Nachhaltiges Sanieren mit EM und natürlichen Baustoffen

Im 16. Jahrhundert als Amtshaus gebaut, diente das Haus 130 Jahre lang als Schulhaus mit Lehrerwohnung, dann als Rathaus und Standesamt. Seit 2006 renoviert der Autor das historische Gebäude mit Hilfe von EM, in dem er mit seiner Familie wohnt.

Die alte Schule in Ermreuth

Am Tag des offenen Denkmals im Herbst 2013 fand unser Haus großen Anklang bei den Besuchern. Auch ohne viele Erklärungen spürten viele die besondere Atmosphäre des Hauses. Obwohl erst teilweise saniert, machten sich die Harmonie und das Zusammenspiel der natürlichen Baustoffe mit den EMs deutlich bemerkbar. Die natürlichen Wachse zum Versiegeln von Balken und Boden duften dezent und mischen sich mit dem frischen Duft der Kalk-Kasein Farben und der Kalkputze. Es ist schwer zuzuordnen, aber durch die Verwendung von EM fühlt sich die Raumluft noch einmal angenehmer und frischer an. Das „alte Schulhaus“, in dem wir seit 2006 wohnen, wurde vor etwa 500 Jahren gebaut, diente zunächst als Amtshaus eines Ritterguts, wurde vor gut 130 Jahren zur Schule mit Lehrerwohnung umgebaut und diente bis zur Gebietsreform 1972 als Ermreuther Rathaus und Standesamt. Seit unserem Einzug sind wir dabei, das traditionsreiche Gebäude Stück für Stück zu renovieren. Im vorigen Jahr konnten wir endlich in die große Wohnung im ersten Stock umziehen. Zum Tag des Denkmals stellten wir es erstmalig der Öffentlichkeit vor. Der Bauprozess konnte natürlich nur mit ausgelegten Bildern gezeigt und durch Führungen erklärt werden. Durch konsequentes Recycling, alten Handwerkstechniken und ökologischen Materialien konnten wir viel Geld einsparen und unvergleichliche Ergebnisse schaffen. So wurden für den Boden die alten Bretter restauriert, der alte Lehm der Decken- und Bodenfachungen wurde mit Wasser und EMa aufbereitet und wiederverwendet, als Dämmung brachten wir Holzkalk-Estrich ein.

Bodenarbeiten

Die 14 m² Holzkalk-Estrich in den Bodenfeldern kosteten insgesamt nur 450,- Euro an Material. Der Bodenaufbau mit Latten, Platten, Parkettkleber, Halböl und Hartöl nochmals ca. 1.600,-. Auch die Decke zum Dachboden ist mit einer Strohlehmschicht und Holzkalk-Estrich gedämmt worden. Natürlich geht das nur mit viel Eigenleistung. Zum Glück wurden wir bei den vielen Arbeits-stunden oft von unseren Kindern und Freunden unterstützt.

Holzkalk-Estrich:

– 70 l Sägespäne (keine mit Gerbsäure wie Lärche oder Eiche)
– 10 l Sand
– 10 l ungelöschter Kalk
– 10 l Hydratweißkalk
– 10-15 l Wasser
– EM Keramikpulver nach Belieben

Das Ganze mischt man am besten im Topfzwangsmischer. Aber Vorsicht – Schutzkleidung tragen! Brille und Staubschutz ist wichtig, da der Kalk hoch alkalisch ist. Beim Einbringen mit dem Glättbrett muss man den Holzkalk-Estrich verdichten und verreiben. Und zwar sofort nach dem Mischen verarbeiten, da durch die Hitzeentwicklung die Ligamente und Harze in den Holzanteilen freigesetzt werden und als Bindemittel wirken. Zum Abmessen verwende ich 20- und 12-Liter-Baueimer. Bei den Wänden kam selbst gemischter Rotkalkputz, veredelt mit EM-X Gold und EMKeramikpulver, zum Einsatz.

Rotkalkputz:

– 60 l Sand (Körnung je nach gewünschter Oberfläche)
– 20 l Ziegelmehl
– 15 l Hydratweißkalk oder Sumpfkalk
– 5 l Trassmehl
– 10 ml Leinöl
– EM-Keramikpulver (Super Cera C) oder EM-X Gold nach Belieben

Das Ganze mischt man am besten im Topfzwangsmischer oder Freifallmischer, handwerklich wie Kalkputz (anwerfen) oder mit der Putzmaschine verarbeiten. Rotkalkputz ist hoch diffusionsoffen und bindet CO2 und andere Luftschadstoffe. Durch die hohe Alkalität hemmt er das Wachstum von Schimmelpilzen und so manchem Ungeziefer.

Wie auf den Bildern zu sehen, verwende ich alte Ziegelreste zum Ausgleichen und Löcherstopfen. Auch die alten Vollziegel verwende ich gerne wieder. So füllt sich der Schuttcontainer nicht so schnell und ich spare neue Baustoffe ein. Wird der Sand durch Blähglasgranulat ersetzt, bekommt die Wand eine sehr gute Wärmedämmung.

Denkmaltag 2014

Dieses Jahr am 14. September steht der Denkmaltag unter dem Motto „Farben“. An diesem Tag werde ich verschiedene Farben anmischen, Kalkkaseinfarben vorführen und die Verwendung erläutern. Auch traditionelle Farben für den Holzschutz wie fränkische Ochsenblutfarbe und Schwedenrot in den Nuancen von Hellorange bis zu einem dunklen Rotbraun werde ich kochen und die Anwendungsmöglichkeiten beschreiben. Ein Regenbogen-buntes Sortiment verschiedener Pigmente wird das Bild abrunden. Mit vielen EM-Produkten, Amron-A, Super Cera C Pulver und EM-X Gold können die Farben entsprechend aufgewertet werden.

Jürgen Feistauer

Kontakt: Jürgen Feistauer beschäftigt sich seit 30 Jahren mit biologischem Bauen, ist EM-Berater und findet in seiner Arbeit immer neue Lösungen für den Einsatz der EM-Technologie beim Bauen. Seine Homepage: www.donaco-solutions.de

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