Besuch in Fukushima

Die diesjährigen field-trips in Japan im Anschluss an die EM-Konferenzen führten die Teilnehmer in die Präfektur Fukushima und in den Großraum Sendai. Es gab also die Möglichkeit, persönlich zu sehen, wie EM in den von Tsunami und Super-GAU geschädigten Gebieten eingesetzt wird.

Das Regierungsprogramm hat nur eine Empfehlung für die radioaktiv belasteten Böden: Die oberen 5 Zentimeter der radioaktiv belasteten Erde wird abgetragen und – zwischengelagert…

Die Landschaft auf dem Weg nach Fukushima war geprägt durch die für Japan typischen, kleinen Felder, zum überwiegenden Teil war der Reis gerade abgeerntet. Anfangs unmerklich, wurde der Verkehr langsam weniger, während die Präsenz von Polizei und Militär anstieg. Jetzt gab es auch keine bewirtschafteten, nur mehr verlassene Felder, nichts wird angebaut, nichts gibt es zu ernten. Um die Strahlenbelastung zu verringern, wird hier eine Shaving-Methode angewandt – sämtliche Flächen der belasteten Regionen werden nach und nach „rasiert“, die Oberflächen also abgetragen. Der Abtrag wird geschreddert, in unzähligen Big-Bags verpackt und, da eine endgültige Entsorgung nicht geregelt ist, in auch in Deutschland wohlbekannte „Zwischenlager“ gebracht. Da es bergiges Gelände mit weiträumigen Wäldern ist, kann man sich gut vorstellen, dass es wahrhaftig eine „Elefantenaufgabe“ ist, für die sich die japanischen Behörden entschieden haben.

Farm mit Obst- und Reisanbau

Die COSMO-Farm Obst- und Reisanbau, 17 Kilometer von den Unglücks-Reaktoren entfernt, liegt in der kontrollierten Region, d.h. unbewohnt aufgrund der hohen Strahlenbelastung. Es gibt nach wie vor eine Evakuierungszone, die nicht betreten werden darf, in die kontrollierte Region darf man tagsüber – ein Schlafen in den eigenen Häusern ist aber absolut verboten. Herr Imaizumi, Chef der Farm, nutzt Prof. Higas EM-Technologie bereits seit 20 Jahren. Zuerst floh auch er vor der Strahlengefahr. Kurze Zeit später wurde bestätigt, dass der Kompost eines EM Bauern, der noch viel näher als er an den zum Teil zerstörten Kraftwerks-Blöcken wohnt, nur sehr gering belastet war. Herr Imaizumi sammelte weitere Informationen von EMBauern, kehrte daraufhin in sein Haus zurück und begann, sämtliche Flächen mit EM zu behandeln. Aus den Messergebnissen ergibt sich von Dezember 2011 bis September 2012 eine Reduzierung der Strahlenbelastung in der Nähe des Wohnhauses von unglaublichen 50%, was einem Halbwert entspricht und auch mit neuen Messgeräten bestätigt wurde. Allein, die Wissenschaft ist mit diesen Ergebnissen, diesen Fakten leider überfordert. Heute ist aus der Shimeji-Pilz Zucht auf der Farm eine EMa-Produktionsstätte geworden. 66.000 Liter werden dort monatlich produziert und finden bei Nachbarn und in der Natur reißende Abnehmer. Die COSMO-Farm wird von der EMRO und U-Net (eine gemeinnützige Organisation, ähnlich dem EM e.V., allerdings mit rund 110.000 Mitgliedern) und somit auch von den geflossenen Spendengeldern des EM e.V. unterstützt. Herr Imaizumi geht bei allem Kampfgeist allerdings auch sehr realistisch mit seinen Zukunftsaussichten um. Es ist ihm durchaus bewusst, dass es selbst Jahre nach der Reaktor-Katastrophe Auswirkungen auf seine Gesundheit geben kann. Dennoch ist es jetzt sein Auftrag, die hoffnungslose, depressive Bevölkerung mit EM wachzurütteln. Eine kleine Geschichte am Rande, die ihm sichtliche Freude bereitete: Er hat Rittersporn in seinem Hausgarten. Dieser hat in diesem Jahr eine Höhe von rund zwei Metern erreicht, gegenüber einem „Normalwuchs“ von 50 cm.

 

Demonstrationsflächen in der Todeszone

Ein ganz anderes Bild zeigte sich auf der EM- Demonstrationsfläche in dem Dorf Lidate – hier ist weit und breit kein Mensch und auch die Freiwilligen können hier wegen der Strahlenbelastung maximal 2 Stunden pro Tag arbeiten. Unser Messgerät blinkte mit dem maximal messbaren Wert von 9,9999 Mikrosievert pro Stunde, der echte Wert lag bei 20 bis 25 Mikrosievert pro Stunde. Seit Mai 2011 werden hier auf einem Feld Blaubeeren mit EM behandelt, derzeit rund 5.000 Liter je Hektar alle 2 Wochen. Des Weiteren gibt es Versuchsflächen, die mit Bokashi, EMKeramik und insbesondere mit Photosynthesebakterien behandelt werden. Auch hier zeigen die Messergebnisse in der Tendenz eine drastische Strahlenreduzierung, leider mit erheblichen Schwankungen, da es nach wie vor Fall-out aus den Reaktoren gibt. Die anerkannte Halbwertzeit von Cäsium 137 liegt bei 30 Jahren, was rein rechnerisch eine Reduzierung von 20.000 auf 5000 Becquerel in 60 Jahren bedeutet. Man sieht anhand der Messergebnisse, dass es mit EM „etwas“ schneller gehen kann.

Die Reisfarm

Next Stop: Suzuki Farm in Myagi, die ebenfalls mit EM e.V. Spendengeldern unterstützt wird. Herr Hidetochi Suzuki baut seit mehr als 20 Jahren Reis an, seit mehr als 20 Jahren mit EM, was ihm einen um 20% höheren Ertrag beschert, nämlich 6 statt der üblichen 5 Tonnen je Hektar. Der Tsunami hat all seine Anbauflächen überflutet, neben dem Salzwasser-Problem gab es Tonnen von Unrat auf seinen einst so fruchtbaren Flächen. Die landwirtschaftlichen Berater und auch das Ministerium wiesen an, betroffene Flächen erst einmal drei bis fünf Jahre nicht zu bewirtschaften, dies nicht zuletzt wegen der 30 Zentimeter hohen Schlammschicht, die zurückblieb. Daran hielt Herr Suzuki sich in keinster Weise. Nach Säuberung der Flächen wurden auf Empfehlung von Prof. Higa die mit einer Schlammschicht überzogenen Flächen zwei Mal seicht gepflügt und mit EM behandelt. Der Anfangs noch vorhandene Gestank wich sehr schnell und bereits im Mai musste der Reis gepflanzt werden. Statt Herrn Suzuki gewähren zu lassen und zu begleiten, was aus diesen Aktivitäten wird, stellten die Behörden die Wasserzufuhr ab. Kein Reis ohne Wasser. Daraufhin ließ Herr Suzuki einen Brunnen bohren, um in Sachen der zwingend erforderlichen Wasserversorgung autark zu sein. Im September 2011 ging bebildert durch die örtliche Presse, dass es sehr wohl möglich ist, Reis in überfluteten Gebieten anzubauen – die Suzuki-Farm zeigt, wie es geht. Herr Suzuki hat nunmehr einen Ratgeber für Reisbauern herausgegeben, wie Flächen zu behandeln sind und die im Schlamm enthaltenen Nährstoffe genutzt werden können. Leider wird auch dies von den zuständigen Behörden sehr kritisch beobachtet. Bleibt zu hoffen, dass die überzeugten EM- Nutzer, die überwältigende Anzahl von Teilnehmern an der EM-Konferenz in Fukushima und vor allem auch die vorliegenden praktischen Ergebnisse dafür sorgen, Behörden und Verantwortliche wachzurütteln. (jfk)

 

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