Pionierarbeit im Osten – Der EM-Oderbruch e.V.

Im Februar 2008 bestand der EM-Oderbruch e.V. drei Jahre und blickt auf eine intensive, abwechslungsreiche und kreative Aufbauarbeit in Ostbrandenburg zurück. Erklärtes Ziel der Vereinsgründung am 9. Februar 2005 war, einen EM-Schulungsgarten aufzubauen, in dem die verschiedenen EM-Technologien angewendet und Vergleichskulturen angebaut werden sollten, um den Kleingärtnern und Landwirten vor Ort die Vorteile der EM-Technologie vor allem praktisch vermitteln zu können.

Obwohl es EM-Aktivitäten in der Region gibt, hatten wir uns diese Aufgabe etwas leichter vorgestellt. Schließlich wirkt die EMRO (EM Research Organization) seit 2001 in Metzdorf, keine 10 km von Alttrebbin entfernt. Astrid und Hartmut Kulicke, EM-Berater aus Wuschewier, setzen EM seit 2003 in ihrem landwirtschaftlichen Betrieb ein. Und auch die Oberschule aus dem Nachbarort Neutrebbin, hatte sich im Rahmen von „Jugend forscht“ bereits 2002 mit EM beschäftigt und setzt EM seitdem kontinuierlich ein (siehe auch EMJournal 4, Mai 2003). Der Boden schien gut vorbereitet und, wie Herman Hesse in seinem Gedicht „Stufen“ schreibt: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und hilft zu leben…“

Die Gründungsmitglieder begannen mit ersten Schritten: Beantragung von EU-Fördergeldern und ABM-Kräften. Anfang September 2005 konnten vier ABM-Kräfte mit Rodungsund Aufräumarbeiten auf dem ca. 4000 m² großen Gelände beginnen. Containerweise mussten Müll, Schrott, Bauschutt, Asbest, Folien und alte Dachpappe von dem gepachteten Gelände abtransportiert werden. Das Schatten spendende Dickicht rund um den ehemaligen Gemüsegarten kam unter die Motorsäge und tagelang galt es, den schweren, ahnmoorigen Oderbruchboden von unzähligen Baumwurzeln zu befreien. So manches Wurzelwerk konnte nur mit leistungsstarken Treckern aus dem Boden gezogen werden. Hier danken wir allen Helfern, die uns in dieser ersten Zeit mit Rat und Tat unterstützt haben. Die Winterpause 2005/2006 nutzten wir, um eine frei gewordene Wohnung im Haupthaus zu eigenen Vereinsräumen, der heutigen „Oderbruch- Arche“ auszubauen.

Beginn des EM-Schulungsgartens

Bevor wir im Frühjahr 2006 jedoch mit dem Gemüseanbau beginnen konnten, war eine weitere Hürde zu überwinden. Es fehlte ein Wasseranschluss. Da es sich mit der Bewilligung der Fördermittel noch hinzuziehen schien, kamen viele helfende Hände zusammen, um in einer Vereinsaktion über 150 m Wasserleitung vom Hausbrunnen bis in die Mitte des zukünftigen Gartens zu legen. Die Rohre sponserte die Gärtnerei Arndt aus dem Küstriner Vorland. Nun konnte der Garten angelegt werden: 2400 m² , wurden in vier gleiche Teile à 600 m² aufgeteilt. Drei Flächen begannen wir mit einer EMa-Lösung (1:40) zu gießen. Dieser Vorgang wurde im laufenden Jahr noch vier Mal wiederholt. Zwei Felder wurden zusätzlich mit Rasenbokashi und davon ein Feld zusätzlich mit EM-Keramikpulver angereichert. Eine Fläche ließen wir zum Vergleich ohne EM-Behandlung. Auf allen vier Flächen wurden Kartoffeln, Mangold und Brokkoli angebaut. Die Bodenproben hatten gezeigt, dass der Boden nach 15 Jahren Brache recht gut war und wir nur Stickstoff und Steinmehl dazu geben mussten. Neben ersten EM-Veranstaltungen öffneten wir im Rahmen der „Offenen Gärten im Oderbruch“ den EM-Garten im Juni 2006 erstmalig einem breiteren Publikum. Wir staunten nicht schlecht über die Presse-, Fernseh- und Besucherresonanz (nachzulesen unter www.em-oderbruch.de\Presse). Über 250 Besucher informierten sich an diesem Wochenende über EM. Im Herbst 2005 hatten wir mit dem monatlichen EMStammtisch begonnen, luden Referenten ein und starteten die ersten Schulungsangebote.

Die Entwicklung bis 2008

Die Arbeit hat sich gelohnt! Es ist uns gelungen, die Bedeutung und Wirkungsweise von EM in der Region wesentlich bekannter zu machen. Viele Interessierte kommen einfach vorbei, um sich im Garten umzuschauen, die Entwicklung zu verfolgen, Gemüse direkt vom Feld zu ernten (gegen ein kleines Entgeld) oder Neues über EM zu erfahren. Schaut man sich heute auf dem Vereinsgelände um, so streift der Blick von einer geräumigen Terrasse mit plätscherndem Wasserlauf über den Gartenteich (gleichzeitig zur Bewässerung genutzt) zu dem großflächig angelegten EM-Gemüsegarten. Etwas weiter ertönt das angenehme Geläut eines zwei Meter hohen Windspiels. Daneben ermöglicht ein Barfußweg den Kontakt zu Mutter Erde über verschiedene Materialien zu erspüren. Irgendwo sucht ein Specht nach Fressbarem und Singvögel liefern sich ein buntes Intermezzo. Im neu angelegten Insektenhotel am hinteren Ende des Gartens herrscht Andrang, denn so manches nette Plätzchen ist noch zu haben.   Mit Hilfe der erhaltenen EU-Förderung konnten wir 2007 einige Maschinen für die Bearbeitung des schweren, ahnmoorigen Oderbruchbodens anschaffen. Sehr zum Bedauern einiger Rehe und Hirsche, denen unser Salat und Gemüse neben den Kartoffel- und Getreidefeldern eine besondere Leckerei waren, erhielt das Gelände Zaun und Tore. Ursprünglich nur als EM-Schulungsgarten geplant, ist das 4000 m² große Vereinsgelände heute eine Gartenkomposition aus Gemüsenutzgarten und Erholungsfläche für Körper, Geist und Seele geworden, den der Amtsdirektor, Dr. Frank Ehling, und der Landrat von Märkisch Oderland, Herr Gernot Schmidt, am 22. September 2007 feierlich eröffneten.

Gewässersanierung

Dass EM auch bei der Gewässersanierung hilft, konnten wir in zwei Wasser-Projekten, der Liebesinsel in Neutrebbin und dem Waldseebad in Wriezen unter Beweis stellen. Beide Gewässer konnten durch die beratende Unterstützung in der Anwendung von EM deutlich verbessert werden. Die Liebesinsel war eine stinkende Wasserstelle mitten im Ort, und dem Waldseebad Wriezen drohte die Schließung, da die Sichttiefe nur noch 60 cm betrug. Heute schwimmen um die Liebesinsel wieder Fische, und die Sichttiefe im Waldseebad beträgt jetzt 2,30 m. Nach Angaben des Bademeisters ist das seit 15 Jahren nicht mehr vorgekommen. Im Herbst 2007 waren 20 kg Keramikpulver auf die Oberfläche verregnet worden, im April diesen Jahres wurden 400 l EMa und 100 kg Dangos in der Seemitte eingebracht. Unser gemeinnütziger Verein finanziert sich bisher ausschließlich über ehrenamtliche Arbeit. Um unsere Arbeit hier weiter zu sichern, sind wir für jede Form der Unterstützung dankbar. Natürlich sind wir auch offen für neue, aktive Mitstreiter. Wer also für sich ein Lebens- und Aufgabenfeld auf dem Lande sucht, den laden wir herzlich ein, bei uns vorbei zu schauen.

Tarika Hoffmann

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