichtlich war es trotz der großen Menge EM noch nicht gelungen, das Milieu im Sediment zu verändern. Er machte im Labor Versuche u.a. mit Bentonit, natürlichen Tonmineralien, die zu schnelleren Ergebnissen führten. Mit Hilfe des THW wurde Wasser aus dem See gepumpt und mit einem Bentonit-EMa-Gemisch zurück in den Teich gesprüht. Fünfmal wiederholten sie diese Prozedur mit jeweils 2.000 Liter EMa und 100 kg Bentonit. Nun endlich konnten erste Veränderungen zum Besseren beobachtet werden. Aber das reichte noch nicht. Es wurde klar, dass die Lösung in der nachhaltigen Behandlung des Schlamms lag. Und das war bisher noch nicht gelungen.

Das Seesanierungsboot – die Lösung

In aller Schnelle baute der gelernte Ingenieur ein Boot – eher ein Floß – mit dem er zielgenau mittels einer Injektionslanze das EMa-Bentonitgemisch in das Sediment drücken konnte. Gleichzeitig befindet sich darauf ein imposanter Großraumverregner mit einem Aktionsradius von 130 m, der EMa großflächig ausbringen kann. Mit dieser Methode wurden nun an drei Tagen Ende Oktober 2008 jeweils 2.000 Liter EMa, gemischt mit je 200 kg Bentonit, eingebracht. Und endlich waren die ersehnten Ergebnis da: Der pH-Wert, im Sommer 2008 mit 10 extrem hoch, war mit 7,6 fast auf einen Idealwert gesunken, die Redox-Werte* hatten sich um das fünffache verbessert, und man konnte erstmals bis auf den Grund sehen. Um den Erfolg zu stabilisieren, wurden am 8., 9. und 10. Juli 2009 nochmals insgesamt 6.000 Liter EMa und 1.000 kg Bentonit eingebracht, so dass sich die Gesamtbilanz der Seesanierung auf rund 30.000 Liter EMa und 3 Tonnen Bentonit belief.

Viel gelernt!

Es ist Rolf Zimmermann nicht hoch genug anzurechnen, dass er bis zu dem guten Ende durchgehalten hat. Denn alle anderen, die mit EM Gewässer reinigen möchten, können viel daraus lernen – in erster Linie, dass es manchmal nicht ganz einfach ist und vor allem länger dauern kann als man denkt. Dass man viele verschiedene Parameter bedenken muss und genau beobachten, wenn nicht messen muss, um die richtigen Schritte einzuleiten. Für die Bewohner der Stadt Landau ist es ein Erfolg auf ganzer Linie: „Eine konventionelle Sanierung des Schwanenweihers mit Spezialbaggern und Schlammabtransport hätte sich auf Kosten von 200.000 bis 300.000 Euro belaufen. Durch das biologische Sanierungsprojekt, das sich nur auf 40.500 Euro belief, wurden der Bevölkerung erhebliche Belastungen durch Lärm, Schmutz und Gestank erspart.“ (Ralf Bohde vom Umweltamt der Stadt Landau). Inzwischen ist aus dem Prototyp des Seesanierungsbootes ein ausgereiftes Gerät geworden, das für neue Aufgaben bereit steht. Gut so, denn Teiche und Seen, denen es gar nicht gut geht, gibt es ja zur Genüge.

ph-Wert-Verlauf während der Seesanierung

*Der Redoxwert ist nach Rolf Zimmermanns Erfahrungen in der Seesanierung der wichtigste Parameter, da er sehr viel über das Milieu des Wassers aussagt. Alle lebenden Systeme oxidieren und reduzieren ständig; diesen Zustand kann man messen. Je höher der Wert im Plus-Bereich liegt, desto besser ist das Wasser im Gleichgewicht. Umgekehrt, je niedriger der Wert, desto stärker driftet das Wasser in Fäulniszustände ab.

Pit Mau, Rolf Zimmermann

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