EM für die gärtnerische Gestaltung eines Schulhofs

Über den Gärtnermeister Bernhard Rieth, der seit 2015 den Vorstand des EM e.V. bereichert, haben wir zum ersten Mal 2013 im EMJournal 35 berichtet, als er für sein ökologisches Bokashi-Kreislauf-Projekt im Kloster Waldbreitbach vom ehemaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer den Sonderpreis der St. Franziskus Stiftung überreicht bekam. Nun berichtet er von einem Bokashi-Projekt am Gymnasium in seiner Heimatstadt Neuwied.

Nachdem ich im Jahr 2013 einzelne Beete des Schulhofes im Innenbereich des Gebäudes des RWG Neuwied mit Freiwilligen des Fördervereins und Schülern neu gestaltet hatte, sprach mich Hermann Josef Heimbach, 2. Vorsitzender des Fördervereins, 2015 an und bat mich, das noch sehr verwilderte Böschungsstück von 50 x 10 m Größe neu anzulegen. Dieses hatten wir 2013 mit Schülern schon einmal von Wildpflanzen wie Brombeeren, Ackerwinde und Knöterich befreit. Leider war unsere Anstrengung nicht nachhaltig, so dass sich die Fläche jetzt noch verwilderter darstellte. Das Pflanzendickicht war undurchdringlich, da die vor etwa 20 Jahren gepflanzten Sträucher viel zu groß geworden waren.

Zunächst konnte ich mir nicht vorstellen, mit Freiwilligen und Schülern diese Aufgabe zu bewältigen. Also versuchten wir Hilfe vom Schulträger zu bekommen. Nach einem Treffen mussten wir aber erkennen, dass von dort kein Geld für Fachkräfte und Material zur Verfügung gestellt würde. Also musste ich mir selbst etwas überlegen, damit wir zum Sommerfest der Schule auf dem Schulhof ein würdiges Bild abgeben konnten. Das größte Problem war, dass ich mit keinem Fahrzeug wie Bagger oder Fräse dort hinfahren konnte, da es keinen entsprechenden Zugang zum Innenhof gibt. Zudem war der Hang zu steil, um dort den Boden mit einer Maschine zu bearbeiten

Die Handarbeit!

Eine Fläche ohne große Maschinen für eine Neupflanzung herzurichten – da fiel mir nur Prof. Higa ein, der in seinen Buch Eine Revolution zur Rettung der Erde beschreibt, dass Pflügen und sonstige große Bearbeitung mit EM unnötig werden, und mit wenig Arbeitsaufwand gutes Wachstum entstehen kann. Als erstes trafen wir uns am 30.5.2015 mit drei  freiwilligen und mähten und sägten mit Freischneider und Motorsäge alles am Boden ab. Dies war an einem Vormittag erledigt und in einen Container verladen. Um zu verhindern, dass Erdreich durch Regen in Zukunft an das Gebäude geschwemmt wird, habe ich eine Reihe Hangflorsteine in 1 m Abstand vom Gebäude gesetzt und mit Edellava abgestreut.

Auf unsere Bitte, das Projekt zu unterstützen, spendete der EM e.V. die nötige Menge EM·1 und Zuckerrohrmelasse, um 40 Liter eigenes EMa herzustellen. Zusätzlich fermentierten wir 80 Liter Sägespäne mit EMa. Dieses Sägespäne-Bokashi wollten wir als Bodenverbesserer in die Erde unserer Beete mischen.

Das Sommerfest und  die neuerliche Bepflanzung

Zum Sommerfest war dann alles breit. Unter meiner Aufsicht gossen die Schüler den gesamten Hang sorgfältig mit Gießkannen (0,5 l EMa pro Kanne); anschließend verstreuten wir dort die Sägespäne, die noch warm waren und gut nach Bier rochen. Mit dem restlichen EMa wurde auch die anderen, schon 2013 gesetzten Pflanzen im Innenhof versorgt. Zusammen mit zwei Schulklassen hatte Herr Heimbach anhand des Bildmaterials über unsere Arbeit eine tolle Fototafel zusammengestellt, die wir zum Sommerfest aufstellten. Eltern, Lehrer und andere Schüler konnten sich hier über die EM-Technologie und unsere Arbeit informieren.  Als ich mir nach den Sommerferien den Schulhof betrachtete, sah ich ein stark wiederbelebtes Beet, das komplett grün und etwa 30 cm hoch bewachsen war. Daraufhin entschied ich mich, die Fläche nochmals mit dem Freischneider abzumähen, was diesmal jedoch kein großer Aufwand war.

Dann kam der große Moment für die Bepflanzung. Wir bestellten für 35 qm Rindenmulch, den wir Anfang Oktober mit vielen freiwilligen Helfern, Schüler, Eltern und Lehrer, auf den Hang etwa 15 cm dick auftrugen und dann 15 Hortensienbüsche in großem Abstand pflanz-ten. Es war ein Genuss mit dem Spaten in die weiche Erde einzustechen. überall kamen uns viele Regenwürmer entgegen. Der Biologielehrer meinte, „das Zeug sei super, er hätte nicht gedacht, dass es möglich ist, ohne zu fräsen eine solche Krümelstruktur hinzubekommen.“ Nach dem Pflanzen haben wir mit einer verdünnten EMa-Lösung – ca. 50 ml auf eine 10 Liter Gießkanne – die Pflanzen angegossen. Hier haben wir mit freiwilligen Helfern, Schülern und EM einen schönen Böschungshang gestalten können, der auch in Zukunft gut zu pflegen und zu säubern ist.

 

Ein voller Erfolg

Mitte März 2016 schrieb mir Herr Heimbach: „Gestern habe ich den Innenhof besichtigt, die Heide blüht wunderbar, der Lavendel ist gut durch den Winter gekommen und die Horten-sien fangen an zu treiben. Im Mulch keimen zahlreiche Ahornsamen, was aber sicher kein großes Problem darstellt. Ansonsten kein Abfall in der Anlage!!“ Die nun abgeschlossene Gestaltung gibt dem Schulhof wieder ein Gesicht. Auch die Schüler sind offensichtlich stolz auf „ihre“ Anlage, denn es wird kein Müll hineingeworfen. Und vielleicht verbreitet ja auch die gute „EM-Schwingung“ im Innenhof ihre Wirkung.

Bernhard Rieth

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