Das erste EM-Strohballen-Wohnhaus

Dass Stroh gut dämmt, ist lange bekannt. Seit Urzeiten schläft der Mensch auf Stroh und bettet seinen Nutztiere darauf. Auch wurde Stroh als Dämm-Zusatz in den Lehmputz alter Fachwerkhäuser gemischt. Das Bauen mit ganzen Strohballen ist hingegen jüngeren Datums, nämlich abhängig von der maschinellen Verarbeitung des Strohs zu kompakten Ballen vor gut 100 Jahren. Vorreiter waren Bauherren in den USA. In Deutschland existieren gegenwärtig ca. 500 mit Strohballen gebaute Wohngebäude. Aber erst jetzt ist das erste EM-Strohballen-Wohnhaus gebaut worden.

Strohballenhäuser

Wer gesund und nachhaltig bauen möchte, hat eine moderne, wohnklimatisch hervorragende Alternative: ein Wohnhaus, gedämmt mit Strohballen! Was in den USA schon seit hundert Jahren erfolgreich praktiziert wird und dauerhafte Gebäude hervorgebracht hat, die bis heute stehen, setzt sich bei uns erst in den letzten Jahren zögerlich durch, da sich viele die Fragen stellen: Fallen die aus fragilen Strohhalmen entstandenen Wände nicht gleich ein? Kann Feuer der Strohwandhülle was anhaben? Und schätzen nicht auch Mäuse diesen Baustoff als Nestmaterial? Meist handelt es sich bei uns um eine strohgedämmte Holzständerkonstruktion, die von innen mit Lehm und außen mit Kalk verputzt wird. Für den Wärmedämmstoff „Baustroh“ liegt seit 2014 eine allgemein bauaufsichtliche Zulassung (ABZ) vor. Da in Zeiten des Klimawandels das Einsparen von CO2 Priorität haben sollte, ist auch in der Baubranche ein Paradigmenwechsel notwendig. Während ein Wärmedämmverbundsystem zur Herstellung 345 kWh/m3 benötigt, braucht Stroh nur 10 kWh/m3! Für den Energieeinsatz eines konventionell gedämmten Hauses können 35 Häuser mit Stroh gedämmt werden. Stroh speichert nicht nur beim Wachstum CO2, sondern minimiert zusätzlich dessen Freisetzung im eingebauten Zustand. Der „Rückbau“ ist einfach und naturverträglich: bei Abbruch des Hauses kann man das Stroh unterpflügen oder thermisch weiterverwenden – erst dann setzt es das in seiner Wachstumsphase eingespeicherte CO2 frei.

Getreide ist das häufigste Anbauprodukt Deutschlands. Im Agrarkreislauf wird 20% des Strohs nicht benötigt, was der Dämmung von 300.000 Wohnhäusern entspricht! Stroh ist jährlich nachwachsend, regional verfügbar und eröffnet somit neue Perspektiven am Entstehen regionaler Wertschöpfungsketten – die Wirtschaftskraft bleibt in der Region. Konsequentes Weiterführen des ökologischen Gedankens ist die Verwendung von Stroh aus biologisch angebautem Getreide. So auch am Beispiel des Einfrau-Wohnhauses in Waldsolms-Weiperfelden. Bauherrin und Architektin sind sich einig: das Stroh kommt vom Biobauern vor Ort, der Lehmputz aus der „Kaute“ um die Ecke, die Lehmziegel aus nächster Nähe, einem Ziegelwerk, das die ungebrannten Lehmziegel für die Innenwände erstellt. Eine einfache und effiziente Haustechnik ergänzt die duftende und wohngesunde Hülle, frei nach dem Motto: weniger ist mehr.

Alle Lehmputze an Decke und Wänden, selbst die Luftdichtigkeitsebene auf der Erdgeschossdecke, sind mit EM Effektiven Mikroorganismen und EM Keramikpulver versetzt. Der Ofen (Römerofen) ist damit angereichert und in die große Zisterne für das Regenwasser werden die großen, 35 mm EM-Keramik Pipes zur Verbesserung des Gartenwassers eingesetzt. Das 80 m² Haus wird mit Handwerkern vor Ort erstellt und so die Transportwege auf ein Minimum reduziert. Eine Mitmach-Baustelle für baubiologisch Interessierte und Studenten der Technischen Hochschule Mittelhessen unterstützten den Wunsch der Bauherrin, die alten Baumaterialien in Verbindung mit der technisch neuesten Entwicklung ganz praktisch an die nächste und übernächste Generation weiterzugeben. Die Baukosten entsprechen denen der konventionellen Bauweise, die Bauzeit beträgt 5 Monate.

Die Bauherrin berichtet

Wir möchten die Bauherrin, die uns ihren persönlichen Bericht geschickt, gern selbst zu Wort kommen lassen:

„Ich bin die Bauherrin des Strohballenhauses mit EM in Waldsolms, der Ortsteil Weiperfelden ist eine kleine Gemeinde im Taunus ohne große Infrastruktur. Dort habe ich seit 2007 ein sehr steiles Baugrundstück, das direkt an Wald und Wiese angrenzt. Nur nach Norden hin habe ich einen Nachbarn. Seit 2009 bin ich in Rente und hatte nun Zeit, verschiedene Dinge auszuprobieren. Da mir Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt, besuchte ich 2012 verschiedene Permakultur-Workshops. Schon im ersten Workshop unterhielt ich mich mit einer EM Beraterin, ich habe es aber nicht weiter verfolgt. Nach dem zweiten Workshop erhielten wir Teilnehmer eine Rund-Mail, in der uns Links zu Terra Preta und Tria-Terra mitgeteilt wurden. Ich war fasziniert von diesem Weg der Bodenverbesserung. Ich besorgte mir sofort Tria Terra-Streu, eine Mischung aus Holzkohle, Basaltgesteinsmehl, Zeolith, EM-Keramikpulver und EM. Nach und nach probierte ich auch andere EM-Produkte im Garten und im Haushalt aus. Ende 2014 beschloss ich, auf mein Grundstück in Weiperfelden ein kleines Einfrauhaus – wie es meine Architektin Birgit Eversheim liebevoll nennt – zu bauen. Es kam mir die verwegene Idee, wenn ich mit 71 Jahren noch einmal baue, soll das Haus aus gesunden und nachhaltigen Materialien sein. Ich hatte 2012 die Gelegenheit, ein Strohballenhaus im Odenwald besichtigen zu dürfen. Das war mein Ausgangspunkt. Ich fing an im Internet zu recherchieren und die Idee wurde immer konkreter. Ich besorgte mir die beiden Filme Stroh im Kopf, und auf meine Anfrage beim FASBA (Fachverband für Strohballenbau) meldete sich die Architektin Birgit Eversheim bei mir.

Somit wurde aus der Idee ein fester Plan. Ein kleines Haus auf einer Ebene und auf Pfeilern, denn, ebenerdig ohne Keller gebaut, würde es sonst zu tief im Grundstück sitzen. Mein Haus sollte im Boden, den Wänden und am Dach mit Stroh gedämmt werden. Welch eine wunderbare Fügung: In unmittelbarer Nähe baut ein Bio-Landwirt Weizen und Roggen an. Schon bei der ersten Anfrage spürte man seine Begeisterung. Und der Sommer war heiß und trocken – bald hieß es, das schönste Stroh sei gepresst und eingelagert. Die fertigen Strohwände sollten von innen und außen mit Lehm verputzt und außen noch zusätzlich mit Holz verschalt werden. Gab es nicht auch die Möglichkeit, EM beim Bauen einzusetzen? Ich ließ mir verschiedenen Hefte des EMJournals schicken, um zu sehen, welche Erfahrungen damit bereits gesammelt wurden. Der von Frau Eversheim ausgewählte Lehmbauer hatte zwar noch nichts von EM gehört, war aber bereit, seinem Lehm 1% EM-Keramikpulver beizumischen. Da wir im Oktober eine Mitmachbaustelle ausgeschrieben hatten und die Butzbacher Zeitung einen Artikel darüber veröffentlicht hatte, kamen viele Besucher, die immer mal wieder vorbei schauten. Ich nehme immer wieder mit Freude zur Kenntnis, dass sich alle Besucher im Haus sofort wohl fühlen und bemerken wie angenehm das Klima innen ist. Im EMJournal 46 stieß ich auf den Artikel, der den Römerofen vorstellte. Sofort war mir klar, mit diesem Ofen wollte ich mein Haus beheizen; ich war so überzeugt, dass es durch die Beimischung von EM ein besonderer Ofen sein würde. Nun steht er seit einer Woche im Haus. Ein schönes Stück. (Ob er das gesamte Haus warm halten kann, muss er nun beweisen.)

Rückblickend fällt mir auf, dass es eine wunderbare Zeit mit wundervollen Menschen war, es war eine Harmonie und Begeisterung für Nachhaltigkeit zu spüren, in dem alle Bauleute, der Biolandhof Busch, die jungen Studenten der Mitmachbaustelle und auch Besucher sich eingebracht haben. Natürlich sind es die besonderen Fähigkeiten meiner Architektin Birgit Eversheim, die mit ihrer Kreativität, Kontaktfähigkeit, und Verhandlungsgeschick immer in allen Situationen einen Konsens fand. Oder liegt es auch an der Schwingung der eingebauten EM?“

Fazit

Gertrud Schneider war so überzeugt von der gesunden Wirkung der Effektiven Mikroorganismen, dass sie nicht nur die Architektin und die Handwerker schnell vom notwendigen EM Einsatz überzeugen konnte, sie hat auch selbst die Rückenspritze geschultert und das Stroh von innen mit EM eingesprüht, ebenso die Mauern aus Lehmziegel. Es ist ein behagliches, durch und durch EM-schwingendes Haus geworden, das hoffentlich ein Beispiel für viele weitere dieser Art sein wird.

Gertrud Schneider (Bauherrin)
Birgit Eversheim (Architektin)

 

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