Mit EM bleibt der Mais länger grün!

Ein Vergleich zwischen dem konventionellen Gülleeinsatz und dem Einsatz von EM-versetzter Gülle im Silomaisanbau zeigte signifikante Unterschiede. Bei richtigem Erntezeitpunkt kann mit EM ein tendenziell höherer Ertrag generiert werden. Nachfolgend werden die ersten Erkenntnisse aus einem Mais-Exaktanbauversuch der angehenden Agrotechniker an der Höheren Fachschule Strickhof bei Zürich vorgestellt.

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit wurde an der Höheren Fachschule Strickhof in der Schweiz ein Maisanbauversuch für Silomais durchgeführt. Abgeklärt wurde, ob durch den Einsatz von Gülle, die mit EMa behandelt wurde, die Düngewirkung verbessert und dadurch ein Mehrertrag erzielt werden kann. Dazu wurde unbehandelte und mit EMa behandelte Rindervollgülle ausgebracht. Pro Hektar wurden 40 Kubikmeter Gülle eingesetzt. Bei der Variante mit EMa wurde die Gülle vorgängig mit 1,2 l EMa/100 l Gülle behandelt und 3 Wochen lang offen gelagert. Es wurde ein Randomized Block System angelegt (Eine Fläche als Block unterteilt in Segmente, die willkürlich ausgewählt wurden.). Die Versuchsflächen waren 6 qm groß mit je 5 Wiederholungen.

Alle Versuchsgruppen wurden am selben Tag geerntet. Dabei konnten interessante Unterschiede festgestellt werden: Der Frischsubstanz-Ertrag war bei der Gruppe Gülle mit EM tendenziell höher als bei der Gruppe ohne EM. Bemerkenswert ist jedoch, dass der Mais mit EM einen signifikant tieferen Trockensubstanzgehalt (TS) als die unbehandelte Variante aufweist (31.7 % gegenüber 38.5 %). Bedingt durch den tiefen TS-Gehalt der EM-Gruppe, war der TS-Gesamtertrag der EM-Gruppe auch signifikant tiefer als der der Gruppe ohne EM. Pro Hektar wurde also bei der EM-Variante mehr Frischmais, aber bedingt durch den tiefen TS-Gehalt weniger Trockenmasse als bei der Variante ohne EM geerntet! Heißt das also, dass sich der Einsatz von EMa in der Gülle für den Maisanbau nicht eignet? Betrachtet man nur die TS-Erträge in diesem Versuch, so kann man zu diesem Schluss gelangen. Da EM aber auf unterschiedliche Weise arbeitet, muss auch dieser Versuch gesamtheitlich analysiert werden.

Da die unterschiedlichen Verfahren alle am gleichen Tag geerntet wurden, war der Reifegrad bei der Gruppe ohne EM ideal (38.5 % TS), während die EM-Gruppe noch nicht reif genug war (31.7 % TS). Das heißt, die Gruppe mit EM war noch zu grün und sollte später geerntet werden. Oder anders ausgedrückt: Die Wachstumsphase des Mais mit EM-Gülle verlängert sich. Wird er später geerntet, kann er mehr Masse und auch ein höheres Kolbengewicht bilden. Dadurch sollte der Trockensubstanzertrag der EM-Gruppe auch auf die gleiche Höhe der Gruppe ohne EM angehoben oder sogar übertroffen werden können. Der Landwirt würde dadurch erstens ein wertvolleres und zweitens mehr betriebseigenes Grundfutter für seine Tiere bekommen! Diese Hypothese sollte jedoch noch in weiteren Studien überprüft werden.

Abb. 1: Frischsubstanz- und Trockensubstanzerträge der Mais-Parzellen mit normaler und EM-behandelter Gülle (Erträge in dt/ha).

Abb. 2: Trockensubstanzgehalte und Kolbenanteile der Mais-Parzellen mit normaler und EM-behandelter Gülle (Gehalte in % ).

Quintessenz für die Praxis

Dieser Versuch zeigt signifikant auf, dass der Einsatz von EM in der Gülle den Mais später abreifen lässt. Das heisst, die Wachstumsphase des Mais wird verlängert. Um das volle Ertragspotenzial des Mais auszunützen, sollte demnach der Mais später geerntet werden. Dadurch kann ein erhöhter Frisch- und Trockensubstanzertrag erwartet werden.

Matthias Engimann, Mathias Ackermann, Daniel Trüssel, Strickhof

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