Verbesserte Lebensqualität durch EM (Teil 4)

Erfahrungsbericht eines Menschen, der unter vielfacher Chemikalien-Sensibilität leidet: Garderobe, Kosmetik, Körperpflege

Trotz der für mich erfolgreichen EM-Renovierungsmaßnahmen änderte sich an einem anderen Problemkomplex leider gar nichts. Der ganze Bereich Garderobe, Kosmetik, Körperpflege und Bettzeug sind Utensilien, die du in der zivilisierten Welt täglich, stündlich, minütlich benötigst und/oder an dir hast und damit in engste Berührung kommst. Wenn du rein gar nichts mehr davon an deinem Körper verträgst, dann bist du gezwungen, isoliert, ohne jegliche sozialen Kontakte zu Hause zu bleiben. Dass das nicht lustig ist, habe ich lange Zeit erfahren dürfen.

Kleidung

Meine gesamte Garderobe, ob Jeans mit oder ohne Elastan, luftige Sommerkleider aus Leinen oder Seide, schicke Zweiteiler oder Hosenanzüge aus einem Wollgemisch oder Pullover aus Cashmere musste ich nach und nach im Schrank lassen; ich konnte nichts mehr davon anziehen. Die Liste könnte ich unendlich fortsetzen. Extrem wurde es, als ich auch keine Perlon-/Nylonstrümpfe und keinerlei Unterwäsche mehr anziehen konnte, weil in diesen Produkten ein hoher Prozentsatz an Elastan oder Leica enthalten ist. Neu einkleiden war auch leichter gesagt als getan. Baumwolle war und ist für mich das Zauberwort. Aber auch nur bedingt. Mehr als die Hälfte der reinen Baumwoll-Garderobe vertrage ich auch nicht. Hier sind oft noch Produktionsreste, Transport-Schadstoffe (z.B. Butan) oder aufgrund der geringen Menge nicht zu deklarierende Zusatzstoffe drin.

Also wird bei mir jedes neue Teil zunächst mit einem EM1+Wasser-Gemisch eingesprüht, gegebenenfalls mehrfach. Wenn das nichts hilft, wird es einige Stunden in ein solches EM-Wasser gelegt. Wenn es immer noch nicht o.k. ist, mehrfach in erneuertem, höher konzentrierten EM-Wasser gewässert. Jedes Garderoben-Teil, das dann immer noch nicht für mich verträglich ist, wird entsorgt. Und das waren und sind auch noch einige. Alle Produkte mit Elastan oder Leica brauchen bis zu einer Woche in mehrfach erneuertem EM-Wasser. Dann sind sie zwar verträglich, aber eben auch nicht mehr so dehnbar, da das Elastan/Leica durch die EM-Behandlung ziemlich leidet. Außerdem muss ich zugeben, dass die Wäsche-/Kleidungsstücke nicht mehr so schön aussehen. Das von mir angestrebte Ziel, das Elastan/Leica in den Wäscheteilen zu reduzieren bzw. ganz zu entfernen und sie damit für mich tragbar zu machen, habe ich jedoch erreicht. „Du kannst es dir nicht leisten, auf Schönheit zu achten,“ ist ein Standardspruch meines Mannes und ich habe leider kein gutes Gegenargument.

Wäsche waschen

Obwohl wir schon seit langem auf Weichspüler verzichten und mit einem Spezial-Waschmittel unsere Wäsche waschen, reagierte ich immer noch auf frisch gewaschene Wäsche. Waschmittel wechseln war nicht drin, da dies sowieso das einzige war, mit dem ich einigermaßen zurechtkam. Seitdem ich EM kenne, fülle ich nun meinen speziellen „Kombi-Weichspüler“ in das Weichspülfach: Es ist etwas Kalweg gemischt mit EM. Kalweg ist ein natürlicher Entkalker (Hersteller: Spinnrad). Damit verkalkt die Waschmaschine wesentlich weniger und die Wäsche ist nicht starr und steif, sondern wird um einiges weicher und angenehmer. Dank EM sind die Waschmittelreste aus der Wäsche eliminiert, sie riecht nicht mehr und sie ist für mich tragbar. Bei rein weißer Wäsche verwende ich EM-X-Gold statt EM1.

Anhaftungen

Egal wo Du hingehst, überall sind Düfte oder Gerüche im Raum, die für chemikaliensensible Personen zu einem ernsthaften Problem werden können. Als Betroffener kannst du dann die Kleidungsstücke mit den lang anhaftenden Gerüchen nicht mehr tragen. Es bleibt dir nichts anderes übrig als sie zu waschen. Um das zu vermeiden, habe ich mir angewöhnt, sie nach Aufenthalten außerhalb unserer Wohnung ganz leicht mit EM einzusprühen und in einem warmen Raum zu lüften. In der Regel reicht das.

Schuhe

Irgendwann vertrug ich auch keinerlei Schuhe mehr. Vor allem das chromgegerbte Leder (etwas anderes als Leder kam für mich sowieso nicht in Frage) und der Kleber sind die Ursachen. Winterstiefel sind schon aufgrund der Innenauskleidung mit Fell oder irgendwelchen synthetischen Materialien unvorstellbar. Die meisten Schuhe haben unter der bunten!! Innenledersohle noch Polyester-Pilotten. Das ist für meinen Körper einfach zu viel. Schuhe sind für viele MCS-Kranke aufgrund der konzentrierten Anhäufung von unterschiedlichen, meist schadstoffbelasteten Materialien sowieso ein Horror. Die Innensohle habe ich vorsichtig entfernt und die Kunststoffpolsterungen rausgekratzt. Außerdem habe ich naturfarbenes, herkömmlich – ohne Chrom – gegerbtes Leder besorgt, neue Innensohlen daraus zugeschnitten und mit allergiker-gerechtem Kleber, den ich mit Super Cera Pulver vermengt habe, eingeklebt. Den angemischten Kleber habe ich vor Gebrauch einige Zeit stehen lassen, wodurch er noch wesentlich besser klebte als ohne EM-Keramikpulver.

Als MCS-Kranker versuchst du auf allen erdenklichen Wegen zu entgiften, da der „normale“ Entgiftungsprozess gestört ist – oft ist dies über die Füße, den Kopf und die Haut. Das hat zur Folge, dass die Schuhe nach einmaligem Anziehen stark mit ausgeschwitzten Schadstoffen belastet sind und der MCS-Kranke sie für längere Zeit nicht mehr anziehen kann. Was fatal ist, denn du hast aufgrund deiner Gesamtsituation sowieso nur wenige brauchbare Schuhe zur Verfügung. Auch hier war und ist EM für mich ein rettender Engel. Entweder sprühe ich die Schuhe leicht mit EM-Wasser ein und lasse sie trocknen oder ich wische sie mit einem EM-Tuch aus. Das gleiche gilt auch für frisch geputzte Schuhe, denn die häufig stark chemikalienbelastete Schuhcreme zieht ins bzw. durchs Leder und die Schadstoffe bleiben im Schuh haften. Innerhalb weniger Minuten nach dem Anziehen merkst du die ersten negativen Körperreaktionen und deren Folgen. EM verhindert dies.

Betten

Ich selbst hatte meine Feder- oder Roßhaarbetten und -kopfkissen schon lange gegen Baumwollprodukte eingetauscht. Irgendwann vertrug ich gar kein Federbettzeug mehr im Schlafzimmer, so dass ich auch meinen Mann bitten musste, auf Baumwollbetten umzusteigen. Solche Augenblicke zählen für MCS-Kranke zu den schlimmsten Momenten. Obwohl du es nicht willst, musst du einer anderen Person etwas ganz Persönliches und Liebgewonnenes wegnehmen, damit du wenigstens einigermaßen beschwerdefrei leben kannst. Baumwollbettzeug, vor allem das Kopfkissen, hat den Nachteil, dass es die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit stark aufnimmt und damit natürlich auch – wie bei mir – die vom Körper abgegebenen Schadstoffe. Nach relativ kurzer Zeit helfen dir dann auch Baumwollbetten nicht mehr weiter. Die Schadstoffe müssen raus. Einfaches Lüften ist in der Regel nicht ausreichend. Deshalb wende ich auch hier meine altbewährte EM-Methode an. Die Bettwäsche abziehen und Kopfkissen sowie Bettdecke mit EM besprühen und in der Sonne lüften lassen. Im Winter ist ein warmer Raum, den man lüften kann, eine gute Alternative.

Raumluft

Auch in sanierten Räumen kann die Luft immer wieder mehr oder weniger stark belastet sein. Beispielsweise durch Besucher, die Schadstoffe an ihrer Garderobe mit hereinbringen, durch einen Blumenstrauß, durch das Feuern eines Schweden- oder Kachelofens, etc. Gerüche und Schadstoffe setzen sich an den Wänden und Möbeln ab und werden von diesen wieder abgegeben. Um eine gereinigte und besser verträgliche Luft atmen zu können, sprühe ich bei Bedarf die Räume mit EM-Wasser aus. Ideal ist eine Sprühflasche wie man sie für Pflanzen verwendet, die ich auf ganz fein stelle, damit sich die Wassertropfen bereits in der Luft auflösen und nicht zu Boden fallen. Kurz danach lüften.

Blumen

Für die meisten EM-Freunde ist es selbstverständlich, nicht nur ihren Garten, sondern auch ihre Topfpflanzen und die Schnittblumen mit EM zu behandeln, damit sie farbenprächtiger und intensiver blühen und gedeihen. Für mich ist dieses Argument eher Nebensache. Für mich steht die Tatsache im Vordergrund, dass ich dank EM wieder einige wenige Topfpflanzen in der Wohnung vertrage und wir ab und zu mal wieder einen schönen Blumenstrauß auf dem Tisch stehen haben können. Allerdings muss ich so manchen Blumenstrauß trotz täglichem EM-Wasser-Austausch schon nach wenigen Tagen entsorgen. Das hängt ganz von der Intensität der Chemiekeulen ab, mit denen die Schnittblumen behandelt worden sind.

Urlaub

Wenn du chemikaliensensibel bist, dann bist du froh, deine eigene Wohnung so sanieren zu können, dass du einigermaßen darin leben kannst. An Urlaub ist dann meistens nicht zu denken. Es hapert schon daran, dass du kein einziges Hotelzimmer mit Fliesenfußboden bekommst. Die anderen Gegenargumente lasse ich mal außen vor. Auch Appartements mit Steinfußboden sind sehr selten und gibt es nur in bestimmten Regionen. Für uns war deshalb Verreisen jahrelang tabu. Seitdem ich EM kenne, ist der eine oder andere Urlaub im Sommer möglich. Dabei ist ein Appartement mit Steinfußboden Grundvoraussetzung. Denn dies sind die größten Flächen, die ständig mit teilweise heftig riechenden und vor allem mit fett- und schmutzlöslichen Chemikalien beinhaltenden Putzmitteln bearbeitet werden. Folglich ist es das erste, was ich nach Betreten des Appartements mache: den Fußboden mit EM putzen. Das gleiche gilt in Bad und Küche auch für die Waschbecken, die Badewanne und Dusche. Viele mögen jetzt denken: „Ich fahre doch nicht in Urlaub, um zu putzen!“ Für Chemikalien-Geschädigte dagegen gibt es nur folgende Varianten:

  1. Nie mehr in Urlaub fahren.
  2. In Urlaub fahren und von der ersten bis zur letzten Sekunde leiden und möglicherweise heftige Körperreaktionen bekommen – das kann bis zum anaphylaktischen Schock gehen.
  3. Jede Woche 1 Stunde für Putzen investieren und (hoffentlich) auch den Urlaub genießen können.

Kosmetika

Inzwischen reagieren immer mehr Frauen (und Männer) auch auf natürliche und „gute“ Kosmetik- und Pflegeprodukte. Ich als MCS-Betroffene kann nicht einmal die wertvollen EM-Kosmetikprodukte benutzen. Ursache dafür sind die Additiva, die Zusatzstoffe. Immer mehr Menschen haben Unverträglichkeiten oder Allergien auf etliche Substanzen und/oder nicht immer sind alle verwendeten Substanzen auch tatsächlich aufgeführt. Ich selbst kann beispielsweise als einziges Produkt der EMIKO Kosmetikserie den EM-Balsam verwenden. Vielleicht gibt es für uns besonders Sensiblen mit den neuen EM-Produkten, die Rügener Kreide enthalten, auch eine neue Chance. Bis dahin mache ich meine Kosmetik (zwangsweise) unter Verwendung von EM-X-Gold, Super Cera Pulver oder Amron hell (gibt es nicht mehr) selbst. Rezepturen und Grundstoffe nutze ich von der Hobbythek. So kann ich jede einzelne Substanz vorher austesten und sicher sein, dass das fertige Produkt (Salbe, Lotion, Seife, Duschgel, etc.) meinem Körper optimal bekommt. Ich könnte meinen Bericht noch lange fortsetzen, aber irgendwann muss Schluss sein.

Ein letzter Hinweis: Weniger ist oft mehr. Jeder Mensch ist ein ganz eigenes Individuum und reagiert sehr speziell. Das gilt auch in Bezug auf seine Umwelt. Pirschen Sie sich Schritt für Schritt an die für Sie passenden EM-Mengen heran. Wer Materialien auspendeln kann, hat es leichter.

EM hat mir ermöglicht, einen für mich verträglichen Lebensraum – mein ersehntes Refugium – zu schaffen. Somit hat EM mir und auch indirekt meinem Mann einen Teil der durch MCS und Elektrosensibilität verlorenen Lebensqualität zurückgegeben.

Gabriele Kernwein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.